Buchhaltung Grundlagen

Die Anlagenbuchhaltung

8. Juni 2010

Die Grundlagen der Anlagenbuchhaltung

Die Anlagenbuchhaltung ist Bestandteil der Finanzbuchhaltung eines Unternehmens. Alle Gegenstände, die nachweislich auf Dauer dem Geschäftsbetrieb dienen, sind in der Anlagenbuchhaltung einzeln zu erfassen. Dazu gehören unter anderem auch alle Maschinen (einschließlich der Büromaschinen wie Computer, Kopierer, Faxgerät, Telefonanlage etc.) und auch alle Fahrzeuge. Die Anlagenbuchhaltung gibt also zu jeder Zeit einen korrekten Überblick über das Anlagevermögen des Unternehmens und ist über den Zustand und den Wert der einzelnen Anlagegegenstände informiert. Sie ist somit auch in der Lage, Neuanschaffungen zu empfehlen, wenn Maschinen oder Fahrzeuge nicht mehr wirtschaftlich sind oder eine Reparatur bei Beschädigungen keinen vernünftigen Kosten-/Nutzenfaktor mehr erzeugt.

Für das Sachvermögen eines Unternehmens werden in der Finanzbuchhaltung Sammelkonten angelegt. Fahrzeuge werden in der Regel mit allen Kosten für Anschaffung, Wartung, Verbrauch und Abschreibung unter dem Sammelbegriff „Fuhrpark“ geführt. Jeder einzelne Anlagegegenstand muss jedoch gesondert erfasst werden. Auf der sogenannten Anlagekarte werden alle relevanten Informationen erfasst. Dazu gehören das Anschaffungsdatum, der Neuwert, der Wertverlust (die Abschreibung) sowie eventuelle Wartungskosten. Die Anlagekarten werden…

sowohl zur Inventur als auch zur Bilanzerstellung des Unternehmens herangezogen. Somit ist klar umrissen, dass die Hauptaufgaben der Anlagenbuchhaltung zum einen in der Bestandserfassung der Anlagegegenstände liegen, zum anderen in der Erfassung der Verbrauchserfassung. Die Anlagenbuchhaltung ist ein wichtiger Bestandteil der Kosten- und Leistungsrechnung eines Unternehmens. Sie erfasst und dokumentiert nicht nur die langlebigen Vermögenswerte, sondern ist eine aufschlussreiche Unterstützung bei der Entscheidung über Neuanschaffungen. Für die Kosten- und Leistungsrechnung gibt es kaum gesetzliche Grundlagen, die zu einer einheitlichen Regelung herangezogen werden können. Sie ist aber ein Bestandteil des Rechnungswesens, das die Planung von Budget und Investitionen erleichtert.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist immer eher kurzfristig ausgelegt und dient auch zum Abgleich der Unternehmensziele. Sie beschäftigt sich überwiegend mit der laufenden, aber auch mit der nachträglichen Kalkulation von Kosten, die im Unternehmen anfallen. Durch einen regelmäßigen Soll-/Istvergleich ist sie Kontrollorgan der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Außerdem werden mithilfe der Kosten- und Leistungsrechnung die Warenvorräte für den Jahresabschluss passend bewertet.

Da sich sowohl die Kosten- und Leistungsrechnung als auch die Anlagenbuchhaltung nachhaltig auf die Unternehmensinvestitionen auswirken, muss natürlich auch die Investitionsrechnung in diesen Themenkreis einbezogen werden. Mit der Investitionsrechnung ermittelt das Unternehmen, inwieweit Investitionen sich positiv auf das Geschäftsergebnis auswirken können. Für die Anlagenbuchhaltung ist hier eher die statische Investitionsrechnung von Interesse. Darunter versteht man die Umwandlung von Geld in Sachmittel (Produktionszubehör) oder Anlagevermögen (Maschinen etc.). Die dynamische Investitionsrechnung beschäftigt sich eher mit dem Geldfluss. Sie ist zwar wichtig für das Unternehmensergebnis, hat aber keine direkten Auswirkungen auf die Anlagenbuchhaltung.

