Buchhaltung Grundlagen

Die Grundlagen einer ordnungsgemäßen Buchführung verstehen

16. November 2012

Grundlagen der Buchhaltung verstehenDie Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung ergeben sich aus verschiedenen Regeln der Bereiche Buchführung und Bilanzierung. Hierzu gehören neben gesetzlichen Bestimmungen auch solche, die sich aus Wissenschaft und Praxis über einen langen Zeitraum entwickelt haben. Nicht alles, was zu einer ordnungsgemäßen Buchführung gehört gibt, es auch in schriftlicher Form.

Grundsatz der Vollständigkeit

Der Grundsatz der Vollständigkeit gehört zu einer der wichtigsten Regeln der ordnungsgemäßen Buchführung. Die dazugehörigen Bestimmungen befinden sich in den §§ 239 Abs. 2, 246 Abs. 1 HGB. Demnach gehört zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst werden müssen. Dazu haben die zur Buchführung verpflichteten Unternehmen sämtliche Vermögensgegenstände ab einem Euro zu aktivieren und alle Schulden zu passivieren. Des Weiteren gehört zu einer ordnungsgemäßen Buchführung eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung vorgeschrieben, aus der alle Aufwendungen und Erträge hervorgehen. Ausnahmen gelten nur dann, wenn das Gesetz etwas anderes bestimmt oder anderweitige Bilanzierungswahlrechte oder -verbote bestehen.

Grundsatz der Einzelbewertung

Dieser Grundsatz besagt, dass im Rahmen einer ordnungsgemäßen Buchführung alle Vermögensgegenstände und Schulden getrennt voneinander bewertet und angesetzt werden müssen. Somit ist es nicht erlaubt, Vermögensgegenstände mit bestehenden Schulden zu verrechnen. Dazu sind auch Kompensationen von Wertsteigerungen bei einem Gegenstand mit Wertminderungen nicht gestattet. Auch hier kann es zu Ausnahmen kommen, wenn Gesetze im Einzelfall etwas anderes vorsehen oder wenn andere „begründete Ausnahmefälle“ vorliegen.

Das allgemeine Vorsichtsprinzip

Dass allgemeine Vorsichtsprinzip soll zu einem erhöhten Schutz der Gläubiger beitragen. Es gehört ebenfalls zu den wichtigsten Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung im deutschen Handels- und Bilanzrecht und ist im  § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB geregelt. Im Kern sagt das Vorsichtsprinzip aus, dass Änderungen die sich positiv auf das Vermögen auswirken erst dann ausgewiesen werden dürfen, wenn diese auch tatsächlich realisiert werden. Dagegen kommt es bei negativen Veränderungen bereits dann zu einer Ausweisung, wenn diese vorherzusehen und zu erwarten sind.

Eine Ausprägung des Vorsichtsprinzips stellt das Realisationsprinzip dar. Dieses besagt, zu welchem Zeitpunkt Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen werden müssen. So dürfen nur solche Wertsteigerungen ausgewiesen werden, die am Bilanzstichtag auch tatsächlich realisiert wurden. Bei Leistungsverhältnissen muss der Leistende bereits einen großsteil seiner Leistung erbracht haben, damit diese in die Bilanz aufgenommen werden darf. Gewinne dürfen erst dann ausgewiesen werden, wenn diese als gesichert zu betrachten sind.

Das Stichtagsprinzip

Zu den Regeln der ordnungsgemäßen Buchführung gehört auch das Stichtagsprinzip. Dabei geht es um die Ansetzung der vorhandenen Vermögensgegenstände und Schulden. Diese müssen im Rahmen einer ordnungsgemäßen Buchführung immer zu den am Bilanzstichtag herrschenden Verhältnissen angesetzt werden. Ereignisse, die erst danach eintreten werden, in der Bilanz nicht berücksichtigt. Eine Ausnahme bilden die sogenannten wertaufhellenden Umstände, die erst nachträglich bekannt geworden sind. Hierzu zählen unter anderem der Abschluss eines Vergleichs, eine Vertragsänderung oder ein rechtskräftig gewordenes Urteil.

Grundsatz der Richtigkeit

Der Grundsatz der Richtigkeit besagt unter anderem, dass die Buchführung und die Aufstellung der Bilanz nach den geltenden steuer- und handelsrechtlichen Vorschriften erfolgen müssen. Dazu müssen die Ansätze der Werte objektiv und nachvollziehbar sein und sich aus den korrekt geführten Büchern und Belegen ergeben. Dazu müssen die Vermögensgegenstände und Schulden bei einer ordnungsgemäßen Buchführung sowohl was die Höhe wie auch den Grund betrifft den Tatsachen entsprechen. Hieraus ergibt sich eine der weiteren Regeln einer ordnungsgemäßen Buchführung: keine Buchung ohne Beleg.

Grundsatz der Klarheit

Der Grundsatz der Klarheit ergibt sich aus dem § 238 Abs. 1 Satz 2 HGB. Dieser besagt, dass zu einer ordnungsgemäßen Buchführung eine übersichtliche, klare und auch für Dritte verständliche Aufzeichnung der Buchführung erfolgen muss. Dazu gelten diese Grundsätze auch für das Aufstellen der Bilanz.

Grundsatz der Kontinuität

Damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten direkt miteinander verglichen werden können, ist es wichtig, immer die gleichen Ansatz- und Bewertungsmethoden zu verwenden. Hierzu gehört auch der Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Dieser besagt, dass bei der Bewertung davon ausgegangen wird, dass ein Unternehmen über den Bilanzstichtag hinaus besteht. Deshalb werden Vermögensgegenstände im Rahmen einer ordnungsgemäßen Buchführung nicht mit dem Liquiditätswert, sondern mit dem Anschaffungswert abzüglich Abschreibungen angesetzt.

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