Bilanzierung

Jahresabschluss – rechtliche Vorgaben gemäß Handelsrecht

3. Oktober 2012

Jahresabschluss

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Bei Kaufleuten nennt sich der rechnerische Abschluss eines Geschäftsjahres Jahresabschluss. Aus ihm kann entnommen werden, wie die finanzielle Lage eines Unternehmens ist und wie viel Erfolg ein Unternehmen hat. Dies ist handelsrechtlich vorgeschrieben und muss von den meisten Unternehmen auch umgesetzt werden. Der Jahresabschluss kann entweder eine simple Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder aber eine Bilanz sein. Aus der Bilanz lassen sich entsprechend auch die Schulden und Vermögensgegenstände erkennen.

Der Jahresabschluss je nach Unternehmen

Die Form des Jahresabschlusses ist im Handelsgesetzbuch geregelt und unterscheidet sich nur leicht.

Bei Unternehmen, die der Pflicht zur Buchführung unterliegen, besteht der Jahresabschluss aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie der Bilanz. Ergänzt werden diese gegebenenfalls durch Anhänge und den Lagebericht. Die genaue Form ist im Handelsgesetzbuch §264 geregelt und entspricht der Form aller Kapitalgesellschaften. Die Anhänge können je nach Unternehmen unterschiedlich ausfallen. Bei Aktiengesellschaften zum Beispiel dient der Anhang der Ermittlung des ausgeschütteten Gewinns.

Der §242 HGB regelt die Form des Jahresabschlusses für Nicht-Kapitalgesellschaften. Für diese Gesellschaften reicht eine Bilanz und eine einfache Gewinn- und -Verlust Rechnung.

Bei kleinen Gewerbetreibenden und freiberuflich Tätigen ist der Jahresabschluss eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Die Funktion des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss eines Unternehmens beinhaltet zwei Grundfunktionen. Die erste Funktion ist die Informationsfunktion. Sie ist eine genaue Dokumentation der Vermögens-, Finanz- und Ertragslagen zum Bilanzstichtag. Diese Funktion des Jahresabschlusses ist Basis für die Planung und künftige Entscheidung des Unternehmens sowie der Anteilseigner und externer Gruppen. Der Jahresabschluss spielt für Banken und andere Gläubiger eine ganz gewichtige Rolle bei der Kreditvergabe. Zudem kann sie gemäß §258 HGB als Beweis in einem Rechtsstreit verwendet werden.

Die zweite Funktion des Jahresabschlusses ist die Zahlungsbemessungsfunktion. Sie ist Grundlage für die Besteuerung des Unternehmens. Gleichzeitig wird diese Funktion des Jahresabschlusses für die Ermittlung von erfolgsabhängigen Auszahlungen verwendet, Dividenden und Erfolgsbeteiligungen ergeben sich hieraus.

Vorbereitung des Jahresabschlusses

Die laufende Buchführung gibt einen genauen Blick auf das Ergebnis eines Unternehmens. Durch vorbereitende Arbeiten zum Jahresabschluss werden Ergebnisse der Buchführung geprüft und ggf. korrigiert.

Wesentliche Vorarbeiten zum Jahresabschluss ist die Inventur. Durch sie wird der genaue Bestand des Vermögens und der Schulden festgestellt. Gemäß den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung werden alle Gegenstände gewertet und eventuelle Differenzen zwischen Soll- und Ist-Beständen ausgebucht.

Abschreibungen sind ebenfalls ein ganz wichtiger Punkt für den Jahresabschluss. Sie müssen ermittelt und gebucht werden, damit die Wertminderung des Anlagevermögens entsprechend der Nutzungsdauer für jedes einzelne Anlagegut in den Jahresabschluss einfließen kann.

Weitere Vorarbeiten sind ebenfalls notwendig, damit ein Jahresabschluss ordnungsgemäß erfolgen kann. Ein Steuerberater gibt hierzu hilfreiche Tipps.

Teil des Jahresabschlusses – Die Gewinn und Verlust Rechnung

Die Form und Gliederung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) ist im §275 Handelsgesetzbuch geregelt. Durch sie wird der Erfolg eines Unternehmens mittels Saldierung der Erträge und Aufwendungen in einer bestimmten Abrechnungsperiode ermittelt.

Aus ihr kann man im Detail die Erträge und Aufwendungen nach Art und Höhe ersehen. Grundlage und damit Quelle für die beinhalteten Zahlen sind Belege, die bei einer entsprechenden Prüfung auch vorliegen müssen.

Die GuV unterliegt zudem den gesetzlichen Pflichten zur Rechnung und Offenlegung. Einzig Personengesellschaften und Einzelkaufleute können auf eine Veröffentlichung verzichten, allerdings nur, wenn der Bilanz eine Erläuterung zur Ertragslage beigefügt ist. Dies ist im §5 des Publizitätsgesetzes geregelt.

Teil des Jahresabschlusses – Die Bilanz

Die Form und Art der Aufstellung der Bilanz ist im §266 des HGB geregelt. Sie ist vereinfacht gesagt eine Gegenüberstellung der Aktiva und Passiva eines Unternehmens, auf einen bestimmten Stichtag bezogen. Ob ein Unternehmen einen Gewinn oder Verlust gemacht hat, ergibt sich aus der Differenz zwischen Aktiva und Passiva. Sie wird in einer T-Kontoform aufgestellt.

Auf der Soll-Seite der Bilanz befindet sich die Aktiva, mit allen Vermögenswerten eines Unternehmens. Im Groben werden diese in die Anlagevermögen, wie Grundstücke und Gebäude und die Umlaufvermögen, wie Rohstoffe und Fertigerzeugnisse gegliedert. So kann die Verwendung der eingesetzten Mittel deutlicher widergespiegelt werden.

Auf der Haben-Seite der Bilanz befindet sich die Passiva mit dem gesamten Kapital des Unternehmens. Hier findet man unter anderem das Eigenkapital incl. der Rücklagen, Sonderposten mit Rücklagenanteil, Rückstellungen und die Verbindlichkeiten. Sie gibt Auskunft über die Herkunft der Mittel.

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