Buchhaltung Grundlagen

Buchführung – vom Eröffnungsbilanzkonto bis zur Bilanz

6. August 2010

In einem Unternehmen ergeben sich im Laufe des Geschäftsjahres in der Regel unzählige Geschäftsfälle, die alle auf einzelne Konten gebucht werden müssen. So wurden beispielsweise Maschinen und Rohstoffe gekauft, fertige Waren verkauft, der Firmenwagen getankt, Privatentnahmen getätigt, Eingangsrechnungen entgegen genommen und Ausgangsrechnungen erstellt. Jeder dieser Vorgänge hat im Sinne der doppelten Buchführung ordnungsgemäß und für sachverständige Dritte lückenlos auf einzelnen Konten dokumentiert zu werden.

Üblicherweise werden in den Unternehmen hierfür mehrere Geschäftskonten gepflegt, die ausschließlich für die jeweils vorgesehenen Geschäftsfälle vorgesehen sin. Je nach Größe des Betriebes können hier eine Vielzahl an Konten eingerichtet werden, die darüber hinaus besonderen Regeln unterworfen sind.

So sind die einzelnen Konten beispielsweise zu unterscheiden in Aufwands- und Ertragskonten sowie aktive und passive Bestandskonten. Die Bestandskonten werden alle die Konten genannt, die in der Bilanz erscheinen und diese so dementsprechend repräsentieren.

Beginnt ein neues Geschäftsjahr, muss vom Unternehmen ein Eröffnungsbilanzkonto erstellt werden. Maßgeblich hierfür ist die Schlussbilanz des Vorjahres. Alle Konten und dem zu Folge alle buchmäßigen Bestände (Salden) müssen nun vom Schlussbilanzkonto auf das Eröffnungsbilanzkonto übertragen werden. Je nachdem, ob es sich bei dem zu übertragenen Saldo um ein aktives oder passives Konto handelt wird hier entweder –Aktivkonto an EBK (Eröffnungsbilanzkonto)- oder –EBK (Eröffnungsbilanzkonto) an Passivkonto- gebucht. Als aktive oder passive Konten sind hier die Salden der Konten Forderungen, Verbindlichkeiten, Waren, Bank, Kasse sowie meist noch viele weitere gemeint. In der Regel schaut die Eröffnungsbilanz dann so aus, dass Verbindlichkeiten und Eigenkapital im Soll stehen, während Waren und flüssige Mittel im Haben gebucht wurden. Erst wenn die Konten der Eröffnungsbilanz aufgelöst werden und die Bestände auf die jeweiligen Konten gebucht sind, erscheinen diese wieder regulär auf der Haben- bzw. der Sollseite. Da es sich hierbei um die Anfangsbestände, mit denen ein jedes Unternehmen in das neue Geschäftsjahr startet, handelt, werden diese Salden in den jeweiligen Konten mit der Bezeichnung AB (Anfangsbestand) versehen.

Was nun folgt, sind eine Vielzahl an Geschäftsfällen, die die einzelnen Konten diesbezüglich mit Beträgen füllen. Einige Konten werden hier stärker belastet, andere weniger und einige sogar überhaupt nicht. Ist das Geschäftsjahr dann erneut beendet, müssen auch die einzelnen Konten wieder abgeschlossen werden. Aktivkonten werden hier nun mit einem Sollsaldo, Passivkonten mit einem Haben-Saldo versehen und auf das sogenannte Schlussbilanzkonto übertragen. Die Buchungssätze hierfür lauten –SBK (Schlussbilanzkonto) an Aktivkonten- sowie –Passivkonten an SBK (Schlussbilanzkonto)-, wobei als Aktivkonten hier Waren, Bank- und Kassenbestände, Forderungen etc. gemeint sind, während mit Passivkonten das Eigenkapital und die Verbindlichkeiten gemeint sind.

Nun kann die Schlussbilanz erstellt werden, in der die exakten Vermögensverhältnisse bei Ablauf des Geschäftsjahres dokumentiert sind. Die Salden des SBK werden in die Bilanz übernommen und dürfen nun nicht mehr verändert werden. Die Bilanz ist somit nicht als Konto zu sehen, da in ihr –anders als im SBK- keine Buchungen oder Umbuchungen mehr vorgenommen werden dürfen. Sie dient ausschließlich zu Dokumentationszwecken, die die Summen aller Bestände, flüssige Mittel sowie die jeweiligen Forderungen und Verbindlichkeiten und die Höhe des Eigenkapitals schriftlich darstellt.

Ist der Jahresabschluss dann ordnungsgemäß erfolgt, beginnt ein neues Geschäftsjahr und damit einhergehend gleichermaßen die Erstellung des Eröffnungsbilanzkontos. Für alle Buchhalter ist dies ein ganz normales Prozedere, das am Ende wieder mit dem zu erstellenden Jahresabschluss und der Bilanz endet.

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