Die wichtigsten Aufgaben der Anlagenbuchhaltung eines Unternehmens lassen sich in wenigen Worten konkretisieren. Zunächst einmal ist sie zuständig für die Erfassung des gesamten Sachanlagevermögens. Jede Bewegung muss auf den Anlagekarten gesondert dokumentiert werden. Dabei ermittelt die Anlagenbuchhaltung die Abschreibungen, die durch den Wertverlust jährlich entstehen. Bei den Abschreibungen unterscheidet die Finanzbuchhaltung zwischen der kalkulatorischen, der steuerlichen und der bilanziellen Abschreibung. Zum Ende des Geschäftsjahres gibt die Anlagenbuchhaltung Aufschluss über das aktuelle Anlagevermögen des Unternehmens und alle Bewegungen, die für die Bilanz relevant sind. Auch für die Ermittlung der Versicherungssumme für die Geschäftsversicherung liefert die Anlagenbuchhaltung die Grundlage, indem sie exakt den Wert, also auch die notwendige Höhe der Versicherungssumme, bestimmen kann. Da Vermögen steuerpflichtig ist, wird mithilfe der Anlagenbuchhaltung auch die Höhe der Besitzsteuer ermittelt. Daraus wird ersichtlich, dass die Anlagenbuchhaltung ein wichtiges Instrument sowohl für die jährliche Inventur als auch für den Geschäftsjahresabschluss ist.

Für das Management eines Unternehmens ist die Anlagenbuchhaltung unverzichtbar. Sie ist entscheidend für die Kostenrechnung eines Unternehmens. Bei anfallenden Reparaturen ermittelt sie anhand der bisherigen Bewegungen auf der Anlagekarte, ob eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll ist, oder ob sich eine Neuanschaffung eher rechnen würde. Sie ist somit auch ausschlaggebend für die Budgetplanung und entscheidet mit über Investitionen. Arbeitet das Unternehmen mit mehreren Kostenstellen, ermittelt die Anlagenbuchhaltung hier auch den entsprechenden Verteilungsschlüssel.

Ein Instrument der Anlagenbuchhaltung ist die sogenannte Anlagenrechnung. Sie stellt der Unternehmensführung alle notwendigen Informationen zur Verfügung, die sie im Hinblick auf neue oder bereits bestehende Anlagen aus dem Betriebsvermögen benötigt. Diese Informationen sind von ausschlaggebender Bedeutung für die Investitionsplanung. Die Anlagenrechnung ermittelt zum Beispiel den Termin, zu dem eine Neuanschaffung sinnvoll wäre, sie gibt einen Überblick über mehrere Alternativen bei der Auswahl einer Neuanschaffung und hilft dazu, die Instandhaltung bestehender Anlage strategisch richtig zu planen. Hierbei wird zwischen zwei unterschiedlichen Rechnungsarten unterschieden. Der Buchhalter spricht hier von der Wert- beziehungsweise Mengen- und der Zeitrechnung. Mit der Wertrechnung werden alle Kosten erfasst, die während der Betriebsperiode einer einzelnen Anlage aus dem Sachanlagevermögen des Unternehmens anfallen können. Dies beginnt bereits bei den Planungskosten. Bereitstellungskosten, die Kosten der laufenden Nutzung und auch Investitionen in die Verbesserung der Anlage gehören zur Wertkostenrechnung. Auch die Herausnahme aus dem Anlagevermögen, die sogenannte Ausmusterung, wird hier wertmäßig erfasst. Bei der Mengen- und Zeitrechnung beschränkt sich die Ermittlung der Kosten auf den konkreten Zeitraum der Nutzung der einzelnen Sachanlagen. Hierbei wird auch die Häufigkeit der Nutzung erfasst.

Sieht man sich nun alle diese Aufgaben der Anlagenbuchhaltung und der Anlagenrechnung zusammengefasst an, wird klar, warum gerade im Bereich der Kosten- und Leistungsrechnung eine korrekte Anlagenbuchhaltung unverzichtbar ist. Die Unternehmensführung kann nur über Investitionen und Budgetplanung bzw. Budgeterweiterungen entscheiden, wenn ihr alle Informationen über das bestehende Sachanlagevermögen vorliegen. Auch für die Inventur des Unternehmens ist die Anlagenbuchhaltung eine Grundlage. Und sie erleichtert natürlich den Geschäftsjahresabschluss, weil sie allen Anforderungen, die im Hinblick auf das Sachanlagevermögen eines Unternehmens durch die Bilanz gestellt werden, in vollem Umfang gerecht wird.

Aber nicht nur für große Unternehmen mit Maschinen- und Fuhrpark ist die Anlagenbuchhaltung ein wichtiges Instrument. Da auch alle Bürogeräte und sonstigen Anlagegegenstände erfasst werden, bietet sie auch dem Mittelstand und dem Kleinunternehmer eine wichtige Hilfe an und unterstützt die Erstellung der einfachen Einnahmeüberschussabrechnung, die als Grundlage für die Steuererklärung an das Finanzamt herangezogen werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*