Buchhaltung Grundlagen

Doppelte Arbeit mit der Doppelten Buchhaltung?

26. Juli 2010

doppelte Buchhaltung

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Das Thema Buchhaltung ist für viele kleine aber auch größere Unternehmen mit meist negativen Assoziationen gekoppelt. Wer denkt hier nicht gleich an Berge von Belegen, die es zu sortieren gilt, an unbezahlte Rechnungen, Mahnungen, an hohe Steuerberatungskosten, Abgabetermine, Steuernachzahlungen und an stupide, trockene und darüber hinaus äußerst langweilige Arbeiten?

Die Buchführung hat dieses Klischee jedoch bei Weitem nicht verdient, denn ohne ihre Hilfe kann weder ein Einzelunternehmen, noch eine GmbH, geschweige denn eine AG geführt werden. Wer die Buchführung beherrscht, hält ein wichtiges Instrument unternehmerischen Handelns in den Händen.

Die kaufmännische Buchführung unterliegt dem §238 des HGB, der es zu Pflicht macht, alle Handelsgeschäfte sowie die Lage des Vermögens zu jeder Zeit sichtbar zu machen. Darüber hinaus erfordert sie ein ordnungsgemäßes Führen von Büchern, die es einem sachverständigen Dritten möglich machen, sich in angemessener Zeit einen Überblick über sämtliche Geschäftsvorfälle sowie über die finanzielle und wirtschaftliche Gesamtlage des Unternehmens zu verschaffen.

Die Doppelte Buchhaltung kommt zum Tragen, wenn das Unternehmen aufgrund verschiedener Richtlinien verpflichtet ist, eine Bilanz sowie eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) zu erstellen. Diese Einstufung ist in der Regel abhängig von der gewählten Unternehmensform sowie vom zu erzielten oder im laufenden Jahr noch zu erziehlenden Umsatz.

Gemäß §242 III HGB bedeutet dies konkret, dass jeder Geschäftsfall auf zwei verschiedenen Konten sichtbar gemacht werden muss. Anders als bei einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), bei der lediglich die jeweiligen Salden ermittelt werden, müssen hier alle Buchungen mit ihren zugeordneten Gegenbuchungen deutlich erkennbar gemacht werden.

Am Anfang jeden Geschäftsjahres ist bei der Doppelten Buchhaltung zunächst die Eröffnungsbilanz zu erstellen. Aus ihr wird ersichtlich, wie das Unternehmen im vergangenen Jahr abgeschlossen hat und welche einzelnen Salden in das kommende Jahr übernommen werden müssen. Die Salden der Eröffnungsbilanz sind dem zufolge die gleichen, wie die der Schlussbilanz des abgeschlossenen Geschäftsjahres. Im Anschluss daran erfolgt die Eröffnung aller Aktiv- und Passivkonten, dh. die Salden der Eröffnungsbilanz werden gleichermaßen auf die jeweiligen Konten übertragen und erhöhen oder verringern sich durch weitere Geschäftsfälle des laufenden Jahres. Aktive und passive Bestandskonten haben in der gleichen Menge eröffnet zu werden, wie es Posten in der Abschlussbilanz gegeben hat.

Am (Geschäfts-)Jahresende, auch Periodenende genannt, erfolgt dann die Übertragung aller Aufwendungen und Erträge auf das Gewinn- und Verlustkonto. Hier wird ersichtlich, wie der wirtschaftliche und finanzielle Stand des Unternehmens ist. Ist ein hier ausgewiesener Ertrag höher als die geleisteten Aufwendungen, hat das Unternehmen einen Gewinn erzielt. Ist es jedoch genau anders herum, ist ein Verlust zu verbuchen. Der hier ermittelte Saldo schmälert oder erhöht das Eigenkapitalkonto und muss auf dieses gebucht werden.

Auch die Bestandskonten müssen nun einer Saldierung unterzogen werden. Da diese Konten jedoch im Soll wie auch im Haben mit der gleichen Summe schließen müssen, hat der jeweilige Endbestand ermittelt und der niedrigeren Seite zugeordnet zu werden. Die ermittelten Salden und Endbestände dieser Konten werden nun auf das sogenannte Schlussbilanzkonto gebucht, womit dem Prinzip der doppelten Buchführung somit auch hier entsprochen worden ist.

Am Ende des Geschäftsjahres befinden sich auf dem Konto der Schlussbilanz, sofern alles richtig verbucht wurde, nun alle Salden der einzelnen Buchhaltungs-Konten.

Das Schlussbilanzkonto gibt kumulierte Auskunft über alle berücksichtigten Konten des Jahres, über den Gewinn oder Verlust, über die Höhe des Eigenkapitals sowie über die Summe der Bestände. Wurden die Richtlinien der doppelten Buchhaltung korrekt angewendet, sind die Salden des Schlussbilanzkontos auf der Soll- wie auch der Habenseite gleich und dem buchhalterischen Jahresabschluss steht nichts mehr im Wege.

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