Bilanzierung

Bilanzanalyse mit Hilfe von Kennzahlen

18. Juni 2012

Die BilanzanalyseEine genaue Bilanzanalyse dient dazu, den Jahresabschluss eines Unternehmens kritische zu beurteilen und auszuwerten. Bei der Bilanzanalyse geht es im Besonderen darum, Erkenntnisse über die aktuelle und zukünftige Ertragslage sowie die Vermögens- und Finanzlage des betreffenden Unternehmens zu gewinnen. Hierzu werden verschiedene Kennzahlen des Unternehmens ermittelt. Die Bilanzanalyse umfasst jedoch nicht nur die eigentliche Bilanz, sondern die gesamten Teile des Jahresabschlusses wie die Gewinn und Verlust Rechnung mit Anhängen, den Cashflow sowie alle anderen Bestandteile des Geschäftsberichtes und der verschiedenen Unternehmensveröffentlichungen.

Aufbereitung der Bilanz

Um die für eine Bilanzanalyse benötigten Kennzahlen zu ermitteln, muss zunächst die Bilanz aufbereitet werden. Hierzu werden die einzelnen Posten der Bilanz so zusammengefasst, dass aussagekräftige und für die Bildung der Kennzahlen zweckmäßige Größen entstehen. Als Ergebnis der Bilanzaufbereitung wird eine sogenannte Strukturbilanz erstellt. Bei der Aufstellung der Strukturbilanz müssen einige wichtige Punkte beachtet werden. So ist es erforderlich, die Dividendenzahlungen aus dem Jahresüberschuss herauszurechnen und diese den kurzfristigen Fremdmitteln zuzurechnen. Verbindlichkeiten der Restlaufzeit länger als fünf Jahre ist werden als langfristig eingestuft. Zudem stehen Pensionsrückstellungen dem Unternehmen langfristig zur Verfügung. Wichtig bei der Vorbereitung der Bilanzanalyse ist es auch, das monetäre Umlaufvermögen zu ermitteln. Dieses setzt sich aus Forderungen, Wertpapieren, flüssigen Mitteln sowie aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zusammen.

Ermittlung der Kennzahlen

Bei einer Strukturbilanz werden lediglich die einzelnen Bilanzposten umgeordnet. Dagegen liefern die bei der Bilanzanalyse ermittelten Kennzahlen differenzierte Auswertungsmöglichkeiten über die Lage und die Entwicklung des betreffenden Unternehmens. Somit bilden die Kennzahlen den Kern einer jeden Bilanzanalyse. Unterschieden werden die Kennzahlen über die Zuordnung zur vertikalen bzw. horizontalen Bilanzstruktur. Die Bilanzanalyse der vertikalen Bilanzstruktur befasst sich mit der Analyse der Kapital- sowie der Vermögensstruktur. Um die Kapitalstruktur beurteilen zu können, werden die Eigenkapitalquote, die Fremdkapitalquote sowie der statische Verschuldungsgrad ermittelt. Die Analyse der Vermögensstruktur ergibt die Anlageintensität und die Umlaufintensität. Dagegen geht es bei der horizontalen Bilanzstruktur um die Berechnung der Deckungsgrade, Liquiditätsgrade sowie des Working Capitals.

Analyse der Kapitalstruktur

Um die finanzielle Lage im Rahmen der Bilanzanalyse beurteilen zu können spielt die Analyse der Kapitalstruktur eine wichtige Rolle. Bei diesem Teil der Bilanzanalyse werden ausschließlich die Posten der Passiv-Seite berücksichtigt. Eine besonders wichtige Kennzahl bei der Bilanzanalyse ist die Eigenkapitalquote. Das vorhandene Eigenkapital kann von einem Unternehmen langfristig genutzt werden und ist nicht kündbar. Somit verschafft eine hohe Eigenkapitalquote dem Unternehmen eine finanzielle Unabhängigkeit und steht für eine hohe wirtschaftliche Stabilität. Ermittelt wird die Einkapitalquote in dem man Eigenkapital durch das Gesamtkapital teilt und mit 100 multipliziert. Eigentlich erfordert die vertikale Finanzregel eine Eigenkapitalquote von mindestens 50 Prozent, jedoch liegt diese bei den meisten Unternehmen lediglich zwischen 20 und 30 Prozent. Erhöhen lässt sich die Eigenkapitalquote beispielsweise durch die Ausgabe neuer Aktien. Gemeinsam zur Eigenkapitalquote wird bei der Bilanzanalyse auch die Fremdkapitalquote ermittelt. Eine zu hohe Fremdkapitalquote schränkt den finanziellen Handlungsspielraum eines Unternehmens ein und führt zu einer geringeren Bonität. Die Fremdkapitalquote ergibt sich, indem man das Fremdkapital durch das Gesamtkapital teilt und anschließend mit 100 multipliziert. Ein weiterer Kennzahl zur Analyse der Finanzierung ist der statische Verschuldungsgrad. Hierzu wird das Fremdkapital mit dem Eigenkapital geteilt und mit 100 multipliziert.

Analyse der Vermögensstruktur

Bei der Analyse der Vermögensstruktur wird ermittelt, wie sich das Vermögen des Unternehmens zusammensetzt. So gibt die Anlageintensität den Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen wieder. Je geringer diese ist, desto flexibler kann ein Unternehmen auf Schwankungen der Konjunktur reagieren. Eine ähnliche Aussage macht auch die Umlaufintensität. Je höher der Anteil des Umlaufvermögens ist, desto schnellere Reaktionen auf Beschäftigungs- und Konjunkturveränderungen sind möglich.

 

Die horizontale Bilanzstruktur

 

Bei der Bilanzanalyse der horizontalen Bilanzstruktur wird die Kapitalstruktur der Vermögensstruktur gegenübergestellt. Durch das Gegenüberstellen der Aktiv- und Passivseite können Aussagen über die zukünftige finanzielle Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Stabilität des Unternehmens getroffen werden. Im Mittelpunkt steht dabei die goldene Bilanzregel, dass langfristige Aktivposten auch dauerhaft finanziert werden müssen. Ermittelt wird dies anhand verschiedener Deckungsgrade. Dies ist der Deckungsgrad A, Deckungsgrad B, Liquiditätsgrad sowie das arbeitende Kapital. Beim Liquiditätsgrad wird bei der Bilanzanalyse noch zwischen dem Liquiditätsgrad ersten und zweiten Grades Unterschieden.

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