Buchhaltung Grundlagen

Die Umsatzsteuervoranmeldung

12. August 2014

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Unternehmer, die gemäß Umsatzsteuergesetz Mehrwertsteuer in Rechnung stellen, wissen, dass die Umsatzsteuervoranmeldung fristgerecht beim zuständigen Finanzamt vorliegen muss. Fristgerecht bedeutet für die Umsatzsteuer-Voranmeldung in den meisten Fällen der 10. Tag des Folgemonats eines abgelaufenen Quartals. Üblicherweise muss das Formular vier Mal im Jahr ausgefüllt werden, es gibt allerdings auch Ausnahmen.

  • Betrug die Zahllast drei Jahre hintereinander weniger als 1.000 Euro, kann das Finanzamt eine jährliche Abgabe einräumen.
  • Beträgt die Umsatzsteuer mehr als 7.500 Euro im Jahr, muss die Meldung monatlich erfolgen.

Obwohl es sich bei der Umsatzsteuer um eine jährliche Abgabe handelt, hat das Finanzamt die Möglichkeit der unterjährigen Zahlungsverpflichtung. Der Grund liegt darin, dass eine Verteilung über das Jahr verhindern soll, dass der Steuerpflichtige am Jahresende keine finanziellen Mittel hat, die Steuerschuld zu begleichen. Immerhin ist die Umsatzsteuer, für den Endverbraucher die Mehrwertsteuer, eine der wichtigsten Steuern im Etat der öffentlichen Hand.

Die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung durch den Unternehmer hat inzwischen grundsätzlich über die elektronische Steuererklärung ELSTER zu erfolgen. Die papierhafte Abgabe ist nur in Ausnahmefällen möglich und muss jedes Jahr neu beantragt werden. Bei der Umsatzsteuervoranmeldung handelt es sich um eine Saldierung der eingenommenen Mehrwertsteuer mit der auf betriebsrelevante Ausgaben gezahlten Mehrwertsteuer. Hat ein Unternehmer mehr Umsatzsteuer gezahlt, als er eingenommen hat, entsteht ein Guthaben, das erstattet wird. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung muss der Unternehmer ebenfalls eine Jahresumsatzsteuererklärung abgeben. Diese stellt unter dem Strich nichts anderes dar, als die Zusammenfassung der bereits durch Elster eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen im abgelaufenen Jahr. Obwohl die Voranmeldung der Umsatzsteuer elektronisch erfolgen muss, ist es bis zum Jahr 2014 nicht möglich, die Umsatzsteuerjahreserklärung ebenfalls durch ELSTER zu übermitteln. Hier muss auf das Papierformular zurückgegriffen und dem Finanzamt der Antrag im Original vorgelegt werden. Verzögert sich die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung, ist das Finanzamt recht schnell mit einem Bußgeld in der Höhe zwischen fünf und 15 Euro zur Stelle.

Unternehmer sollten sich immer vor Augen halten, dass die Umsatzsteuer einen durchlaufenden Posten darstellt. Bei der Ermittlung des Geschäftsergebnisses sollte nicht auf die Kontoauszüge geschaut werden, sondern nur auf die Nettopositionen. Gerade Firmengründer sind gut beraten, bei jedem Rechnungseingang die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer gleich auf ein separates Konto zu überweisen, um sicherzustellen, dass bei Fälligkeit der Umsatzsteuer genügend Liquidität vorhanden ist.

Die Erstellung der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Unternehmer, die sich noch in der Gründungsphase befinden, benötigen keine teure Software. Freewareprogramme erfüllen inzwischen alle Voraussetzungen, um eine vom Finanzamt anerkannte Buchführung zu betreiben und erstellen auch einen Ausdruck zur Umsatzsteuervoranmeldung. In diesem Ausdruck ist genau aufgelistet, welcher Betrag in welcher Position im Antrag eingegeben werden muss. Selbst Freeware bietet also alle notwendigen Informationen zur Umsatzsteuer-Voranmeldung. Kostenpflichtige Programme haben eine Schnittstelle, mit der Unternehmer die Daten direkt in ELSTER übermitteln können. Im Portal ELSTER finden sich alle Formulare, die online über einen Link aufgerufen, ausgefüllt und übermittelt werden können. Die Zusendung der Zugangsdaten erfolgt getrennt per E-Mail und postalisch. Der Postweg kann bis zu drei Wochen dauern. Hier ist Vorsicht bei der Überziehung der Abgabefrist für die Umsatzsteuer-Voranmeldung geboten.

Die Dauerfristverlängerung und Sondervorauszahlung bei der Umsatzsteuer

Umsatzsteuerpflichtige können bei ihrem Finanzamt eine sogenannte Dauerfristverlängerung beantragen. Damit verschiebt sich der Abgabezeitraum automatisch um einen Monat. Bei monatlicher Abgabe ist demzufolge der 10. des übernächsten Monats der Stichtag. Eine Begründung für die Dauerfristverlängerung ist nicht notwendig. Das Finanzamt wird diese auch ohne Nachfrage bewilligen. Die Vorauszahlung der Umsatzsteuer bei Firmenneugründungen basiert auf den geschätzten Einnahmen des laufenden Kalenderjahres. Die finale Festsetzung der geschuldeten oder erstattungsfähigen Umsatzsteuer, die sich nach der Leistung der Sondervorauszahlung ergibt, erfolgt im Rahmen der Jahresumsatzsteuererklärung.

Befreiung von der Umsatzsteuervorauszahlung

Die Befreiung von der Umsatzsteuervorauszahlung geht mit einer generellen Befreiung von der Umsatzsteuer einher. Diese basiert auf der Kleinunternehmerregelung. Als Kleinunternehmer gilt, wer im vorherigen Geschäftsjahr (bei Neugründung im laufenden Geschäftsjahr) nicht mehr als 17.500 Euro inklusive angenommener Mehrwertsteuer verdiente und im laufenden, respektive kommenden Geschäftsjahr nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erzielen wird. Der Status des Kleinunternehmers bewirkt, dass einerseits keine Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden muss, andererseits aber auch keine Umsatzsteuer geltend gemacht werden kann. Dieser Sachverhalt muss auf der Rechnung des Kleinunternehmers ausgewiesen sein.

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