Bilanzierung

Die E-Bilanz – Was gibt es hier zu beachten?

31. Mai 2012

Die E-BilanzUnternehmen jeder Art müssen sich mittlerweile mit diesem Gedanken anfreunden: Zukünftig muss jedes Firma ihre Bilanzen auf elektronischem Wege einreichen. Diese neue Regel gilt nahezu ausnahmslos und wird in Kurzform E-Bilanz genannt. Zu beachten gilt, dass es ganz eigene Vorschriften gibt, die eingehalten werden müssen. War es ursprünglich geplant, dass sämtliche Firmen bereits seit dem Geschäftsjahr 2011 eine so genannte E-Bilanz einreichen sollten, wurde der Startschuss dieses politisch forcierten Unterfangens aufgrund von Widerständen aus der Wirtschaft auf das Jahr 2014 verschoben. Rechtlich festgeschrieben ist dies im §5b EStG.

Ziele der E-Bilanz

Prinzipiell lässt sich sagen, dass durch die E-Bilanz die Steuerbürokratie verringert beziehungsweise vereinfacht werden soll. Der Gesetzgeber hat dies im Interesse aller im so genannten Steuerbürokratieabbaugesetz (SteuBAG) beschlossen. Maßgeblich sollen durch den Datentransfer auf elektronischem Wege Übertragungsfehler – auch Medienbrüche genannt – zwischen Steuererklärungen in Papierform und Datensätzen in Computersystemen vermieden werden. Des Weiteren verspricht sich der Gesetzgeber dadurch eine schnellere, umfassendere und kurz: effizientere Datenbearbeitung durch den Fiskus.

Was muss bei der E-Bilanz eingereicht werden?

Bei der E-Bilanz müssen im Grunde drei unterschiedliche Dokumente eingereicht werden. Diese können selbstverständlich vor allem in der Länge – je nach Unternehmensgröße beispielsweise – variieren. Den so genannten Gewinnermittlungsunterlagen sollen ab 2013 erstens die Steuerbilanz (oder aber die Handelsbilanz), zweitens eine Gewinn- wie auch Verlustrechnung und drittens die entscheidende Einnahmen-Überschuss-Rechnung beigelegt werden. Durch die Einreichung dieser Unterlagen, wird es den Finanzverwaltungen möglich sein, eine Bilanz mit Blick auf die  auf das Unternehmen zutreffende steuerliche Rechtsgrundlage werfen zu können.

Aber Achtung: Die E-Bilanz muss in jedem Fall im so genannten XBRL-Format übersendet werden. Dies ist ein Datenformat, welches insbesondere für die Berichterstattung (auch Reporting genannt) von Finanzdaten in den Verwaltungsbehörden der Finanzämter weltweit verwendet werden kann. XBRL steht für „eXtensible Business Reporting Language“ und hat sich insbesondere in den USA bei der Bearbeitung von Jahresabschlüssen sehr bewährt.

Müssen alle eine E-Bilanz einreichen oder gibt es Ausnahmefälle?

Wie nahezu bei allen steuerrechtlichen Regelungen gibt es auch bei der E-Bilanz Ausnahmen. Die wohl am häufigsten angewandte Ausnahme liegt wohl dann vor, wenn es für ein Unternehmen zweifelsohne mit zu hohen Kosten verbunden wäre auf die E-Bilanz umzusteigen. Sind die Kosten nachweislich zu hoch und wurde dieser Umstand von den Finanzbehörden bestätigt, können die Bilanzen des aktuellen Geschäftsjahres zur steuerlichen Feststellung auch weiterhin in Papierform eingereicht werden. Allerdings ist in diesem Fall damit zu rechnen, dass die Bearbeitungszeit entsprechend länger als bei der E-Bilanz sein dürfte. Auch wenn dieser Ausnahmefall sicherlich am häufigsten vorkommt, soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Grundannahme ist: Jeder stellt seine Bilanzen auf das elektronische Verfahren um. Ausnahmen werden wirklich nur in den absolut wenigsten Fällen gewährt.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich mehr über die E-Bilanz wissen möchte?

Weiterführende Informationen rund um das Thema E-Bilanz kann einem der örtliche Steuerverein geben. Dort erhalten Interessierte sämtliche Unterlagen, aber nötigenfalls auch ein Beratungsgespräch. Diejenigen, die bereits einen Steuerberater haben, können sich bei diesem selbstverständlich rundum informieren lassen. Er wird in der Lage sein, die Bilanzierung des Geschäfts optimal im Interesse des Unternehmens durchzuführen. In der Regel ist es sowieso die beste Lösung, den Service eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen, da dadurch gewährleistet wird, dass sämtliche steuervergünstigenden Paragraphen und Umstände bei der Meldung an das jeweils zuständige Finanzamt berücksichtigt werden. Auch wird ein Steuerberater, der bereits seit längerem für das Unternehmen arbeitet – sei es nun klein oder groß – den besten Überblick über die Bilanzen haben.

Ferner werden auch in den gängigen Finanzverwaltungen Informationen gerne weitergegeben. Teilweise ist es sogar möglich Lehrgänge zum neues System namens E-Bilanz zu besuchen.

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