Bilanzierung

BilMoG – Änderungen des Bilanzmodernisierungsgesetzes 2010

10. November 2010

Seit November 2007 ist es klar: Es gibt eine Änderung im Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG). Der bereits vor drei Jahren vom Bundesjustizministerium (BMJ) vorgelegte Reformentwurf wurde nun in die Tat umgesetzt und führt in diesem Sinne zur wohl größten Neuregelung des bereits im Jahre 1985 eingeführten Bilanzrichtlinien-Gesetzes (BiRiLiG).

Betroffen sind hier von sowohl alle Unternehmen, die dem Handelsgesetzbuch unterstellt sind, aber auch Betriebs- und Wirtschaftsprüfer sowie Steuerberater, die diese Neuregelung nun umsetzen und anwenden müssen. Ziel dieser Reform ist es, den deutschen Unternehmen eine modernere Bilanzierungsgrundlage zu schaffen, die dafür sorgt, dass zum einen das Bilanzrecht des HGB auch weiterhin bestehen kann, und zum anderen, dass Veränderungen in der internationalen Rechnungslegung ihre Anpassung auch in Deutschland finden. Dies stärke, lt. Angaben…

des Bundesministeriums für Justiz, auch den Wettbewerb mit ausländischen Unternehmen. Die Eckpunkte des Bilanzrechts im HGB werden diesbezüglich zwar beibehalten, jedoch strebt man hier eine Vereinfachung und auch kostengünstigere Lösung an – wovon besonders die kleinen Unternehmen profitieren.

Änderungen im Einzelnen

Im Vordergrund dieser Gesetzesreform steht die Entlastung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die hier freigesetzten Mittel sollen für eine Erweiterung im Hinblick auf Innovationen und Investitionen sorgen. Dies bezieht sich besonders auf Personengesellschaften, deren Umsatz in zwei aufeinander folgenden Jahren die 500.000 Euro-Grenze nicht übersteigen und die mit dem ausgewiesenen Bilanzgewinn noch unter 50.000 Euro liegen. Im Zuge dieser sogenannten Deregulierungsposition profitieren die Unternehmen nun auch von unbürokratischeren Maßnahmen, dh., dass hier speziell Kleinstunternehmen von der Buchführungspflicht und Abschlusspflicht (auch im Hinblick auf Inventur) befreit sind. Hier haben sich zusätzlich die Größenkriterien für die diesbezügliche Einstufung geändert, sodass mehr Unternehmen in den Genuss dieser Bilanz-Reform gelangen. Was hier für den Einzelunternehmer gilt, ist jedoch auch für die meisten GmbHs und Ags von Vorteil. So gibt es auch hier Erleichterungen, die sich beispielsweise darin äußern, dass einzelne Bilanzpositionen nun zusammenfassbar geworden sind.

Die Klassifizierung in Klein- und Kleinstunternehmen bei den Kapitalgesellschaften erfolgt, sofern die Mitarbeiterzahl des Unternehmens unter 50 liegt und die Bilanzsumme eine Höhe von 4,8 Mio nicht übersteigt. Hier erfolgte ein Zuwachs von rund 800.000 Euro. Die Umsatzgrößen wurden ebenfalls erhöht und sind nun bei 9,8 Mio Euro (vormals rund 8 Mio) festgeschrieben. Kommen wenigstens zwei dieser Vorgaben zum Tragen, kann sich das Unternehmen bilanzrechtlich als Kleinunternehmen bezeichnen.

Zu den mittelgroßen Unternehmen zählen seit der Änderung des Bilanzmodernisierungsgesetzes nun Unternehmen, deren Bilanzsumme unterhalb von 19,2 Millionen Euro (vormals rund 18 Mio) liegt, und deren Umsatzerlöse 38,5 Mio (vormals rund 32 Mio) Euro nicht übersteigen. Ebenso darf hier die durchschnittliche Mitarbeiterzahl nicht höher als 250 sein.

Aufgrund dieser Änderungen können nunmehr fast 20 Prozent der Unternehmen in den Genuss der sogenannten Kleinunternehmer-Regelung gelangen. Für die weiterhin als „groß“ geltenden Unternehmen ergeben sich jedoch trotzdem noch eine ganze Reihe von Vereinfachungen, die sich beispielsweise in der Darstellung des Jahresabschlusses zeigen. Der Jahresabschluss hat zum einen die Funktion, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu zeigen und dient zum anderen der Bemessungsgrundlage für Steuern und der Verteilung der einzelnen Ergebnisse. Zum Bilanzstichtag haben die dem HGB unterstellten Unternehmen eine Bilanz, den Bilanzanhang und auch den Lagebericht zu erstellen. Zugrunde gelegt sind diese Pflichten im den Paragraphen des HGB. Mit Änderung des BilMoG wurde auch hier eine Vereinfachung eingeführt, die es den Unternehmen erlaubt, künftig nach den Regeln des sogenannten IFRS (International Financial Reporting Standards) zu verfahren.
Ein handelsrechtlicher Abschluss mit seinen Dokumentationspflichten ist nun nicht mehr zwingend erforderlich, sondern es genügt hier einen IFRS-Abschluss zu erstellen, der den kompletten Bilanzanhang unnötig werden lässt. Spezielle einzelne Novellierungen in den Bilanzpositionen zeigen jedoch hier noch verstärkt die tatsächliche wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens, sodass letztendlich für viele der bezogenen Partner eine Verbesserung ermöglicht wurde.
Im Einzelnen gibt es hier beispielsweise Änderungen bei den Immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, bei Aktien, Schuldverschreibungen und Fondsanteilen sowie bei der Rückstellungsbewertung.

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