Bilanzierung

Bilanzierungspflicht – das sind die Regeln

3. August 2012

Begriffsdefinition Bilanzierungspflicht – wer kann davon Gebrauch machen?

BilanzierungspflichtDie Bilanzierungspflicht ist eine Verbindlichkeit gegenüber diversen Firmen am Ende jedes Geschäftsjahres eine abschließende Bilanz sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, unter Beilegung der dafür vorgesehenen Belege als Beweismittel der erfolgten Zahlungsein- und ausgänge, zu erstellen. Jahresabschlüsse werden grundsätzlich für ein Kalenderjahr gemacht. Wie dies zu erfolgen hat, steht in den Bilanzierungsregeln drin, die sich im Handelsgesetzbuch befinden. In puncto Steuern muss gegebenenfalls auch eine zusätzliche Steuerbilanz gemacht werden, sofern in den dafür vorgesehenen Vorschriften nichts anderes geregelt ist. Mit der Bilanzierung soll erreicht werden, dass sämtliche Geldflüsse, die während des Geschäftsjahres erfolgt sind, übersichtlich dargestellt werden.

Von Relevanz sind die Ergebnisse nicht bloß für den Firmeninhaber, aber auch für Gläubiger, Kreditinstitute und nicht zuletzt für das Finanzamt. Jedes Unternehmen muss diverse Bilanzregeln einhalten, damit das Gesamtbild der Firma glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint. Berücksichtigt werden müssen Tantiemeregelungen ebenso wie gesellschaftsvertragliche Vereinbarungen. Gesellschaften müssen zum Beispiel das Jahresergebnis entsprechend auf die Gesellschafter verteilen und die Firmen entsprechend den Jahresumsatz zusammenfassen. Für Kleinunternehmer ist der Aufwand am geringsten. So entfallen diverse Regelungen für Einzelunternehmer, die wiederum für Gesellschaften von Relevanz sind. So ist die Bilanzierungspflicht je nach Rechtsform und Größe der Firma entsprechend streng geregelt. Dies gilt auch für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses.

Bilanzierungspflicht in haftungsunbeschränkten Unternehmensformen

Bei Unternehmensrechtsformen gilt zwischen un- und beschränkt haftenden Arten zu unterscheiden. Einzelkaufleute sowie Selbstständige und Freiberufler haften zum Beispiel unbeschränkt. Einzelunternehmer führen Kleingewerbe und müssen nur dann die Bilanzierungspflicht berücksichtigen, wenn ihr Jahresumsatz über 500.000 Euro liegt oder der Gewinn bei 50.000 Euro. Die Buchführung kann dem Finanzamt per Verwaltungsakt offengelegt werden. Oft reicht aber eine Einnahmeüberschussrechnung vollkommen aus. Freiberufler wie in etwa Ärzte, Steuerberater oder Journalisten können die meiste Freiheit genießen. Sie brauchen lediglich eine Rechnung für ihre erbrachten Dienstleistungen auszustellen und sind von der Bilanzierungspflicht befreit. Auch einen Jahresabschluss muss diese Personengruppe nicht erstellen, da die Mitglieder keine Kaufmänner sind.

Freiberufler und Selbstständige brauchen lediglich eine Einnahmeüberschussrechnung im Finanzamt vorzulegen. Auch mittelständische Rechtsanwaltsunternehmen sind davon nicht ausgeschlossen. Anders sieht es wiederum bei den Personengesellschaften aus. Die GbR, OHG, KG sowie die PartG müssen die Bilanzierungspflicht berücksichtigen, da sie eine kaufmännische Eigenschaft besitzen. Sie müssen ihre Abschlüsse aber weder offenlegen, noch einen erläuternden Anhang ihrer Bilanz beilegen. Sie müssen sich nicht so streng an die im Handelsgesetzbuch vorgeschriebenen Regeln halten wie in etwa die GmbH. Nur in größeren Unternehmen, wo Management und Kapital strengstens voneinander getrennt werden, sind die Regeln zu berücksichtigen. Davon abgesehen reicht es aus, sich an steuerlichen Vorschriften für die Bilanzierungspflicht zu orientieren.

Bilanzierungspflicht für haftungsbeschränkte Unternehmensformen

Haftungsbeschränkt sind Kapitalgesellschaften wie die GmbH sowie die UG und Personengesellschaften wie die GmbH & Ko. KG. Diese Unternehmensformen unterliegen der Bilanzierungspflicht. Grund dafür ist die durch die Haftungsbeschränkung verschärfte Schutzmaßnahme für die Gesellschafter. Die Schärfe der Regeln richtet sich nach der Größe des Unternehmens. Kleinunternehmen mit beschränkter Haftung müssen einen verkürzten Jahresabschluss offenlegen, der virtuell veröffentlicht wird. Außerdem müssen sie sich, wenn nichts anderes vereinbart, nach dem Regelwerk des HGBs richten. Größere Firmen müssen zum Teil auch durch einen Wirtschaftsprüfer kontrolliert werden. Durch die Rechnungslegungspflicht der Personengesellschaften steigen auch die Verwaltungskosten entsprechend an. All diese zusätzlichen Pflichten sind mit vielen Kosten verbunden. Die Bilanzierungspflicht spielt demzufolge für diese Unternehmen eine große Rolle.

Wer also vorhat, demnächst ein Unternehmen zu gründen, der sollte sich für die Rechtsform weise entscheiden. Jede Form unterliegt anderen Regelungen, die nicht nur auf die Bilanzierungspflicht zu beschränken sind, aber auch in anderen Bereichen berücksichtigt werden müssen. Vor der Gründung eines Unternehmens ist es sinnvoll, sich mit einem Unternehmensberater zusammenzusetzen und sich beraten zu lassen. Davor sollte man auf jeden Fall an einen Businessplan gedacht haben, der die Geschäftsidee deutlich macht. Auf diese Weise kann sich der Berater ein Bild über das Unternehmen machen und entsprechende Ratschläge zum Thema Bilanzierungspflicht geben und welche rechtlichen Aspekte der Firmengründer zu berücksichtigen hat. Dann werden die Risiken auch kleiner ausfallen.

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