Bewertung

Die Shareholder-Value-Analyse im Überblick

10. Dezember 2012

Shareholder-Value-Analyse Bewertung von UnternehmenZusammenfassend geht es bei der Shareholder-Value-Analyse um die Berechnung des Wertes eines Unternehmens durch die Untersuchung der Gewinne, die an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Um die Shareholder-Value-Analyse (SVA) durchführen zu können wird vorausgesetzt, dass es das Ziel des Managements des Unternehmens ist, das Vermögen der Eigner des Unternehmens maximieren zu wollen. Dazu wird davon ausgegangen, dass die Prinzipien des Ertragswerts auf den Betrieb des Geschäfts angewandt werden können. Bei dem Ertragswert handelt es sich um den Barwert zukünftiger Einnahmeüberschüsse eines Unternehmens.

Der Shareholder-Value wird dadurch berechnet, dass der gesamte Nettowert des Unternehmens geschätzt wird und durch den Gesamtwert der Aktien dividiert wird. Verwendet wird die Shareholder-Value-Analyse um einzelne Projekte zu bewerten oder den Anteil eines einzelnen Geschäftsbereichs beurteilen zu können.

Der Ansatz der Shareholder-Value-Analyse, ursprünglich entwickelt in den USA, wird heute von über 40 Prozent der DAX100 Unternehmen zur Steuerung des Unternehmens verwendet. Die Analyse gilt für viele als Grundsatz für das unternehmerische Handeln.

Der SVA Ansatz gewann in den USA zunehmend aufgrund feindlicher Unternehmensübernahmen an Bedeutung, da dieser als bester Schutz angesehen wurde, um ein Unternehmen so zu führen, dass die sogenannten Corporate Raider nicht die Möglichkeit hatten, einen Mehrwert im Unternehmen durch Restrukturierungen zu erzielen. Weiterer wichtiger Grund für die rasante Ausbreitung des Shareholder-Value Ansatzes war die bedingte Aussagekraft traditioneller Kennzahlen aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie der Bilanz. Diese Kennzahlen spiegeln aufgrund der Beeinflussbarkeit und der Nichtberücksichtigung von dem Zeitwert des Geldes die tatsächliche Ertragskraft eines Unternehmens nicht realistisch wieder. Durch die sich wandelnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat das Wertmanagement eines Unternehmens eine immer wichtigere Rolle. Kürzere Produktlebenszyklen und die Notwendigkeit von Wachstum und Innovation sorgen bei einem Unternehmen für einen hohen Bedarf an Kapital, welcher zu einem großen Teil über den Kapitalmarkt gedeckt wird. So kommt es zu einem Wettlauf um das Kapital der Anleger, der durch die Globalisierung von den Kapitalmärkten verstärkt wird. Solche Unternehmen, die entsprechend kapitalmarktorientiert ausgerichtet sind, können so einen Vorteil im Wettbewerb erlangen.

Grundprinzip des Wertmanagements ist es, den Wert eines Unternehmens durch die Erhöhung der Rentabilität und durch ein kontinuierliches, profitables Wachstum zu steigern

Der Wert, der durch die Shareholder-Value-Analyse berechnet wird, erlaubt Aussagen über die Fähigkeit des Unternehmens, die Ansprüche aller Eigentümer in Zukunft zufriedenstellen zu können. Weiter hilft der Ansatz, um die Zukunftsaussichten von langfristig geplanten Strategien beurteilen zu können. Dazu werden die untersuchten Strategien anhand der durch diese generierten Cashflows quantifiziert. Im Ergebnis wird die Leistungsfähigkeit des Unternehmens mithilfe der Summe des Gegenwartswerts zukünftiger abgezinster Cashflows bewertet.

Es existieren unterschiedliche Konzepte zur Durchführung der Shareholder-Value-Analyse. Rappart lieferte in dem Buch „Creating Shareholder Value“ den bekanntesten Ansatz.

Die Kritik an der Shareholder-Value-Analyse

Im Rahmen der wertorientierten Unternehmensführung können grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze unterschieden werden. Der Shareholder-Value-Ansatz ist der eine, bei welchem die Interessen der Aktionäre hauptsächlich im Vordergrund stehen. Dem gegenüber steht der Stakeholder-Ansatz, der mehrere Interessengruppen, wie Mitarbeiter, Lieferanten, Fremdkapitalgeber und Kunden miteinbezieht. Während die SVA besonders im angelsächsischen Raum verbreitet ist, entspricht der Stakeholder-Ansatz eher der Unternehmensphilosophie kontinentaleuropäischer Unternehmen.

Häufiger Vorwurf gegen das Sharholder-Value Konzept ist das häufig kurzfristige Wirtschaften mit der damit einhergehenden Rationalisierung und der Freisetzung von Arbeitskräften. Fürsprecher halten dagegen, dass es das Ziel des SHV Konzeptes sei, das jeweilige Unternehmen nachhaltig und langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Um diese Sicherheit gewähren zu können, sei eine attraktive Rendite für die Eigentümer notwendig, da diese ihr Kapital sonst zu jedem Zeitpunkt in andere profitablere Projekte investieren könnten. Zudem bedeutet eine Maximierung des Aktionärswertes auch nicht zwangsweise, dass damit die Interessen aller anderen Interessengruppen vernachlässigt werden. Beispielsweise kann ein Unternehmen, welches seiner sozialen Verantwortung nicht nachkommt, ökologische Probleme bekommen, die den Erfolg des Unternehmens negativ beeinflussen. Häufig geht die Maximierung des Wertes eines Unternehmens mit den Interessen der Stakeholder einher.

Ein Unternehmen, das wertschaffend agiert, arbeitet nicht allein im Sinne der Eigentümer, sondern befriedigt auch die Forderungen anderer Anspruchsgruppen. Gelingt es dem Unternehmen auf der anderen Seite nicht Shareholder-Value zu generieren, sind sämtliche Anspruchsgruppen in Gefahr.

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