Bilanzierung

Was tun bei Differenzen in der Bilanz?

30. Oktober 2012

BilanzierungspflichtViele kennen sie noch aus dem Buchführungsunterricht, die Spannung, wenn es um die Erstellung der Schlussbilanz geht. Stimmen die Summen von Aktiva und Passiva überein, so kann davon ausgegangen werden, dass bei der Buchführung keine allzu großen Fehler gemacht worden sind. Kommt es jedoch zu Differenzen in der Bilanz, so geht es darum, den entsprechenden Fehler ausfindig zu machen.

Erste Schritte bei der Fehlersuche

Nach den Regeln der ordnungsgemäßen Buchführung müssen die Bilanzsummen identisch sein. Ist dies nicht der Fall, dann muss zwingend nach dem Fehler gesucht werden. Zunächst einmal geht es darum, den genauen Differenzbetrag zu ermitteln. Unternehmen, die mit einer Buchhaltungssoftware arbeiten, haben die Möglichkeit sich eine Liste mit allen während des Geschäftsjahres getätigten Buchungen anzeigen zu lassen. Findet sich in der Liste der entsprechende Betrag, dann ist der Fehler in der Bilanz schnell gefunden und die betreffende Buchung kann korrigiert werden. Etwas schwieriger wird es, wenn mehrere Fehler zu der Differenz in der Bilanz geführt haben. In diesem Fall gilt es, die einzelnen für den Fehler infrage kommenden Buchungen genau unter die Lupe zu nehmen.

Häufige Fehler bei der Bilanz

Der mit Abstand häufigste Fehler, der zu Differenzen bei der Bilanz führt, ist der sogenannte „Dreher“. Dabei handelt es sich schlicht und ergreifend um die Verwechslung von Soll und Haben. Zumeist entsteht ein Fehler, weil die Begriffe Soll und Haben einfach falsch definiert werden. Um Fehler bei der Buchung direkt zu vermeiden, ist es ratsam, den Buchungssatz vorab in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen.

Wenn beispielsweise eine Maschine mit Mehrwertsteuer auf Ziel angeschafft wird, dann kommt es zu drei Teilvorgängen. Zum einen kommt es zu einem Zugang beim Maschinenpark sowie bei den Forderungen gegenüber dem Finanzamt. Gleichzeitig nehmen auch die Verbindlichkeiten gegenüber den Lieferanten zu. Bestandskonten der Aktivseite beinhalten das Vermögen und die Zugänge werden immer im Soll und die Abgänge im Haben gebucht. Bestandskonten der Passivseite einer Bilanz beinhalten die Schulden. Hier erfolgt die Buchung der Zugänge im Haben und die der Abgänge im Soll. Dies ist für Anfänger oftmals etwas verwirrend. Bei Aufwands- und Ertragskonten werden Aufwendungen immer im Soll und Erträge immer im Haben gebucht. Wer dies erstmal verstanden hat, kann im Prinzip alle Aufgaben der Buchführung lösen und so Fehler in der Bilanz vermeiden.

Die Bilanz richtig erstellen

Die Bilanz muss grundsätzlich zum Ende des Geschäftsjahres erstellt werden. Bei den meisten Unternehmen ist dies der 31.12 des Jahres. Die linke Seite der Bilanz wird mit Aktiva und die rechte Seite mit Passiva beschriftet. In die Mitte kommt der Bilanzstichtag. Auf der linken Seite der Bilanz wird immer das Anlagevermögen des Unternehmens sowie das gesamte andere Vermögen des Unternehmens aufgeführt. Hierzu gehören beispielsweise unbebaute Grundstücke, Maschinen, Bank- und Kassenguthaben sowie Forderungen.

Auf die Passivseite kommen die Schulden sowie das vorhandene Eigenkapital. Zu den Schulden gehören naturgemäß die Verbindlichkeiten sowie Darlehen. Zu Beachten ist, dass über die Bilanz ausschließlich die Bestandskosten abgeschlossen werden. Ertrags- und Aufwandskonten werden über das Konto GuV und dieses wiederum über das Konto Eigenkapital abgeschlossen. Wurden bei der Buchführung keine Fehler gemacht, so ist die Summe der Bilanz in jedem Fall identisch.

Wer benötigt eine Bilanz

Nicht alle Selbstständigen und Unternehmen sind zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet. Bei Inhabern von sogenannten freien berufen wie Anwälten. Architekten, Ärzten oder Journalisten reicht generell die Erstellung einer Einnahme/Überschussrechnung. Bei allen anderen Gewerbetreibenden hängt die Pflicht zu einer Bilanz von der Höhe der erzielten Umsätze bzw. des erzielten Gewinnes ab. Übersteigt der Umsatz einen Betrag von 500.000 Euro so muss in jedem Fall eine Bilanz erstellt werden. Dies gilt, auch wenn der erzielte Gewinn mehr als 50.000 Euro beträgt. In allen anderen Fällen reicht eine einfache Einnahme/Überschussrechnung aus. Dies hat den Vorteil, dass keine doppelte Buchführung erforderlich ist. Bei der Einnahme/Überschussrechnung werden einfach die erzielten Einnahmen den vorhandenen Aufwendungen gegenübergestellt. Deshalb kann es hier im Gegensatz zur Bilanz kaum zu Fehlern kommen.

 

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