Buchhaltung Grundlagen

Bestandsveränderungen – wodurch entstehen sie und wie werden sie verbucht?

13. August 2012

Der Bestand ist genau gesagt alles, was sich im Magazin einer Firma befindet. Also Rohstoffe, Bauteile, Hilfselemente, Betriebsstoffe, fertige oder unfertige Waren. Am Ende des Kalenderjahres wird ermittelt, wie viel davon im Lager vorhanden ist. Dabei geht es nicht um die Menge, sondern um die Wertschätzung in Euro. Man prüft und vergleicht dann den berechneten Wert mit dem Wert voriges Jahr und so kann man feststellen, ob es sich um eine Bestandsminderung oder Mehrung handelt.

Entstehung von Bestandsveränderungen und ihre Folgen

Wenn sich der Bestand von Fertigprodukten mehrt, dann heißt es, dass man mehr Waren produziert hat, als man verkauft hat. Bei der Erzeugung muss man mit Kosten oder Aufwendungen rechnen und beim Verkauf mit Profit. Also muss man bei einer Bestandsmehrung für alle im Lager vorhandenen Waren die Kosten der Herstellung bezahlen, obwohl man keinen Gewinn aus dem Verkauf hat. Somit kommt es bei einer Mehrung zur Verringerung des Umsatzes.

Bei einer Minderung ist es genau anders herum. Man hat mehr verkauft, als man erzeugt hat. Die im Lager vorhandenen Waren sind also weniger geworden. Die Firma hat für mehr Produkte Umsatz gemacht, als sie während des Jahres produziert hat. Somit wird der Gewinn größer.

Die Berechnung der Bestandsveränderungen ist also unbedingt notwendig, um den Gewinn an das zuständige Finanzamt übermitteln zu können, wovon auch die Höhe der Steuer abhängt.

Den Inhalt des Warenlagers hat jeder Betrieb am Bilanzstichtag durch Zählen, Messen und Wiegen oder andere rechtlich anerkannte Messmethoden zu ermitteln. Im Anschluss an die Bewertung wird dann eine entsprechende Buchung durchgeführt. In der Regel wird diese Buchung allerdings im Jahresabschluss gemacht.
Heutige moderne Lagersysteme machen übrigens eine genaue Inventur sehr einfach. Aus diesem Grund können Unternehmen, die eine regelmäßige Inventur bevorzugen, diesen Vorteil nutzen und mit den vorhandenen Monatsabschlüssen starke Veränderungen des Warenbestandes bereits buchen, um ein exaktes Monatsresultat zu erhalten.

In der Bewertung geht es nicht nur um den Bezugspreis, sondern auch um die Anschaffungsnebenkosten. Erhaltene Rabatte, Boni und Skonti spielen dabei eigentlich keine Rolle.

Bestandsveränderungen –wie werden sie verbucht?

Am Ende des Kalenderjahres muss der vorhandene Schlussbestand im Magazin auf der Passivseite geschrieben werden. Trennt man Start- und Schlussbestand voneinander, spricht man von Bestandsmehrung bzw. Minderung. Die Mehrung (positive Differenz) gibt es auf der Aktivseite und die negative Differenz auf der Passivseite des Kontos Produkte. Die Mehrung oder Bestandsminderung wird mit dem Aufwandskosten des jeweiligen Materials verrechnet.

1) Ist der Warenbestand gestiegen (positive Differenz), wird wie folgt gebucht:
Produkte- an Aufwendungen für Produkte

2) Ist der Warenbestand gesunken (negative Differenz), wird wie folgt gebucht:
Aufwendungen für Produkte –an Produkte

Was für den Bestand eingekaufter Waren gilt, betrifft selbstverständlich auch die selbst produzierten Erzeugnisse. Ein herstellendes Unternehmen muss also seine Erzeugnisse, die es erzeugt hat, ebenfalls mitberücksichtigen und zum Schluss bewerten. So wird auch hier für die Buchung der Unterschied zwischen dem Wert am Ende des Vormonats und dem Wert am Ende des Monats durchgeführt.

1) Ist der Warenbestand gestiegen (positive Differenz), wird wie folgt gebucht:
Fertige Erzeugnisse und Waren an Bestandsveränderung fertige Erzeugnisse und Waren

2) Ist der Warenbestand gesunken (negative Differenz), wird wie folgt gebucht:
Bestandsveränderung fertige Erzeugnisse und Waren an Fertige Erzeugnisse und Waren

*Bestandsveränderungen und die Buchungen bei den Teilfertigen Leistungen und Erzeugnissen

Auch unfertige Produkte aus eigener Herstellung und teilfertige Leistungen (Dienstleistungen) müssen bis zum Ende des Jahres bewertet und dann im Anschluss gebucht werden.

Ob unfertige Produkte in monatliche Bewertungen eingetragen werden, hängt ganz davon ab, mit welcher Mühe das Unternehmen den Bestand nachgehen und beurteilen kann. Geht es sich um Massenherstellungen, so ist es natürlich nicht einfach zu erfahren, in welchem Erzeugungsschritt sich wie viele Produkte gerade befinden. Die Unternehmen, die kleine Arbeiten und Großprojekte bearbeiten, werden dagegen den Wert der unfertigen Produkte selbstverständlich einfacher herausfinden können.

1) Ist der Warenbestand gestiegen (positive Differenz), wird wie folgt gebucht:
Unfertige Erzeugnisse- an Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse

2) Ist der Warenbestand gesunken (negative Differenz), wird wie folgt gebucht:
Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse an Unfertige Erzeugnisse

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