Buchhaltung Grundlagen

Cash Flow I und Cash Flow II – und was es mit diesen Begriffen auf sich hat

15. Februar 2013

Cash FlowMit dem Cash Flow I und Cash Flow II lässt sich die Ertrags- und Finanzkraft eines Unternehmens beurteilen. Mithilfe des Cash Flows lassen sich genauere Rückschlüsse betreffs der Ertragslage, der Liquidität sowie der vorhandenen Finanzierungsspielräume ziehen.

Verschiedene Berechnungsarten

Der Cash Flow lässt sich auf zwei unterschiedliche Arten berechnen, die jedoch beide zum gleichen Ergebnis führen. Die direkte Berechnung erfolgt auf Basis des erwirtschafteten Umsatzes. Der Cash Flow ergibt sich dabei aus den liquiditätswirksamen Erträgen abzüglich der liquiditätswirksamen Aufwendungen. Dagegen geht die indirekte Berechnungsmethode vom Gewinn aus. Dabei werden zum Gewinn die nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen dazugezählt und anschließend die nicht liquiditätswirksamen Erträge abgezogen.

Aufgaben des Cash Flows

Zu den wichtigsten Aufgaben des Cash Flow I und Cash Flow II gehört das Aufzeigen des vorhandenen Innenfinanzierungspotenzials. So lässt sich anhand des Cash Flows genau ersehen, welche Beträge für die Schuldentilgung und die Gewinnausschüttung erzielt wurden. Durch die Realisierung eines Cashflows lässt sich verhindern, dass bei einer Investition noch zusätzliches Fremdkapital benötigt wird. Auf diese Weise lässt sich der Einfluss von fremden Kapitalgebern auf das eigene Unternehmen verhindern.

Ziele des Cash Flow I und Cash Flow II

Der Cash Flow I und Cash Flow II hilft bei einer Antwort auf die Frage ob es sich auch in Zukunft lohnt in bestimmte Dinge zu investieren oder ob es besser ist, sich auf andere Aktivitäten zu konzentrieren. So lassen sich mithilfe des Cash Flow I und Cash Flow II die Unternehmensziele besser planen. Hierzu zählen insbesondere die Finanzziele, Liquiditätsziele sowie die wirtschaftlichen Ziele. Zudem lassen sich mithilfe des Cash Flow I und Cash Flow II auch Unternehmen derselben Branche miteinander vergleichen. Ein genauer Vergleich ist insbesondere dann möglich, wenn die betreffenden Unternehmen eine ähnliche Struktur aufweisen.

Keine Ansparung des Cash Flows

Vielfach herrscht die Meinung, beim Cash Flow I und Cash Flow II handelt es sich um eine interne Geldquelle, die über Jahre angespart werden kann. Dies ist jedoch nicht korrekt, da der größte Teil des erwirtschafteten Cash Flows wird bereits im laufenden Jahr wieder investiert, zur Tilgung von Schulden verwendet oder als Gewinn ausgeschüttet. Somit ist der Cash Flow keine interne Geldanlage, auf die bei ausbleibenden Gewinnen zurückgegriffen werden kann.

Der Cash Flow I und Cash Flow II

Um die Unternehmensziele besser planen und kontrollieren zu können wird der Cash Flow in verschiedenen Stufen abgebildet. Der Cash Flow I wird am häufigsten angewendet. Dieser gibt jedoch nur Auskunft darüber, wie hoch der Rückfluss an Mitteln war. Dieser umfasst das Bilanzergebnis, die Abschreibungen sowie eine mögliche Veränderung der langfristigen Rückstellungen. Der Cash Flow II wird auch als operativer Cash Flow bezeichnet. Dieser wird ermittelt, indem die Veränderungen des Umlaufvermögens saldiert werden. Neben Cash Flow I und Cash Flow II gibt es noch eine dritte Stufe. Der Cash Flow III ist der Einzige, der aufzeigt, welcher Betrag noch für die Tilgung von Schulden bzw. für Investitionen zur Verfügung steht. Bei diesem werden auch die getätigten Gewinnausschüttungen sowie die Ein- und Auszahlungen des Eigenkapitals berücksichtigt. So kann es beispielsweise vorkommen, dass erst nach Betrachtung des Cash Flows III feststeht, dass überhaupt kein Betrag mehr zum Verteilen zur Verfügung steht. Damit ist auch klar, das nur anhand des Cash Flow III genaue Aussagen über die Möglichkeit einer Eigenfinanzierung von Investitionen gibt.

Die Cashflow-Umsatzrate (CFU)

Neben Cash Flow I und Cash Flow II ist vor allem auch die Cash Flow Umsatzrate (CFU) eine wichtige Kennzahl. Diese gibt an, wie viel Prozent des Nettoumsatzes als Geldmittel für erforderliche Investitionen zur Verfügung steht. Aus dieser Kennzahl geht die vorhandene Ertragskraft eines Unternehmens hervor. Die erzielten Erlöse haben einen entscheidenden Einfluss auf den Cash Flow eines Unternehmens. Aus diesem Grund ist diese Kennzahl auch eine gute Möglichkeit, um die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zu bewerten. Insbesondere bei den Monats-, Quartals oder Jahresabschlüssen wird die CFU als Vergleichsgröße zum Vorjahr oder zum Budget ermittelt. Fällt die CFU nicht wie gewünscht aus, sind genaue Analysen der jeweiligen Berichtsperiode erforderlich.

 

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