Buchhaltung Grundlagen

Einnahmen-Überschuss-Rechnung für den Nebenjob auf freiberuflicher Basis

31. August 2012

Ein Nebenjob ist für viele Angestellte, seien sie alleine im Haushalt oder mit Familie, eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum laufenden Gehalt. Die Frage ist nur immer, wie man diesen Nebenjob gestalten möchte, sprich, wie viel Zeit man aufbringen kann und will, damit sich dieser Job auch lohnt. Für viele lautet daher die logische Antwort: Heimarbeit. Es gibt viele Jobs und Anbieter von Heimarbeit, fast allen gemein ist aber, dass sich der Interessent nicht in ein Angestelltenverhältnis begibt, sondern auf freiberuflicher Basis arbeitet. Gerade für die freiberufliche Tätigkeit gibt es viele Anreize, auch was das Steuerrecht angeht. Grundlage für die Ermittlung des Gewinns und damit auch relevant für das Finanzamt ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Rechtliche Grundlagen und steuerliche Auswirkung

Jeder Nebenjober auf freiberuflicher Basis ist verpflichtet, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen und so dem Finanzamt seine Gewinne offen zu legen. Die Grundlagen dafür sind im Einkommensteuergesetz §4 Abs. 3 geregelt. Dieses Gesetz zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung wird meist auch recht kurz „4/3-Rechnung“ genannt. Kurz zusammengefasst ist in diesem Gesetz zu lesen, dass jeder Steuerpflichtige seinen Gewinn als Überschuss seiner Betriebseinnahmen zu seinen Betriebsausgaben ermitteln und melden muss. Jedes Unternehmen ist verpflichtet, ordentlich Buch zu führen und in regelmäßigen Abständen einen Abschluss zu machen. Neben den freien Berufen sind vom Anfertigen einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung insbesondere Kleingewerbetreibende. Die Verpflichtung besteht im Übrigen unabhängig von Gewinn oder Verlust.

Die Steuererklärung des Nebenjobers

Seit dem 01. Januar 2005 muss der Einkommenssteuererklärung die Anlage EÜR beigefügt werden, wenn der Gewinn, der anhand der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt wurde, mehr als 17.500 Euro beträgt. In dieser Anlage sind einige ganz bestimmt Einnahmen und Ausgaben ganz besonders zu erfassen. Zu diesen gehören unter anderem die private KFZ-Nutzung. Da die Anlage standardisiert wurde, können sie maschinell eingelesen und ausgewertet werden. So lassen sich Vergleiche mit den Vorjahren ziehen, oder Plausibilitätsprüfungen anstellen. Da die Anlage EÜR früher von jedem individuell gestaltet werden konnte, ließen sich in der Vergangenheit keine derartigen Vergleiche anstellen.

Vorteile einer freiberuflichen Nebenbeschäftigung

Die Vorteile einer Nebenbeschäftigung auf freiberuflicher Basis liegen natürlich bei der freien Zeiteinteilung, wie bereits anfangs erwähnt. Es gibt aber auch noch weitere Vorteile, insbesondere wenn der Gewerbetreibende nach einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung gewisse Gewinn und Umsatzgrenzen überschreitet. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist zudem die einzige Buchführung, die der freiberuflich Tätige zu erstellen hat. Er braucht keine doppelte Buchführung tätigen und ist entsprechend auch nicht verpflichtet eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erstellen, geschweige denn eine Bilanz. Gerade in der Anfangsphase unterliegt man auch noch nicht der Gewerbesteuer, denn der Gewinn, der durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt wird, ist noch sehr gering. So steht es jedem auch frei, das sogenannte Ist-Besteuerungsverfahren zu wählen. Dies bedeutet, erst eine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen zu müssen, wenn der Kunde schon gezahlt hat, die Vorsteuer entfällt also.

Sobald das Geschäft aber läuft, oder gerade zu „brummt“, verliert man die Vorteile eines Kleinunternehmers, insbesondere die steuerlichen Vorteile. Auch ist es einem dann nicht mehr unbedingt erlaubt nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen, sondern muss dann schon auf andere Buchführungen zurückgreifen.

Wer ist Freiberufler und wer Gewerbetreibender

Wer noch als Freiberufler gilt und wer bereits als Gewerbetreibender eingestuft wird, ist im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Allerdings sind diese Abgrenzungen nicht so eindeutig geregelt, dass man ohne Zweifel sagen kann, wer Freiberufler ist und wer Gewerbetreibender. Letztlich entscheidet also das Finanzamt, wer noch als Freiberufler eingestuft wird. Ein klärendes Gespräch mit dem örtlich zuständigen Finanzamt ist also unerlässlich

Auch wenn laut §18 Absatz 1 EStG die freiberufliche Tätigkeit geregelt ist, sind doch einige Berufsbilder immer Auslegungssache des Finanzamtes. Also noch mal die Empfehlung, man sollte seinen konkreten Fall mit dem Finanzamt, der IHK oder dem Steuerberater besprechen.

Laut dem §18 Absatz 1 EStG gilt Folgendes als freiberufliche Tätigkeit:

–        freie künstlerische Tätigkeit

–        freie wissenschaftliche Tätigkeit

–        freie schriftstellerische Tätigkeit

–        freie unterrichtende Tätigkeit

–        freie erzieherische Tätigkeit

Insbesondere die freie künstlerische Tätigkeit ist Auslegungssache des Finanzamtes, denn dieses Betätigungsfeld ist sehr breit gefächert.

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