Buchhaltung Grundlagen

Buchführung und Kostenrechnung im Visier

3. November 2011

Reichen die Umsätze aus?

Viele Unternehmensgründer gehen davon aus, dass sich ihre Umsätze bereits in den ersten Jahren der Betriebsgründung erheblich steigern werden. Je nach Art der zu veräußernden Waren oder Dienstleistungen ist dies auch so, allerdings gibt es auch viele Unternehmer, die hier allzu positive Prognosen aufstellen. Die Einnahmen werden schlichtweg zu hoch eingeschätzt, die Kosten wiederum deutlich zu niedrig. Die Auswirkungen dieser Schätzungen sind in der Regel fatal und bedeuten nicht selten das Ende der beruflichen Selbstständigkeit.

Kostenrechnung und Kalkulation in der Buchführung

Wer den zu erwartenden Kosten und Umsätzen der betrieblichen Selbstständigkeit nicht planlos ausgeliefert sein will, der wird explizit nicht darum herumkommen, eine exakte Kostenrechnung zu betreiben. Die Kostenrechnung ist ein Instrument der…

Buchführung, mit deren Hilfe Angebotspreise kalkuliert werden und somit auch die zu erwartenden Kosten und Umsätze eingegrenzt werden können. Die Kostenrechnung unterteilt sich in die Kostenartenrechnung und die Kostenstellenrechnung, wobei Letztere genau angeben kann, welche Abteilung im Unternehmen welche Kosten verursacht. Mit Hilfe der Kostenartenrechnung und auch der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung lässt sich insgesamt ermitteln, wie hoch der Angebotspreis der Waren sein muss, damit der sogenannte Break-even-Point, der Punkt, an dem das zu veräußernde Produkt Gewinne erzielt, überschritten wird. Die Kostenrechnung zeigt ebenfalls auf, ob die erwirtschafteten Umsätze über einen längeren Zeitraum ausreichend sein werden, um die anfallenden Kosten adäquat zu decken.

Kostenartenrechnung in der Buchführung

Bei der Kostenartenrechnung sind einige Werte nötig, damit die Kalkulation des Verkaufspreises richtig ermittelt werden kann. Zunächst ist hier der zu erwartende oder bereits vorhandene Umsatz zu notieren. Von dieser Größe ist dann der jeweilige Waren- oder Materialeinsatz zu subtrahieren. Die Summe ergibt einen ersten Rohertrag, von dem wiederum die entstandenen Personalkosten abzuziehen sind. Es ergibt sich mit dieser Zahl ein weiterer Rohertrag, von dem dann zusätzlich Zinsen, Abschreibungen und alle weiteren Kosten, wie beispielsweise Steuern, Versicherungen, Fahrzeugkosten oder Verwaltungs- und Werbungskosten abzuziehen sind. Die resultierende Summe ist der Gewinn vor Abzug der Steuern.

Die Kostenträgerrechnung hat Auswirkungen auf das Betriebsergebnis

Die Kostenrechnung wirkt sich in der Regel elementar auf das zu erwartende Betriebsergebnis aus. Wird im Unternehmen keine Kostenrechnung betrieben, so steht aufgrund von Fehlentscheidungen nicht selten das ganze Fortbestehen des Unternehmens auf dem Spiel. Die Kostenträgerrechnung soll dies vermeiden, da hier eine Preiskalkulation durchgeführt werden kann, die sich auf die Kosten und Umsätze innerhalb des Betriebes stützt, gleichzeitig aber auch die Marktfähigkeit testet. Da die Nachfrage der einzelnen Produkte maßgeblich deren Preis bestimmt, muss sich das Unternehmen auch an externen Faktoren orientieren. Der Preis der Ware sollte stets eine Konkurrenzfähigkeit behalten, sodass die Absetzbarkeit überhaupt gewährleistet ist. Mit der Kostenrechnung, sprich der Kalkulation des Verkaufspreises, kann so schnell geklärt werden, ob das zu veräußernde Produkt oder die jeweilige Dienstleistung überhaupt auf dem Markt bestehen kann.

Kostenrechnung kann Schwachstellen aufdecken

Ob ein Unternehmen konkurrenzfähig ist oder bleibt und auch gute Gewinne erwirtschaften kann, hängt deshalb immer auch von der Kostenrechnung des Betriebes ab. Buchhalter aus dem Bereich Kostenrechnung haben deshalb stets zur Aufgabe, den Markt langfristig zu beobachten und Vergleiche zu anderen Unternehmen zu ziehen. Nur so ist es dauerhaft möglich, den eigenen Betrieb in schwarzen Zahlen zu halten. Wer verfolgt, wie sich die Kosten und die Umsätze entwickeln, kann schnell auch Schwachstellen aufdecken und hier gegensteuern. Die Preise sollten niemals dem Gefühl entspringen, sondern stattdessen explizit kalkuliert sein. Dies ist besonders dann sehr wichtig, wenn viele Marktteilnehmer das gleiche Produkt veräußern. Preisschwankungen unterhalb der einzelnen Händler werden vom Kunden in der Regel schnell abgestraft, sodass nur der Anbieter den Zuschlag erhält, der sich preislich deutlich von der Konkurrenz absetzt.
Die Buchführungsabteilung sollte deshalb immer auch eine Kostenrechnungsabteilung beinhalten.

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