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Wirtschaftsgüter – Bewertungsobjekte für das Betriebsvermögen

12. Mai 2011

Jedes Unternehmen, welches den Zweck der Gewinnerzielung verfolgt, unterhält meist eine ganze Reihe von Wirtschaftsgütern, die diesem Zweck dienlich sind. Wirtschaftsgüter stehen in der Buchführungs- und Steuerlehre als Bewertungsobjekte, die alle zusammen das komplette Betriebsvermögen bilden. Jedes Wirtschaftsgut des Betriebsvermögens muss jedoch als selbstständig bewertbares Gut zu erfassen und explizit bei einer eventuellen Veräußerung auch greifbar sein.

Wirtschaftsgüter und der Betriebsvermögensvergleich

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres wird in den Buchhaltungsabteilungen aller Unternehmen der Jahresabschluss vorbereitet und der Betriebsvermögensvergleich erstellt. Um die Gewinnermittlung…

durchzuführen, muss nun auch das Betriebsvermögen ermittelt und mit dem Betriebsvermögen des Vorjahres verglichen werden. Für den Betriebsvermögensvergleich dürfen allerdings nur die bilanzierungsfähigen Wirtschaftsgüter notiert werden.

Wirtschaftsgüter – sofort abzugsfähig oder aktivierungspflichtig

Um Wirtschaftsgüter richtig einordnen und definieren zu können, bedarf es der Abgrenzung zwischen sofort abzugsfähigen Wirtschaftsgütern, dem sogenannten Erhaltungsaufwand und den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten. Da hier immer die wirtschaftliche Betrachtungsweise zum Zuge kommt, ist es somit durchaus üblich, dass zum Beispiel eine Immobilie in mehrere unterschiedliche Wirtschaftsgüter aufgeteilt werden kann. Wird hier jedoch das Steuerrecht angewandt, so lassen sich die Wirtschaftsgüter buchhalterisch in Anlage- und Umlaufvermögen, in Mobilien und Immobilien sowie in immaterielle Wirtschaftsgüter und geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) aufteilen. Erst mit Hilfe dieser Aufteilung ist es möglich, die Bilanz zu erstellen, die Abschreibungen und alle weiteren Abschlussbuchungen vorzunehmen und die Bilanz auszuwerten.

Definition von Wirtschaftsgütern nach dem Einkommensteuergesetz

Zwar verwenden alle Steuergesetze schon seit dem Jahre 1934 die Bezeichnungen Wirtschaftsgut und Wirtschaftsgüter, jedoch ist hier rechtlich gesehen noch immer keine ganz genaue Definition herausgearbeitet worden. Laut Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs muss ein Wirtschaftsgut jedoch folgende Merkmale aufweisen. Zum einen müssen sie als Rechtsgegenstand erkennbar sein und alle vermögenswerten Vorteile innehaben, zum anderen müssen sie sich durch eine Eigenständigkeit definieren.
Auch haben alle Wirtschaftsgüter des Weiteren den Nachweis zu erbringen, dass durch sie zuvor Kosten entstanden sind, die allerdings voraussichtlich einen Nutzen für noch folgende Wirtschaftsjahre erbringen werden. Ebenfalls müssen sich alle Wirtschaftsgüter veräußern lassen und somit eine sogenannte Verkehrsfähigkeit erkennbar werden lassen.

Wirtschaftsgüter müssen bewertet werden

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres müssen alle Wirtschaftsgüter, die im Betrieb vorhanden sind, bewertet werden. Hierfür gibt es spezielle Bewertungsvorschriften, die sich nach Steuerbilanz und auch dem Bewertungsgesetz richten. Gemäß der Steuerbilanz muss nach aktiven und auch passiven Wirtschaftsgütern unterschieden werden. Auf der Aktivseite der Bilanz kommt es allerdings häufig zu unwirksamen Bilanzverlängerungen, da viele Ausgaben ausschließlich die Aktivseite der Bilanz betreffen und somit hier entsprechend auch nur ein Aktivtausch stattfindet. Für die Gewinnermittlung stellen sich diese Positionen trotzdem immer als erfolgsunwirksam dar.

Wirtschaftsgüter des Handelsrechts

Anders als beim Steuerrecht werden Wirtschaftsgüter im Handelsrecht begrifflich nach positiven oder negativen Wirtschaftsgütern unterschieden.
Ist von negativen Wirtschaftsgütern die Rede, so sind hiermit tatsächlich auch die Schulden des Unternehmens gemeint. Bei den positiven Wirtschaftsgütern wird allerdings im Handelsrecht noch mal zwischen Wirtschaftsgut und Vermögensgegenstand unterteilt. Ein Vermögensgegenstand ist nur dann so zu bezeichnen, wenn dieser selbstständig bewertbar und auch veräußerbar ist, dh. einer Verkehrsfähigkeit unterliegt.

Wirtschaftsgüter, die abnutzbar sind

Ein weiteres Merkmal von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ist die Tatsache, dass sie abnutzbar sind. Sie sind meist täglich in Gebrauch oder werden täglich im Betrieb genutzt, sodass sie irgendwann wertlos werden oder kaputtgehen. Da der Wertverlust dieser Wirtschaftsgüter in den meisten Fällen jedes Jahr um ein weiteres Stück steigt, ist es den Unternehmen erlaubt, diesen jährlichen Wertverlust steuerlich geltend zu machen und das Wirtschaftsgut einer Abschreibung zu unterziehen.
Mit Hilfe einer speziellen und allgemeingültigen Nutzungstabelle kann das Wirtschaftsgut über einige Jahre kontinuierlich abgeschrieben werden, bis es letztendlich buchmäßig als wertlos zu betrachten ist. Ob es tatsächlich dann nicht mehr zu gebrauchen ist, spielt für die Buchführung keine Rolle –es ist wirtschaftlich gesehen abgenutzt.

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