Buchhaltung Grundlagen

Einfache und zusammengesetzte Buchungssätze

8. Juni 2012

BuchungssatzJedes Geschäft muss über eine funktionierende Buchführung verfügen, inklusive der Kenntlichmachung der Buchungssätze, damit Arbeitsabläufe einerseits, aber auch die Steuererklärung an das zuständige Finanzamt andererseits reibungslos über die Bühne gehen können. Die Buchführung sowie die einfachen und zusammengesetzten Buchungssätze gehören gewissermaßen zum Fundament des Unternehmens. Dadurch wird unter anderem vor allem ein Material- wie auch Kostenüberblick gewährleistet. Ist diese Übersicht einmal erstellt, lassen sich sowohl Prognosen bezüglich der eigenen Wirtschaftlichkeit vorhersagen als auch die Notwendigkeit der Materialbeschaffung optimal kalkulieren. Dem ersten Anschein zum Trotz sind die einfachen und zusammengesetzten Buchungssätze als Arbeitserleichterung zu verstehen. Innerhalb weniger Worte, werden die für die Buchführung wesentlichen Aspekte „Was kommt rein?“ und „Was geht raus?“ und „Wofür?“ zusammengebracht.

Was genau ist ein Buchungssatz?

Die meisten Unternehmer verwenden die so genannte doppelte Buchführung, „Doppelt“ deshalb, weil sowohl (erwartete & de facto) Ein- wie auch (erwartete & de facto) Ausgänge vermerkt werden. Mit „erwartet“ ist gemeint, dass auch noch nicht bezahlte Rechnungen beispielsweise als potenzielle oder eben „erwartete“ Eingänge beziehungsweise Ausgänge sind. Innerhalb dieser doppelten Buchführung ist der Buchungssatz ein wesentlicher Bestandteil, handelt es sich dabei doch um eine  Buchungsanweisung. Mittels des Buchungssatzes wird punktgenau festgelegt, welche Summe auf welches Buchungskonto transferiert werden soll. Bevor die Transaktion durchgeführt wird, muss der Buchungssatz  in jedem Fall schriftlich auf dem entsprechenden Beleg festgehalten werden.

Der Buchvorgang selbst verlangt, dass die Buchungssätze zunächst in chronologischer Abfolge in das Grundbuch eingetragen werden müssen. Erst danach werden die Angaben, welche sich in dieser Auflistung finden, in das Hauptbuch mit weiterführenden Informationen übertragen wie beispielsweise das Datum oder aber die jeweilige Belegnummer.

Wie unterscheiden sich einfache und zusammengesetzte Buchungssätze?

Insgesamt werden bei einer Buchung stets mindestens zwei Konten berücksichtigt: Dasjenige, das als „Soll“ und dasjenige, welches als „Haben“ bezeichnet wird.  Bei dem so genannten einfachen Buchungssatz werden in der Tat nur zwei Konten einbezogen. Auf beiden Konten wird selbstverständlich derselbe Betrag verbucht, allerdings was dem Sollkonto entnommen wird, muss dem Habenkonto gutgeschrieben werden.

Zahlt beispielsweise einer der Kunden seine Rechnung in Höhe von 100 Euro, so wird verbucht: per Bank (100 Euro) an Forderung (100 Euro). In diesem konkreten Fall kann „per Bank“ mit „Summe auf das Habenkonto gebucht“ und „an Forderung“ mit „Summe vom Sollkonto abgezogen“ übersetzt werden.

Bei den zusammengesetzten Buchungssätzen besteht bei dem Buchungsvorgang die Notwendigkeit mehrere Konten miteinzubeziehen. Doch auch hier gilt die Devise: Was auf der „Soll-“Seite abgezogen wird, muss bei „Haben“ gutgeschrieben werden, es darf sich also nichts verringern oder vermehren innerhalb des Buchungssatzes. Wird eine Rechnung für einen Klienten fakturiert, dann ergibt sich beispielsweise folgendes Szenario: per Forderung (238 Euro) an Umsatzerlöse (200 Euro) und an Umsatzsteuer (38 Euro). Das bedeutet, dass sich auf dem Sollkonto der Betrag 238 Euro widerspiegelt und auf dem Habenkonto ebenso (200 Euro + 38 Euro).

Ist diese Art der Buchführung nicht zu kompliziert?

Es kann zweifelsfrei gesagt werden, dass die Verwendung der einfachen und zusammengesetzten Buchungssätze die Buchführung selbst ungemein vereinfacht. Der bereits eingangs erwähnte Überblick kann in der Tat helfen, Kosten und Einnahmen wie auch die Materialbeschaffung beispielsweise optimal zu kalkulieren. Wer sich einmal in das Notieren von Buchungssätzen eingearbeitet hat, wird feststellen, dass einem dadurch gerade auf lange Sicht, sehr viel Arbeit abgenommen wird. Dieses Verfahren ist im Prinzip eine eindeutige Vereinfachung, weil in sehr knappen Worten eine Kalkulation innerhalb der doppelten Buchführung vorgenommen werden kann, geradezu fast stenografisch.

Gerade diese Einfachheit und das Präzise daran sind auch der Grund dafür, wieso bei einer Betriebsüberprüfung sowohl das Grundbuch (Journal) als auch das Hauptbuch eingesehen werden. Dadurch können sich Finanzexperten innerhalb kürzester Zeit den durch die Buchungssätze entstandenen und viel gepriesenen Überblick verschaffen und eine Beurteilung des Betriebs vornehmen.

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