Buchhaltung Grundlagen

Die Kostenrechnung – wichtiges unternehmerisches Entscheidungsinstrument

26. Oktober 2012

Im Gegensatz zur Buchhaltung erfolgt das Erstellen einer Kostenrechnung immer auf freiwilliger Basis. Dabei müssen keine gesetzlichen Regelungen beachtet werden. Eine gut aufgebaute Kostenrechnung kann in einem Unternehmen als Grundlage für eine Vielzahl von Entscheidungen genutzt werden. So ergeben sich aus der Kostenrechnung insbesondere Aspekte bezüglich der Kalkulation von Endpreisen. Zudem kann anhand einer gut funktionierenden Kostenrechnung ermittelt werden, ob sich die Produktion eines Artikels oder einer Dienstleistung für das Unternehmen überhaupt rechnet.

Welche Fragen beantwortet die Kostenrechnung?

Wer ein Produkt oder eine Dienstleistung herstellt, der ist natürlich stets bemüht, dass nicht nur alle Kosten gedeckt werden, sondern am Ende auch noch ein Gewinn übrig bleibt. Die Kostenrechnung beantwortet in erster Linie zwei zentrale Fragen. Zum einen lässt sich eine Preisuntergrenze ermitteln, welche die Deckung aller bei der Herstellung entstandenen Kosten einschließt. Auf Basis dieser Daten kann dann ein Endpreis festgelegt werden, der sowohl einen Gewinn verspricht, wie auch eine Behauptung gegenüber den sich auf dem Markt befindlichen Konkurrenzprodukten ermöglicht. Des Weiteren geht aus der Kostenrechnung hervor, welche Kosten in welchem Bereich entstehen. Dies gibt dem Unternehmen die Möglichkeit gezielt Kosten einzusparen, um so den Gewinn entsprechend zu erhöhen.

Die Aufgaben der Kostenrechnung

Anhand der Buchführung lässt sich der objektive Gewinn oder Verlust eines Unternehmens ermitteln. Allerdings muss dieser nicht automatisch auch mit dem tatsächlichen Betriebsergebnis übereinstimmen. Die Aufgabe der Kostenrechnung ist es nun den Werteverzehr bei der Erstellung von Leistungen sowohl mengen- wie auch wertmäßig zu erfassen, zu gliedern und zu analysieren. Dabei ermittelt die Kostenrechnung sowohl den Werteverzehr, also die Kosten wie auch den Wertezuwachs in Form der Leistungen bzw. des Ertrages.

Hierzu dienen in erster Linie die Ermittlung des Betriebsergebnisses sowie die Aufstellung einer kurfristigen und periodischen Erfolgsrechnung. Diese erfolgt in den meisten Fällen monatlich. Dazu werden für die Kostenrechnung die Herstell- und Selbstkosten je nach Leistungseinheit. Diese Kosten dienen in erster Linie zur Kalkulation des Endpreises sowie auch als Wertansatz für die Bilanz.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Kostenrechnung ist sicher die Bereitstellung von Daten für die Preispolitik. Dabei ist die Kalkulation nur ein Teilbereich. Mithilfe der Kostenrechnung lässt sich zudem auch ermitteln ob die Selbstkosten über oder unter den am Markt erzielbaren Preisen liegen. Sollen neue Produkte am Markt eingeführt werden, so ist die Kostenrechnung die Basis für die Preisbildung. Dabei spielen nicht nur die Kosten der Herstellung, sondern vor allem auch die der Produktentwicklung eine Rolle. Eine wichtige Aufgabe dabei ist die Ermittlung von Preisuntergrenzen für den Fall von nicht ausgelasteten Kapazitäten. Anhand dieser Zahlen können beispielsweise Entscheidungen getroffen werden, ob noch ein Zusatzauftrag angenommen werden kann oder nicht.

Arten der Kostenrechnung

In einem Unternehmen lassen sich drei unterschiedliche Arten von Kostenrechnungen unterscheiden. Dies ist im Einzelnen die Kostenartenrechnung, die Kostenstellenrechnung und die Kostenträgerrechnung.

Bei der Kostenartenrechnung werden alle Kosten die in einem bestimmten Zeitraum wie einem Monat, Quartal oder Jahr anfallen genau sortiert. Dabei werden die Kosten auf verschiedene Bereiche wie Personalkosten, Raumkosten oder Kosten für Büromaterial aufgeteilt. Im Anschluss werden die bei der Kostenartenrechnung ermittelten Kosten vom Umsatz abgezogen, um so den tatsächlichen Gewinn zu ermitteln.

Die Kostenstellenrechnung ordnet die entstandenen Kosten nach dem Verursacherprinzip zu. Dies ist besonders bei größeren Unternehmen wichtig, die beispielsweise mehrere Filialen betreiben, die wiederum verschiedene Bereiche wie Vertrieb oder Service besitzen. Durch die Kostenstellenrechnung lässt sich genau feststellen, in welcher Filiale kostendeckend gearbeitet wird und wo die meisten Gewinne erzielt werden.

Eine Kostenträgerrechnung ist vor allem für Unternehmen mit einer großen Produktpalette zu empfehlen. Mit einer Kostenträgerrechnung lässt sich relativ einfach die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Produktes ermitteln. So lassen sich um einen die Produktpreise kalkulieren und zum anderen können Entscheidungen getroffen werden, ob ein bestimmtes Produkt vom Markt genommen werden muss.

Aufbau einer Kostenrechnung

Unternehmen, die erstmals eine Kostenrechnung aufbauen möchten, sollten dabei einen gewissen logischen Aufbau einhalten. Zu Beginn steht zumeist die Abgrenzungsrechnung, um die Werteflüsse von den Zahlungsflüssen zu trennen. Anschließend geht es daran, nach Funktionen und Verantwortungsbereichen die entsprechenden Kostenstellen zu erstellen und zu gliedern. Auf Basis der Kostenstellenrechnung können nun die Kalkulationssätze ermittelt werden. Anschließend geht es daran, die Kostenträger für die Produkte zu erstellen.

 

 

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