Buchhaltung Grundlagen

Bilanzanhang – Hier wird ersichtlich, wie es wirklich um das Unternehmen bestellt ist.

29. September 2010

Wer als Unternehmen verpflichtet ist eine Bilanz zu erstellen, der kommt in der Regel auch um den sogenannten Bilanzanhang und dem Ausweis des Lageberichts nicht herum. Kapitalgesellschaften und Betriebe, die hier unter das sogenannte Publikationsgesetz fallen, haben gemäß § 264 HGB interessierten Dritten die tatsächliche wirtschaftliche Lage mitzuteilen, die so anhand der Bilanz nicht ersichtlich gemacht werden kann.

Da die durch die Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) ermittelten Zahlen keinen Aufschluss über den Geschäftsverlauf und die Entwicklung des Unternehmens geben, haben sehr viele konkurrierende Unternehmen und auch Banken und Kreditinstitute berechtigtes Interesse, hier über die Finanz- und Ertragslage genauer informiert zu werden. Der Bilanzanhang ist zwar an viele Vorschriften gebunden, erlaubt den Unternehmen…

jedoch abschließend auch, mögliche negativen Auslegungen zu relativieren.

Pflichtangaben (§284 HGB)

Wichtige Positionen, die in keinem Bilanzanhang fehlen dürfen, sind festgelegt in den §§ 284 – 288 HGB, die hier von den Unternehmen genauestens eingehalten werden müssen. Zum einen handelt es sich hierbei um Angaben, die die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verdeutlichen, weiter die Angaben bezüglich der Umrechnung von Währungspositionen, alle Hinweise, aus welchen Gründen Änderungen hinsichtlich möglicher Bewertungsänderungsmethoden erfolgt sind, der Ausweis und die Begründung erheblicher Bewertungsunterschiede sowie die schriftliche Darstellung, in welcher Form und Höhe Fremdkapitalzinsen in die Bilanz eingeflossen sind.

Wahlpflichtangaben (§285 HGB)

Zu den sogenannten Wahlpflichtangaben, die im § 285 HGB geregelt sind, zählen die Angaben zu Verbindlichkeiten, welche eine Laufzeit von 5 Jahren übersteigen, die Angabe sonstiger Verpflichtungen, der Nachweis über gesicherte Verbindlichkeiten, die Aufgliederung der Erlöse nach Posten, der Hinweis zu möglichen Rücklagen, die Angabe des Materialaufwands sowie die des Personalaufwands. Ebenfalls sollte hier nicht fehlen, die Angaben über planmäßige Abschreibungen, alle Einzelheiten zu den nicht gesondert ausgewiesenen Rückstellungen, Vorschüsse und Kredite sowie deren Tilgung. Abschließend gehören zu den Wahlpflichtangaben dann noch die Informationen zu den Mitgliedern der Geschäftsführung, Angaben zu den Gesamtbezügen dieser und auch zum Sitzen aller Mutter- und Tochterunternehmen.

Freiwillige Angaben

Da die Bilanz und die GuV in der Regel keine Aufschlüsse zu den einzelnen Bilanzposten geben können und somit auch keinen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens bietet, macht der Anhang in unbeschönigter Form klar, wie die wirtschaftlichen Prognosen für das Unternehmen wirklich stehen. Nicht jeder Betrieb ist mit dieser Auswertung glücklich, da hier meist mit negativen Folgen, wie beispielsweise nicht zugesagten Kreditvergaben, zu rechnen ist. Um den entstehenden Schaden jedoch etwas abzumildern, erlaubt der Gesetzgeber im Bilanzanhang freiwillige Angaben zum Unternehmen. An erster Stelle steht hier meist die Prognoseerstellung aber auch die Wertschöpfungsrechnung, die Kapitalerhaltungsrechnungen sowie die Kennzahlensysteme des Betriebs.

Lagebericht

Im ebenfalls vorgeschriebenen Lagebericht wiederum wird der derzeitige Geschäftsverlauf, die Perspektiven, die Marktlage sowie die aktuelle Auftragslage erklärt. Auch hier soll außenstehenden Dritten ein umfangreiches Bild der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens gegeben werden. Chancen und Risiken können gegeneinander abgewogen werden mit dem Ziel, eine Klarheit und die tatsächlichen betrieblichen Verhältnisse zu verdeutlichen. Lageplan wie auch der Bilanzanhang werden hier zu wichtigen Instrumenten der Buchführung, die die Kapitalverhältnisse, im Gegensatz zur eigentlichen Bilanz oder der GuV, so darstellen, wie sie wirklich sind.

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