Buchhaltung Grundlagen

Buchungsauswirkungen auf die Bilanz

19. November 2012

Buchungsauswirkung auf die BilanzDer Begriff Bilanz kommt ursprünglich aus dem Italienischen („bilancia“ = Waage). Wenn von der Bilanz eines Unternehmens gesprochen wird, geht es um die Gegenüberstellung von Verwendung und Herkunft des Vermögens eines Unternehmens oder Geschäfts in Form eines Kontos.

Die Bedeutung des T-Kontos für die Bilanz

Auf dem Papier hat die Bilanz immer die Form des sogenannten T-Kontos. Die linke Seite ist dabei die Aktivseite. Hier werden Investitionen und die Verwendung des Vermögens festgehalten. Die rechte Seite des T-Kontos ist die Passivseite. Hier wird die Herkunft des Vermögens, das Eigenkapital bzw. die Finanzierung protokolliert. Bei der Aktivseite geht es um die Verwendung der Mittel, bei der Passivseite um die Herkunft dieser. Zu jeder Zeit muss sich die Bilanz im Gleichgewicht befinden. D. h., die Summe der Posten auf der Aktivseite muss dazu der Summe der Posten auf der Passivseite entsprechen. Es werden unterschiedliche Buchungsarten unterschieden. Grundsätzlich gilt für jede Buchungsart die Regel, dass jeder einzelne Geschäftsfall zu einer Änderung der Bilanz führt und sich dadurch mindestens zwei Bilanzpositionen ändern.

Wozu dient die Bilanz?

Die Bilanz hat gleich mehrere Funktionen. Als Erstes ist dabei die Dokumentation zu nennen. Mithilfe der Bilanz kann eine verbindliche Auskunft über das tatsächliche Vermögen eines Unternehmens gewonnen werden. Somit dient die vollständige Dokumentation aller Geschäftsfälle zum einen der Selbstinformation, zum anderen auch der Information Dritter. Weitere entscheidende Funktion der Bilanz ist die Gewinnermittlung. Durch den Vergleich des Eigenkapitals zum Beginn und Ende eines Geschäftsjahres kann dieses ermittelt werden.

Wann wird eine Bilanz durchgeführt?

Bei Gründung bzw. Eröffnung eines Geschäfts/Unternehmens wird zum ersten Mal die Bilanz aufgestellt. Anschließend wird die Bilanz immer zum Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt. Zu einer ungeplanten Bilanzerstellung kommt es z. B. im Falle einer Insolvenz, oder wenn das Unternehmen verkauft wird.

Jeder einzelne Geschäftsfall (Buchungssatz) führt zu einer Veränderung von mindestens zwei Posten der Bilanz. Die Buchungen der Aktivseite müssen denen der Passivseite entsprechen, d. h., diese müssen sich die Waage (Balance) halten. Es darf niemals eine Buchung ohne eine Gegenbuchung erfolgen. Die Buchungssätze können anhand der Auswirkung der Buchung unterschieden werden.

Erfolgswirksame Buchungen

Die erfolgswirksamen Buchungen sind ein wichtiger Bestandteil der doppelten Buchführung. Im Falle einer erfolgswirksamen Buchung wird nicht nur der einzelne Geschäftsfall auf zwei Konten gebucht, sondern eine solche Buchung erscheint auch in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung eines Unternehmens. Eine erfolgswirksame Buchung kann sowohl zu einem Gewinn, wie auch einem Verlust führen. Der Gewinn oder Verlust kann dann ermittelt werden, indem das Vermögen durch den Vergleich von Erträgen mit Aufwendungen verglichen wird. Zu den Erfolgskonten zählen u. a. Gehälter, Löhne, Umsatzerlöse, Abschreibungen und Materialeinkäufe.

Erfolgsneutrale Buchungen

Bei der erfolgsneutralen Buchung werden nur Bilanzkonten angesprochen. Auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung von einem Unternehmen hat eine solche erfolgsneutrale Buchung also keinen Einfluss. Unterschieden werden bei der erfolgsneutralen Buchung zwischen Aktiv- und Passivtausch, Aktiv-passiv-Minderung und Aktiv-passiv-Mehrung. Bei dem Aktivtausch handelt es sich um Wertveränderungen von Posten der Aktivseite. Dabei kann es sich z. B. um die Begleichung einer Forderung von einem Kunden handeln. In dem Fall erhöht sich das Konto „Bank“ und das Konto „Forderung“ verringert sich. Da es sich bei beiden Konten um Aktivkonten handelt, nennt sich dies Aktivtausch. Beim Passivtausch geht es nur um Wertveränderungen auf der Passivseite. Es ist das Gegenstück zum Aktivtausch. Während ein Posten der Passivseite zunimmt, nimmt ein anderer ab. Dadurch bleibt die Bilanzsumme gleich. Um einen Passivtausch kann es sich z. B. dann handeln, wenn ein Unternehmen die Verbindlichkeiten gegenüber einem Kunden in einen Kredit umwandelt. Bei dieser Aktion werden die Schulden auf der Passivseite von einem Posten auf einen anderen umgelagert. Im Falle der Aktiv-passiv-Mehrung handelt es sich um eine Wertzunahme von Posten auf beiden Seiten der Bilanz. Dementsprechend geht es bei der Aktiv-passiv-Minderung um die Wertabnahme von Posten auf den beiden Seiten der Bilanz. Eine Aktiv-passiv-Minderung tritt z. B. dann ein, wenn ein Kredit via Banküberweisung zurückgezahlt wird. In einem solchen Fall kommt es zu einer Minderung des Passiv-Kontos „Kredit“ und gleichzeitig zu einer Minderung des Aktiv-Kontos „Bank“. Es kommt also zu einer Minderung auf beiden Seiten.

 

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