Buchhaltung Grundlagen

Betriebsvermögen – hier muss eine klare Abgrenzung zum Privatvermögen erfolgen

7. April 2011

Ist vom Betriebsvermögen die Rede, dann ist von einem Vermögen die Rede, welches zwar ebenso wie das Privatvermögen zum Einkommensteuerrecht gehört, dieses jedoch hier explizit aus Wirtschaftsgütern besteht, welches für eine betriebliche Nutzung benötigt wird. Einmal jährlich ist jedes Unternehmen dazu verpflichtet sein Betriebsvermögen zu ermitteln, damit hier eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder auch die Bilanz erstellt werden kann. Das Betriebsvermögen gibt Aufschluss darüber, wie hoch der zu versteuernde Gewinn des Unternehmens ist. Kann jedoch bei einzelnen Wirtschaftsgütern kein betrieblicher Zusammenhang festgestellt werden, so ist das Vermögen ausschließlich dem Privatvermögen zuzuordnen.

Das Betriebsvermögen unterscheidet einzelne Vermögensarten

Das Betriebsvermögen selbst kann in mehrere Vermögensarten unterschieden werden. So gibt es zum Beispiel…

das notwendige Betriebsvermögen und auch das sogenannte gewillkürte Betriebsvermögen.

Das notwendige Betriebsvermögen umfasst Wirtschaftsgüter und Gegenstände, die zu einhundert Prozent und direkt für betriebliche Zwecke benötigt werden. Ein eigenbetrieblicher Zweck liegt auch dann vor, wenn das Vermögen selbst weder in der betrieblichen Buchführung noch in der Bilanz aufgeführt ist.
Wirtschaftsgüter, die mit mehr als 50 Prozent dem Betrieb zuzuordnen sind, jedoch nicht aus Grundstücken oder Grundstücksteilen bestehen, können somit im vollen Umfang dem Betriebsvermögen zugeordnet werden. Sollte allerdings auch ein Grundstücksteil diese Bedingung erfüllen, so ist dieser steuerlich und rechtlich natürlich ebenfalls in vollem Umfang als eigenbetriebliche Nutzung zu betrachten (R 4.2 Abs. 7 EStR).

Betriebsvermögen, welches hingegen nur objektiv einer betrieblichen Nutzung unterliegt, den Betrieb jedoch fördert, kann zur Gewinnermittlung hinzugezogen werden, wenn hier ein Betriebsvermögensvergleich erfolgt ist (§ 4 Abs. 1 EStG) oder auch die Erstellung einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung erfolgt ist. In diesem Fall würde sich das Betriebsvermögen als gewillkürtes Betriebsvermögen behandeln lassen.

Betriebsvermögen – betriebliche Nutzung bei mehr als 10 Prozent

Hat der Betriebsvermögensvergleich ergeben, dass das geprüfte Grundstück mindestens 10 Prozent betrieblich genutzt wird, so darf es bei der Gewinnermittlung hinzugerechnet werden. Dies ist auch dann der Fall, wenn das Grundstück vermietet wurde, allerdings muss hier ein entsprechender Förderungszusammenhang bestehen, d. h., das Grundstück muss betrieblich genutzt sein.

Notewendiges Privatvermögen im Verhältnis zum Betriebsvermögen

Wirtschaftsgüter, welche mit mehr als 90 Prozent privat in Gebrauch sind, gelten steuerrechtlich als notwendiges Privatvermögen. Hier ist der Anteil zu klein, als dass das Wirtschaftsgut komplett dem Betriebsvermögen zuzuschreiben ist.

Spezielle Regelungen beim Erbfall

Ist es jedoch zu einem Erbfall gekommen und das Betriebsvermögen muss aufgrund von Mitunternehmeranteilen geteilt werden, so werden hier immer auch die stillen Reserven aufgedeckt, die entsprechend als ein Entnahmegewinn von Seiten des Bezogenen zu versteuern sind. Einkommensteuerrechtlich wird somit bei einem Grundstück beispielsweise dieses als aus dem Betriebsvermögen entnommen verbucht.

Klare Abgrenzung des Betriebsvermögens von Unternehmensbereich und Privatbereich

Da das Betriebsvermögen auch umsatzsteuerliche Behandlung erfährt, ist es auch unter diesem Aspekt zwingend notwendig, dass das Wirtschaftsgut explizit der richtigen Nutzung zugeordnet wird. Zum Betriebsvermögen zählen hier nur die Wirtschaftsgüter, die sich tatsächlich auch im Eigentum des Unternehmens befinden und zudem natürlich auch in einem betrieblichen Verhältnis stehen. Ist dies nicht gegeben, so hat das vermeintliche Betriebsvermögen doch in das Privatvermögen überzugehen. Steuerrechtlich kann hier dann allerdings betrieblich kein Anrechnen mehr erfolgen.

Zuordnung des Betriebsvermögens bei mehr als 10 Prozent betrieblicher Nutzung – hier hat der Unternehmer einige Möglichkeiten zur Auswahl
Konnte eine unternehmerische Nutzung des Wirtschaftsguts explizit nachgewiesen werden, so kann hier grundsätzlich ein voller Übertrag ins Betriebsvermögen erfolgen.

Unternehmer, die dies nicht möchten, können auch weiterhin den privaten Anteil bestehen lassen, jedoch muss die private Nutzung hier grundsätzlich immer als unentgeltliche Wertabgabe erfolgen, die auch der Umsatzsteuer unterzogen werden muss.

Ist keine direkte Zuordnung möglich, so kann auch eine sachgemäße Schätzung des Wirtschaftsgutes erfolgen. In diesem Fall wird nur geschätzt, in welchem Umfang der Gegenstand oder das Wirtschaftsgut betrieblich genutzt wird.

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