Buchhaltung Grundlagen

Berechnung des freien Cash-Flow im Überblick

14. Dezember 2012

cash flowDer Cashflow stellt den erzielten Nettozufluss verfügbarer Mittel aus einer Geschäftstätigkeit dar und ist eine wirtschaftliche Messgröße. Mithilfe dieser Messgröße ist es möglich, die finanzielle Gesundheit von einem Unternehmen zu beurteilen. Genauer können Aussagen darüber gefällt werden, inwieweit das Unternehmen im Rahmen von dem Umsatzprozess die notwendigen Mittel zur Erhaltung der Substanz von dem in der Bilanz abgebildeten Vermögen selbst erwirtschaften kann.

Definiert wird der Cash-Flow als positiver Zahlungsmittelüberschuss wirtschaftlicher Tätigkeit. Der Überschuss bezieht sich auf Aufwendungen und Erträge, die zahlungswirksam und erfolgswirksam sind, d. h. zur selben Zeit bzw. in derselben Periode Einzahlungen oder Auszahlungen nach sich führen. In der Analyse der Bilanz stellt der Cash-Flow den bereinigten Erfolg des Unternehmens dar. In dem bilanziellen Ergebnis von einem Unternehmen sind zahlreiche Faktoren wie Rückstellungen und Abschreibungen enthalten, versucht wird aber die tatsächlichen Zahlungsströme abzubilden. Somit ist der Cash-Flow ein bedeutender Indikator für die Zahlungskraft und das Innenfinanzierungspotenzial von einem Unternehmen. Es ist eine Liquiditätskennzahl, der Cash-Flow sagt somit etwas über die Liquidität des Unternehmens aus. Bei positivem Cashflow ist das Unternehmen so z. B. in der Lage vorhandene Kredite termingerecht tilgen zu können.

Als negativer Cash-Flow, auch Cash-Drain oder Cash-Loss bezeichnet, wird der Abfluss des Zahlungsstroms bezeichnet.

In Deutschland wird durch das Handelsgesetzbuch (HGB) im Rahmen von Jahresabschlüssen eine Aufstellung von einer Cash-Flow-Rechnung vorgeschrieben. Börsennotierte Unternehmen sind an diese Regelung verbindlich gebunden.

Der freie Cash-Flow ermöglicht eine Aussage darüber, wie viel Geld tatsächlich für die Aktionäre übrig bleibt. Somit ist der freie Cash-Flow der tatsächlich frei verfügbare Cash-Flow. Die Summe kann für Dividenden an die Aktionäre oder zur Rückführung von Fremdfinanzierungen verwendet werden. Finanzierungsinstitute verwenden die Größe des freien Cash-Flows als Indikator für die Fähigkeit eines Unternehmens, Kredite zurückzuzahlen. Daher wird diese Größe häufig verwendet, um die Finanzierungsfähigkeit zu berechnen.

Um den Cash-Flow-Wert zu bestimmen, kann dieser direkt oder indirekt ermittelt werden.

Im Rahmen der direkten Ermittlung werden sämtliche zahlungswirksamen, betriebsnotwendigen Aufwendungen (Steuern, Zinsaufwendungen, Gehälter, Materialkosten) von einer Periode von den zahlungswirksamen Erträgen (Subventionen, Zinserträge, Beteiligungserträge, Umsatzerlöse) subtrahiert. Dabei muss beachtet werden, dass jeweils am Ende einer Periode die Umsatzerlöse von der Veränderung des Forderungsbestands subtrahiert werden. Diese Forderungen generieren zwar Umsatz, sind jedoch nicht zahlungswirksam. Um die notwendigen Daten zu erhalten, wird die Gewinn-und-Verlust-Rechnung durchgeführt, falls diese im Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach dem Verfahren der Umsatzkosten kann der Cashflow nicht berechnet werden.

Bei der indirekten Ermittlung des Cash-Flow, welcher auch Praktikermethode genannt wird, wird zur Berechnung der bilanzielle Erfolg, meist der Gewinn nach Abzug von Steuern herangezogen. Aufwendungen, die nicht ausgabenneutral sind (bilanzielle Verrechnungsposten), wie z. B. die Erhöhung der Rückstellungen oder Abschreibungen, werden dabei addiert. Erträge, die einnahmenneutral sind, wie z. B. Zuschreibungen, werden subtrahiert.

Für den externen Analysten eines Unternehmens ist meist (besonders für die Bilanzanalyse) nur die indirekte Ermittlung des Cash-Flow anwendbar. Es existiert dabei keine allgemein anerkannte Methode zur indirekten Ermittlung.

In der finanzwirtschaftlichen Analyse eines Unternehmens ist es ein Finanzindikator, der mehrere Aussagen ermöglicht. Es kann eine Aussage darüber gefällt werden, ob ein Unternehmen in Eigenregie Investitionen tätigen kann und damit in Zukunft wettbewerbsfähig ist. Weiter besteht damit Wissen darüber, wie hoch die finanziellen Mittel zur Tilgung von Schulden, für Ausschüttungen und Zahlungen von Zinsen an die Aktionäre sind. Auch ist eine Abschätzung der Gefahr einer drohenden Insolvenz möglich. Ein fortlaufend negativer Cash-Flow hat die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens zur Folge und führt somit zur Insolvenz.

In der erfolgswirtschaftlichen Analyse eines Unternehmens dient der Cash-Flow als Ertragsindikator.

Der Cash-Flow kann verwendet werden, um Schulden zu tilgen und Rücklagen zu bilden. Um herauszufinden wie hoch die finanziellen Möglichkeiten für die Zahlung von Dividenden und für Investitionen sind, müssen weitere Größen ermittelt werden. Um den freien Cash-Flow berechnen zu können, müssen Aufwendungen, die ausgabenrelevant sind, wie z. B. Investitionen nach der Aufstellung der Bilanz und Privatentnahmen abgezogen werden. Nach der Bilanzierung getätigte zahlungswirksame Erträge müssen hinzuaddiert werden.

Der frei verfügbare Cash-Flow ist der Free-Cash-Flow und für Finanzierungsinstitute Indikator für die Rückzahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

 

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