Bilanzierung

Der Buchwert – Anschaffungs- und Herstellungskosten richtig bewerten

3. April 2012

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Ist vom Buchwert die Rede, dann ist hiermit ein Wert gemeint, mit dem die Vermögenswerte und Vermögensteile auf der Aktivseite oder Passivseite der Bilanz notiert sind. Mit dem Buchwert werden sowohl die Anschaffungswerte eines Wirtschaftsgutes als auch dessen Herstellungskosten erfasst. Gemindert oder erhöht werden sie entweder durch Abschreibungen oder aber durch Zuschreibungen in der Bilanz.

Buchwert und Tageswert

Der Buchwert stimmt in der Regel jedoch nur dann mit dem Tages- oder Zeitwert überein, wenn alle erfassten Abschreibungen auch der tatsächlichen Wertminderung des Wirtschaftsgutes entsprechen. Üblicherweise weichen allerdings die kalkulatorischen Abschreibungen von den regulären buchhalterischen Abschreibungen ab, sodass der Buchwert bzw. der Restwert eines Wirtschaftsgutes hier nicht unbedingt immer übereinstimmend ist.

Entsprechen alle notierten Abschreibungen dem tatsächlich entstanden Verschleiß des Wirtschaftsgutes, so ist der jeweilige Buchwert genauso groß wie sein tatsächlicher Wert. Sind die Abschreibungen jedoch höher, so befindet sich der Buchwert unterhalb des tatsächlichen Wertes. In diesem Fall wird dann in der Regel eine sogenannte stille Reserve gebildet. Sind die Abschreibungen hingegen deutlich geringer als der eigentliche Wert des Gutes, so liegt der Buchwert entsprechend über dem tatsächlichen Wert.

Die hier erfassten Unterschiede zwischen dem Buchwert und dem tatsächlichen Wert des Wirtschaftsgutes werden in der Bilanz entweder als Buchgewinn oder als Buchverlust notiert und anschließend als außergewöhnlicher Ertrag oder Verlust gebucht.

Book Value – der Buchwert als Wertansatz

Die Bezeichnung Buchwert entstammt dem Englischen und bedeutet soviel wie Wertansatz von Vermögensgegenständen. Häufig werden diese Posten auch Restbuchwert genannt, da mit ihm der jeweilige Restwert des Wirtschaftsgutes notiert wird. Eine Bewertung der Vermögensgegenstände basiert auf der Grundlage aller jeweiligen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Nur mit den hier vorgegebenen Beträgen können die Abschreibungen und auch die Wertberichtigungen adäquat ausgeführt werden. Wer den Buchwert richtig erfassen will, der muss sich explizit an die handels- und steuerrechtlichen Bewertungsvorschriften halten, da nur so eine Korrektur der Vermögensgegenstände zulässig ist. Die Angabe eines Buchwerts, der über dem tatsächlichen Wert des Wirtschaftsgutes liegt, ist beispielsweise nur bei Gütern des Anlagevermögens erlaubt. Und auch nur dann, wenn es sich um eine nicht andauernde Wertdifferenz handelt. Einen abweichenden Buchwert beim Umlaufvermögen anzugeben ist hingegen nicht möglich, da hier das strenge Niederstwertprinzip zum Tragen kommt.

Der Buchwert bei Veräußerung des Wirtschaftsgutes

Da es in der Regel stets so ist, dass einzelne Wirtschaftsgüter veräußert werden, ist hiervon natürlich auch der Buchwert betroffen. Weicht dieser beim Verkauf des Gutes vom Verkaufswert ab, so muss bei einer positiven Differenz ein Buchgewinn notiert werden, bei einer negativen Differenz ein Buchverlust. Die Verbuchung dieser Gewinne oder Verluste erfolgt auf dem Betriebsergebniskonto.

Wenn der Buchwert nicht stimmt

Dass der Buchwert nicht immer so stimmig ist, wie er eigentlich sollte, versteht sich von selbst. Zudem ist auch anhand der erstellten Bilanz nicht immer genau definiert, ob der ausgewiesene Vermögenswert tatsächlich auch der ist, mit dem er abschließend ausgewiesen wurde. Zwar sind alle Verbindlichkeiten meist in voller Höhe ausgewiesen, jedoch handelt es sich bei allen anderen Buchwerten um durchaus fragliche Werte. Während bei einer Computerfirma beispielsweise die Lagerbestände häufig schnell nichts mehr wert sind, ist dies in anderen Branchen häufig so nicht der Fall. Hier sollte also wirklich jeder mutmaßliche Verkaufspreis ermittelt werden, damit am Ende auch der Buchwert stimmig ist.

Auch bei den Vorräten sollte die Berechnung des Buchwertes äußerst vorsichtig erfolgen, denn Unternehmen, die beispielsweise mehrere Millionen Mikrochips auf Vorrat liegen haben, haben hier durchaus schnell absolut wertlose Waren auf Lager, während andere Unternehmen, die unter Umständen Stahlrohre verkaufen, noch immer fast achtzig Prozent als Buchwert angeben können.

Wie in den privaten Haushalten auch, so sollte der Buchwert mit dem tatsächlichen Wert der Ware weitestgehend übereinstimmen. Denn wer etwas verkauft, der möchte grundsätzlich immer auch den tatsächlichen Warenwert in Form von Geld erhalten.

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