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Spesensätze 2011: Übernachtungskosten

22. Oktober 2013

Doppelte Haushaltsführung

Außer Spesen nichts gewesen? Da ist es gut, dass Reise- und Verpflegungskosten unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg einer Geschäftsreise geltend gemacht werden können. Obwohl sich die Spesensätze 2011 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert haben, so ist doch positiv zu bemerken, dass sich diese auch nicht verringert haben. Das gilt auch für Übernachtungskosten. Erst für das Folgejahr 2012 können teils deutlich höhere Kosten steuerfrei geltend gemacht werden – jedoch nur bei Auslandsreisen.

Spesen – was ist das eigentlich?

In der Umgangssprache werden Spesen einfach mit Reisekosten gleichgesetzt; die exakte Wortbedeutung ist jedoch etwas differenzierter. Es handelt sich dabei um die Kosten, die einem Arbeitnehmer für beruflich veranlasste Tätigkeiten außerhalb des Betriebs entstehen: Reisekosten, Verpflegungskosten, Übernachtungskosten und Ähnliches. Der Arbeitgeber ist unter Umständen zum Ausgleich dieser Aufwendungen verpflichtet. Rechtsgrundlage dafür sind:

  • betriebliche Vereinbarungen
  • der Tarifvertrag oder
  • der Arbeitsvertrag

Viele Regelungen in Arbeitsverträgen orientieren sich dabei an den jeweils geltenden, vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) festgelegten Spesensätzen. Ohne Rechtsgrundlage kann ein Arbeitnehmer keine Erstattung vom Arbeitgeber verlangen. Er kann die Kosten dann aber als eigene Auslagen in seiner Steuererklärung absetzen.

Spesensätze für 2011: Wichtig für die Steuererklärung

Die Spesensätze 2011 zeigen auf, welche Pauschalbeträge steuerfrei bleiben und ohne Nachweis als Betriebsausgabe oder Werbungskosten geltend gemacht werden können. Die Pauschalbeträge gelten für Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten, die im Kalenderjahr 2011 angefallen sind. Ein Beispiel: Für Übernachtungen in Deutschland können 20 € ohne Nachweis steuerlich abgesetzt werden – mit Nachweis dagegen in voller Höhe.

Mehrwertsteuersenkung 2010: Wer profitiert?

Die Mehrwertsteuersenkung 2010 für Hotelübernachtungen (7 statt 19 Prozent) in Deutschland wirkte sich für diejenigen, die berechtigt sind, die Vorsteuer abzuziehen (zum Beispiel Freiberufler), nur dann positiv aus, wenn die Hotels die Vergünstigung durch den gesunkenen Umsatzsteuersatz eins zu eins an ihre Gäste weitergaben. Die meisten Hotels haben die Vergünstigung jedoch für sich selbst eingestrichen. Die Spesensätze für 2011 blieben von der Umsatzsteuersenkung unberührt.

Übernachtungskosten 2011

Die Spesensätze 2011 für Übernachtungen im Ausland liegen in vielen Bereichen unter denen des Folgejahres 2012. Deutliche Veränderungen haben sich insbesondere bei Reisen ins afrikanische Ausland gezeigt. Teilweise betragen die Spesensätze für das Jahr 2011 hier weniger die Hälfte dessen, was für 2012 berechnet werden darf. Deswegen lohnt sich für viele Länder ein genauerer Blick auf die Spesentabellen des betreffenden Jahres. Hier sind einige Beispiele für die 2012 gestiegenen Pauschalbeträge für Übernachtungskosten in einigen Ländern Afrikas:

Spesensätze für Übernachtungen
2011 2012
Algerien € 80 € 190
Benin € 75 € 90
Burkina Faso € 70 € 100
Gabun € 100 € 135
Ghana € 105 € 130
Tansania € 90 € 165

Grund für diese Entwicklung dürfte unter anderem die auch 2012 anhaltende gute wirtschaftliche Entwicklung in Afrika gewesen sein. Auf die Spesensätze 2011 hatte sich dies noch nicht ausgewirkt, jedoch sind auch für die folgenden Jahre Erhöhungen wahrscheinlich.

Spesen 2011 berechnen lassen

Wer 2011 beruflich unterwegs war – als Selbstständiger oder Arbeitnehmer – sollte es im eigenen Interesse nicht versäumen, entstandene Übernachtungskosten (genauso wie Fahrt- oder Verpflegungskosten) als Spesen geltend zu machen. Dabei sind die Spesensätze 2011 zu berücksichtigen. Buchhaltungssoftware erleichtert diese Berechnungen ganz erheblich. Meist sind nur einige wenige Eingaben erforderlich, um die Steuererstattung auszurechnen und anzeigen zu lassen. Dabei werden in der Regel automatisch die gesetzlich günstigsten Berechnungsmöglichkeiten ausgewählt. Wichtig ist vor allem, dass die Steuersoftware stets auf dem neuesten Stand ist oder über einen direkten Zugriff auf aktuelle Datenbanken verfügt.

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