Buchhaltung Grundlagen

Betriebswirtschaftliche Auswertungen verstehen

12. Februar 2013

BWA - Betriebswirtschaftliche Auswertung verstehenEine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ermöglicht dem Betrachter einen schnellen Überblick über die wirtschaftliche und finanzielle Situation eines Unternehmens. Benötigt werden betriebswirtschaftliche Auswertungen unter anderem bei der Beantragung eines Kredits. Dazu sind sie ein wichtiges Hilfsmittel für das interne Controlling. Mittels einer BWA lässt sich zudem auch ein Betriebsvergleich mit anderen Unternehmen derselben Branchen durchführen.

Aufbau der betriebswirtschaftlichen Auswertung

Für den Fall, dass die laufende Buchhaltung durch einen Steuerberater oder ein Buchhaltungsbüro erledigt wird, erstellen diese für jeden Monat eine betriebswirtschaftliche Auswertung. Diese enthält neben den aktuellen Monatszahlen auch die kumulierten Jahres- und die Vorjahreszahlen. Die Gliederung der betriebswirtschaftlichen Auswertungen entspricht zum großen Teil den einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Die monatlich erstellte BWA ist in der Regel in Spalten und Zeilen gegliedert, wobei in der ersten Spalte die Ertrags- und Aufwandspositionen mit ihren genauen Bezeichnungen aufgeführt sind. In der zweiten Spalte folgen dann die Zahlen des aktuellen Monats. In den weiteren Spalten folgen dann die Zahlen des Vorjahres sowie mit Prozentwerten angegebene Relationen zu den Vormonats- oder Vorjahreszahlen. Eine Spalte beinhaltet unter anderem die kumulierten Gesamtleistungen des laufenden Jahres einschließlich denen des abgelaufenen Monats.

Steuern in der BWA

Die Umsatzsteuer stellt in Unternehmen mit einer Umsatzsteuerpflicht immer einen durchlaufenden Posten dar, der keinen Einfluss auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis hat. Aus diesem Grund werden in betriebswirtschaftlichen Auswertungen für alle Positionen die Nettowerte aufgeführt. Umsatzsteuer und Vorsteuer finden hier keine Berücksichtigung.

Die Gesamtleistung

Die in der betriebswirtschaftlichen Auswertung aufgeführte Gesamtleistung ist das Ergebnis aus den Umsatzerlösen, der Bestandsveränderung sowie den aktivierten Eigenleistungen. Handelt es sich um kleinere Unternehmen, so können die aktivierten Eigenleistungen weitestgehend vernachlässigt werden. Zu Bestandsveränderungen kommt es nur dann, wenn die Waren und Leistungen nicht sofort wieder verkauft und abgerechnet werden. Die Gesamtleistung ist eine der wichtigsten Kennzahlen in der betriebswirtschaftlichen Auswertung und sollte jeden Monat genau überprüft werden. Gibt es einen starken Rückgang zum Vormonat bzw. zum Vorjahr so liegt ein Einbruch bei den Umsätzen vor, auf den mit entsprechenden Maßnahmen reagiert werden muss.

Betrieblicher Rohertrag

Eine weitere wichtige Kennzahl in betriebswirtschaftlichen Auswertungen ist der betriebliche Rohertrag. Je höher dieser im Vergleich zum Vorjahr und zum Vormonat ausfällt desto mehr hat das Unternehmen in diesem Zeitraum verdient. Ein besonders wichtiger Faktor ist die Prozentzahl, die den Anteil des betrieblichen Rohertrags an der Gesamtleistung angibt. Je höher dieser Wert ist, desto günstiger stellt sich das Verhältnis des Materialverbrauchs an den getätigten Verkäufen dar.

Die Gesamtkosten des Unternehmens

Betrachtet man sich die betriebswirtschaftliche Auswertung von oben nach unten, kommt im Anschluss ein großer Block mit den Gesamtkosten des Unternehmens. Dieser setzt sich aus einer Vielzahl von verschiedenen Einzelkosten zusammen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Kosten, die durch die betrieblichen Aktivitäten entstanden sind. Zu den wichtigsten Posten gehören dabei die Personalkosten, Miete- und Raumkosten, Werbungskosten sowie die getätigten Abschreibungen. Für ein effektives Controlling ist es auch hier wichtig, die einzelnen Positionen jeden Monat miteinander zu vergleichen. Dabei geht es insbesondere darum festzustellen ob sich die absolute Höhe der Kosten im Vergleich zu Vorjahr- oder Vormonat verändert hat und ob das Verhältnis zur Gesamtleistung des Unternehmens plausibel ist. Kommt es zu ungewöhnlichen Veränderungen oder anderweitigen Besonderheiten, so muss dies umgehend analysiert werden, um einen rasanten Kostenanstieg zu verhindern.

Das Betriebsergebnis als wichtigste Kennzahl

Von allen in der betriebswirtschaftlichen Auswertung aufgeführten Kennzahlen ist das Betriebsergebnis die mit Abstand wichtigste. Das Betriebsergebnis gibt unmittelbar den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens an. Wer eine BWA auswertet, sollte also immer zuerst einen Blick auf das Betriebsergebnis des aktuellen Monats werfen und dieses mit dem Vormonat und dem Vorjahr vergleichen. Hat sich da Betriebsergebnis erhöht, so ist auch die Rentabilität des Unternehmens gestiegen. Auch beim Betriebsergebnis sollte auf den relativen Anteil an der Gesamtleistung geachtet werden. In der Regel kommt es hier nur zu sehr geringen Abweichungen. Kommt es zu größeren Schwankungen, so gilt es herauszufinden, durch welche Faktoren diese entstanden sind. Ein Grund wären beispielsweise gestiegene Kosten bei Personal und Material bei einem gleichbleibenden Verkaufspreis. In diesem Fall sollte eine Preiserhöhung in Betracht gezogen werden, um die Rentabilität des Unternehmens wieder zu erhöhen.

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