Buchhaltung Grundlagen

Die Buchführungsmethoden gestern und heute

6. November 2012

BuchführungsmethodenHistoriker gehen davon aus, dass die Grundlagen der Buchführung vor über 5000 Jahren von den Sumerern entwickelt wurden. Erste Ansätze der systematischen Buchführung, von der unsere heutigen Buchführungssysteme direkt abgeleitet sind, wurden im 13. Jahrhundert in Italien entwickelt. Damals wurden Geschäfte entweder chronologisch geordnet, oder nach bestimmten sachlichen Kriterien ausdifferenziert. Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass beide Modelle nicht geeignet sind, um die gewünschten Informationen abzubilden. Als Folge wurden beide Buchführungsprinzipien miteinander kombiniert und parallel geführt. Auch heute ist diese Vorgehensweise noch immer verbindlich.

Die Lochkartentechnik, im Jahr 1880 von Hollerith begründet, war ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur organisatorischen Gestaltung der umfangreichen Buchführungsaufgaben. Wesentlich verbessert wurde die Methode durch die elektronische Datenverarbeitung, deren Ursprung bis auf den Zweiten Weltkrieg zurückgeht. Grundsätzlich werden bei der Buchführung alle Transaktionen eines Unternehmens erfasst, welche Geschäftsvorfälle genannt werden.

Die kameralistische Buchführungsmethode

Bei der kameralistischen Buchführung handelt es sich um ein Abrechnungssystem der öffentlichen Verwaltung, welches am staatlichen Etat orientiert ist. Charakteristisch für diese Methode ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Die tatsächlich angefallenen Ausgaben werden mit den tatsächlich angefallenen Einnahmen verglichen. Die Bedeutung der kameralistischen Buchführung ist rückläufig, verdrängt wird diese von der doppelten Buchführung.

Kaufmännische Buchführungsmethode – die einfache Buchführung

Kennzeichnend für die einfache Buchführungsmethode ist, dass ein Geschäftsfall in der Regel nur auf einem Konto verbucht wird. Bei der einfachen Buchführung werden nur Zahlungsvorgänge erfasst, Leistungsvorgänge werden nicht aufgenommen. Die Ordnung der Geschäftsvorfälle erfolgt nach chronologischer Reihenfolge, sachlich Gesichtspunkte werden nicht berücksichtigt. Um das Vermögen festzustellen, bedarf es bei dieser Methode der Inventur.

Heute wird diese aufgrund der geringen Aussagekraft fast überhaupt nicht mehr angewendet. Nach dem Handelsrecht sind Kaufleute heute dazu verpflichtet, die doppelte Buchführung anzuwenden.

Kaufmännische Buchführungsmethode – die doppelte Buchführung

Die Doppelbuchung ist das charakteristische Merkmal der doppelten Buchführungsmethode. Das bedeutet, dass jede Buchung mindestens zwei Konten berührt (verbuchen eins Zugangs auf dem einen Konto und eines Abgangs auf dem anderen). Ein Geschäftsvorfall wird zusätzlich doppelt, d. h., sowohl in der chronologischen Reihenfolge (im sogenannten Grundbuch) als auch nach sachlichen Kriterien geordnet (im Hauptbuch). Aus den Ergebnissen einer Bestandsaufnahme und den Kontenaufzeichnungen lassen sich so am Ende eines Abrechnungszeitraums die Schulden und das Vermögen eines Unternehmens ermitteln. Die Eröffnungsbilanz, bei der die Anfangsbestände in den Konten eingebucht werden, ist der Ausgangspunkt der doppelten Buchführung. Weiter ist mithilfe der doppelten Buchführungsmethode eine doppelte Erfolgsermittlung möglich. Dies kann zum einen durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, zum anderen durch die Gegenüberstellung des Betriebsvermögens in der Abschlussbilanz mit dem Vermögen der Vorperiode und der Ermittlung des Gewinns bewerkstelligt werden. Bei der doppelten Buchführung werden also bei jedem einzelnen Geschäftsvorfall immer zwei Konten angesprochen und zusätzlich wird aus organisatorischen Gründen jede einzelne Buchung in zwei Büchern, dem Hauptbuch und Grundbuch, eingetragen. So kommt es, dass jeder Geschäftsvorfall doppelt auftaucht. Gleiches gilt auch z. B. für den Erfolg eines abgewickelten Geschäfts. Einmal wird der Erfolg als Veränderung des Eigenkapitals in der Bilanz ausgewiesen, zusätzlich taucht dieser in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wieder auf. Hauptbuch und Grundbuch werden in der Regel in einem Formular vereint (genannt Amerikanisches Journal), oder durch entsprechende Softwareprogramme durch Stammdaten und Bewegungsdaten bewältigt.

Die doppelte Buchführungsmethode ermöglicht es die Quellen des Erfolgs eines Unternehmens eindeutig zu bestimmen (Die Darstellung erfolgt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung). Weiter ist es möglich, mithilfe dieser Informationen zur optimalen Steuerung der Unternehmenspolitik zu gewinnen. Umstrukturierungen und Investitionen erfolgen in der Regel nicht aus einem Bauchgefühl heraus, sondern nach genauer Analyse der Buchführung. Wo wird viel Geld verdient, wo wird wenig verdient, wo werden Verluste gemacht? Antworten auf all diese Fragen kann die doppelte Buchführung liefern. Sie dient dazu, Preise zu kalkulieren und Untergrenzen für Preise zu bestimmen.

Zahlreiche Produkte werden heute aus einer Vielzahl Einzelteilen hergestellt, die wiederum von diversen Lieferanten geliefert werden. Ohne die doppelte Buchführung hätte der Unternehmer keine Möglichkeit den genauen Zahlungsfluss zu verfolgen und Details über die einzelnen Produkte einzusehen. Die doppelte Buchführungsmethode ist dabei nicht nur ein sehr hilfreiches Instrument, sondern Unternehmen sind nach dem Handels- und Steuerrecht auch dazu verpflichtet.

Während bisher Belege gesammelt wurden und dann am Monatsende verarbeitet wurden, entwickelt sich die moderne Buchführung zunehmend zu dem Status, täglich über topaktuelle Daten zu verfügen. Mithilfe moderner Technik und dem Internet können Unternehmen, die die Buchführung von einem Steuerberater durchführen lassen, ihre Daten direkt täglich per Internet übermitteln.

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