Bilanzierung

Körperliche Vermögensgegenstände in der Bilanz

31. Mai 2013

Körperliche Vermögensgegenstände in der Bilanz

Die körperlichen Vermögensgegenstände sin materielle Wirtschaftsgüter, deren Existenz zweifelsfrei festgestellt werden kann. Man kann sie sehen, anfassen und den Bestand durch Zählen, Messen und Wiegen im Rahmen einer Inventur feststellen. Klassische Beispiele für körperliche Vermögensgegenstände sind Grundstücke, Maschinen oder Waren. In der Bilanz erscheinen die körperlichen Vermögensgegenstände grundsätzlich auf der Aktivseite aufgeführt.

Feststellen der körperlichen Vermögensgegenstände

Damit die körperlichen Vermögensstände in der Bilanz aufgeführt werden können, müssen diese natürlich zunächst einmal ermittelt werden. Dies geschieht im Rahmen einer Inventur. Hierfür stehen den Unternehmen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können wählen, ob Sie die körperlichen Vermögensgegenstände im Rahmen einer Stichtagsinventur, verlegten Inventur, permanenten Inventur oder einer Stichprobeninventur ermitteln. Besteht jedoch die Gefahr von unkalkulierbaren Risiken beispielsweise aufgrund von Schwund oder Verderb verlangt das Steuerrecht immer eine zeitnahe Aufnahme der vorhandenen Bestände. Dies gilt auch für körperliche Vermögensgegenstände, die einen sehr hohen Wert besitzen.

Die Stichtagsinventur

Bei einer Stichtagsinventur werden die körperlichen Vermögensgegenstände zu einem bestimmten und vorab festgelegten Stichtag aufgenommen. Nach der mengenmäßigen Erfassung werden die ermittelten Bestände in Inventurlisten eingetragen. Es ist nicht zwingend vorgeschrieben, dass die Bestandsermittlung komplett am definierten Stichtag durchgeführt wird. Ein zeitversetztes Aufnehmen der Bestände von bis zu 10 Tage vor oder nach dem Stichtag ist vom Gesetzgeber her zugelassen. Kommt es zwischen der Bestandsaufnahme und dem Stichtag zu Zugängen oder Abgängen von körperlichen Vermögensgegenständen, müssen diese anhand von Belegen mengenmäßig und wertmäßig fortgeschrieben bzw. zurückgerechnet werden. Die Bewertung in der Bilanz erfolgt bei allen körperlichen Vermögensgegenständen zum Anschaffungspreis. Für den Fall, dass Ware beschädigt worden ist, kann diese entsprechend abgewertet werden. Wertsteigerungen dürfen aufgrund des Niederstwertprinzips jedoch nicht berücksichtigt werden. Eine Stichtagsinventur gibt die Bestände zum Ende eines Geschäftsjahrs wieder. Da diese innerhalb kurzer Zeit erfolgen muss, ist damit ein hoher Aufwand verbunden, wobei die regulären Betriebsabläufe mitunter stark behindert werden.

Verlegte Inventur

Ist eine Bestandsaufnahme zum festgelegten Stichtag beispielsweise aufgrund sehr großer Bestände nicht möglich, kann auch eine verlegte Inventur infrage kommen. Die Inventur erfolgt in diesem Fall bis zu drei Monate vor oder bis zu zwei Monate nach dem eigentlichen Stichtag. Die Fortschreibung bzw. Rückrechnung der Bestände erfolgt dann nur mengenmäßig und nicht wertmäßig.

Permanente Inventur

Bei einer permanenten Inventur kann die Bestandsaufnahme der körperlichen Vermögensgegenstände über das Geschäftsjahr verteilt erfolgen. Hierzu muss die Erfassung der Zu- und Abgänge mithilfe eines Lagerbuchs oder einer Software erfolgen. Mindestens einmal pro Jahr muss der Sollbestand der Buchhaltung mit dem Istbestand verglichen werden. Dabei müssen die körperlichen Vermögensgegenstände nicht gleichzeitig aufgenommen werden. Der größte Vorteil liegt im geringeren Arbeitsaufwand, da die Inventur beispielsweise dann durchgeführt werden kann, wenn die Bestände sehr niedrig sind.

Stichprobeninventur

Eine Stichprobeninventur wird zumeist von großen Unternehmen mit entsprechend hohen Beständen durchgeführt. Voraussetzungen hierfür sind ein Lager mit mindestens 2.000 Artikeln sowie ein Lagersystem, das mittels EDV durchgeführt wird. Zudem müssen 5 Prozent des Bestandes mindestens 40 Prozent des Lagerwertes abdecken. Bei der Stichprobeninventur werden nur die hochwertigen körperlichen Vermögensgegenstände genau aufgenommen. Der Restbestand wird lediglich mittels einer zufälligen Stichprobe festgestellt.

Verschiedene Verfahren der Inventur

Körperliche Vermögensgegenstände werden immer durch Zählen, Messen und Wiegen festgestellt. Ist eine exakte Bestandsaufnahme aufgrund des hohen Aufwands nicht zumutbar, ist auch eine Schätzung zugelassen. Bei einer Anlagebuchhaltung wird die Aufnahme der körperlichen Vermögensgegenstände durch eine Anlageinventur ersetzt. Dies betrifft unter anderem Kraftfahrzeuge, Maschinen, Büro- und Geschäftsausstattungen. Geringfügige Wirtschaftsgüter werden jedoch nicht im Rahmen der Anlageninventur ermittelt. Für jeden Gegenstand wird im Anlagenverzeichnis eine eigene Anlagekarte geführt. Auf dieser wird die genaue Bezeichnung des Gegenstandes, der Bilanzwert am Bilanzstichtag, Tag der Anschaffung oder Herstellung, die Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, Nutzungsdauer, jährliche Abschreibung und der Tag des Abgangs vermerkt.

Zeitpunkt der Inventur

Die Inventur muss grundsätzlich am Bilanzstichtag erledigt sein. In den meisten Fällen ist dies der 31.12 eines Jahres. Endet das Geschäftsjahr zu einem anderen Datum, gilt dieses als Bilanzstichtag. Jedem Unternehmen steht es frei, zu weiteren Terminen Zwischeninventuren durchzuführen. Dies ist beispielsweise bei einer Änderung des Geschäftsjahres oder beim Eigentumsübergang des Unternehmens sinnvoll.

 

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