Bilanzierung

Bilanzierungspflicht 2012 – was ändert sich wirklich?

21. März 2012

Die Bilanzierungspflicht trifft Unternehmen, die eine bestimmte Umsatzgröße überschreiten oder aber die aufgrund ihrer gewählten Geschäftsform nicht umhin kommen, jährlich eine Bilanz zu erstellen.

Die Bilanz gibt dem Unternehmer selbst aber auch vielen anderen Instanzen Einblick darüber, wie das Geschäftsjahr des Unternehmens gelaufen ist. Notiert werden hier unter anderem die flüssigen Mittel und das Eigenkapital, die Aufwendungen und die Erträge sowie der Rohstoffbestand und/oder der Wert aller fertigen Waren. Der Bilanzierungspflicht kann kein Unternehmen entgehen, da die zuständigen Finanzbehörden eine jährliche Bilanz fordern, um die Besteuerung es Unternehmens vornehmen zu können. Bringt das Unternehmen die Bilanz nicht, bzw. wird die Bilanzpflicht umgangen, so wird das Unternehmen hinsichtlich seiner Einnahmen und Ausgaben geschätzt, was jedoch nicht immer positive Auswirkungen haben kann.

Wenn es Zeit wird die Bilanz zu ziehen

Nähert sich das Geschäftsjahresende, kommt auch die Bilanzierungspflicht wieder zur Sprache. Schnell werden in den Buchhaltungsabteilungen der Unternehmen noch die vorbereitenden Abschlussarbeiten vorgenommen, sprich die Buchungen für Rückstellungen, Abschreibungen oder Wertberichtigungen ausgeführt, sodass die Bilanz am Jahresende alle tatsächlichen Beträge enthält. Die Bilanzierungspflicht unterscheidet sich maßgeblich von der Pflicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen zu müssen, denn bei der Bilanz müssen alle Geschäftsfälle in Form der doppelten Buchführung, d. h., auf zwei unterschiedlichen Konten, gegengebucht werden. Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist dies nicht erforderlich, da hier tatsächlich nur die jeweiligen Einnahmen und auch die Ausgaben saldiert werden dürfen.

Bilanzierungspflicht 2012

Ihm Rahmen des Steuervereinfachungsgesetzes gibt es auch Änderungen hinsichtlich der Bilanzierungspflicht. Neu ist hier die sogenannte elektronische Bilanz, auch E-Bilanz genannt, deren Ausführung bereits heute von jedem bilanzierungspflichtigen Unternehmer erlernt werden sollte. Zwar hat die Bundesregierung die Einführung der Bilanzierungspflicht mit Hilfe der E-Bilanz wieder um ein weiteres Jahr verschoben, jedoch ist die Einführung absehbar und die Umstellung bald wohl auch Pflicht.

News für bilanzierungspflichtige Unternehmen

Unterliegt das bezogene Unternehmen der Bilanzierungspflicht, so hat es immer auch eine sogenannte Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen. Bei der E-Bilanz ergeben sich hierbei Änderungen, denn auch hier steht die Vereinfachung deutlich im Vordergrund. Die Änderungen bei den bilanzierungspflichtigen Unternehmen durch die E-Bilanz ist ein weiterer Schritt in die moderne Datenübertragungsform. Gedrucktes Papier wird kaum mehr benötigt, denn auch eine Bilanzierungspflicht lässt sich so wesentlich vereinfachen. Zwar hat der Gesetzgeber die Übergangsfrist für die bilanzierungspflichtigen Unternehmen nochmals verlängert, jedoch wird sie wohl definitiv kommen: die E-Bilanz und alles das, was ein Unternehmen, welches der Bilanzierungspflicht unterliegt, zur Aufgabe hat.

Die Einführung der elektronischen Bilanz ist an gewisse Anpassungen gebunden, sodass hier kein Unternehmen die Änderungen auf die sprichwörtliche lange Bank schieben darf. Bereits jetzt sollten alle Unternehmen damit beginnen, diese Änderungen voranzutreiben, damit bei der Umstellung auf die E-Bilanz alles glatt laufen kann.

Änderungen für Unternehmen mit Bilanzierungspflicht

Änderungen, die bereits heute vorgenommen werden sollten, sind beispielsweise das Formulieren des Umstellungsprozesses in den Buchhaltungsabteilungen. Hierbei können Steuerexperten zurate gezogen werden, die in der Regel über die Änderungen bei der Bilanzierungspflicht bestens Bescheid wissen. Sie können Tipps geben, damit die Umstellung problemlos klappen wird und das gesamte Finanz- und Rechnungswesen in seiner Prozessorganisation vereinfacht wird. Wichtig ist unter anderem, dass der Kontenplan überarbeitet und angepasst wird und dass auch die AfA-Bücher neu strukturiert werden. Darüber hinaus sollte in jedem Unternehmen mit Bilanzierungspflicht eine sogenannte Erklärungs- und Überleitungsposition definiert werden, damit auch die Schulung der Mitarbeiter problemlos vonstattengehen kann.

Was sich zunächst sehr kompliziert anhört, soll am Ende jedoch dafür sorgen, dass die Unternehmen mit Bilanzierungspflicht eine deutliche Vereinfachung bei der Bilanzerstellung erfahren können. Es ist allerdings trotzdem damit zu rechnen, dass besonders in der Umstellungsphase erhebliche Schwierigkeiten auftreten werden, sofern die Unternehmen hier nicht vorab sachkundige Hilfe in Anspruch nehmen, bzw. sich selbst mit der Änderung auseinandersetzen. Wer jedoch frühzeitig die Weichen auf eine neue Ära stellt, der hat gute Chancen hier tatsächlich von der E-Bilanz zu profitieren.

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