Allgemein

Gutverdiener müssen ab 2012 mehr Abgaben zur Sozialversicherung leisten

17. Oktober 2011

Kabinettsbeschluss sorgt für höhere Abzüge bei Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung

Alle Unternehmer müssen sich darauf einstellen, dass sich bei den Lohnabrechnungen ab 2012 für die Mitarbeiter einige Neuerungen ergeben. Laut einem Kabinettsbeschluss steigen die Beiträge zur Renten-, Kranken- und auch Arbeitslosenversicherung. Damit es nicht zu falsch ausgestellten Lohnabrechnungen kommen wird, sollten sich die Lohnbuchhalter hier explizit mit der geänderten Gesetzeslage auseinandersetzen.

Besonders für die Mitarbeiter, die in Westdeutland ansässig sind ändert sich hier einiges, denn ab dem kommenden Jahr muss durchschnittlich rund 22 Euro mehr für die Sozialversicherungen gezahlt…

werden. In den neuen Bundesländern fällt die Erhöhung jedoch nur wage ins Gewicht, denn hier werden sich die Mehrabgaben auf rund 11 Euro belaufen.

Laut Kabinettsbeschluss der Bundesregierung soll mit der Festlegung neuer Einkommensgrenzen eine Anpassung an das Lohnniveau angestrebt werden. Die Einkommensgrenzen sind gleichzeitig Beitragsbemessungsgrenzen, nach denen die Berechnung der Sozialabgaben erfolgt. Überschreitet der jeweils ausgezahlte Lohn der Mitarbeiter diese Grenze, so dürfen auch bei stetigem Lohnwachstum keine höheren Beiträge einbehalten und abgeführt werden.

Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen nur in den alten Bundesländern an

Es ist zu erwarten, dass besonders von Arbeitnehmer in Westdeutschland Nachfragen bezüglich der geänderten Lohnabrechnung kommen werden, denn hier steigt die Beitragsbemessungsgrenze bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung um 100 Euro monatlich auf 5.600 Euro an, sodass besonders die Gutverdiener hier zur Kasse gebeten werden. Im Osten der Republik bleiben die Beitragsbemessungsgrenzen jedoch zunächst konstant auf dem Stand von 4.800 Euro, sodass von den Arbeitnehmer hier diesbezüglich keine höheren Abgaben zu fordern sind.

Die Beitragssätze bei der Rentenversicherung werden sich auf 19,6 Prozent belaufen und bei der Arbeitslosenversicherung auf 3 Prozent, sodass es hier zu einer Beitragserhöhung von 22,60 Euro pro Monat kommen wird. Diesen Mehrbetrag müssen sich jedoch Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen teilen.

Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden bundesweit angehoben

Anders als bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung, werden die Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Arbeitslosenversicherung bundesweit angehoben. Hier kommt es zu einer Erhöhung von 112,50 Euro auf dann 3.825 Euro pro Monat. Mit Beitragssätzen von 15,5 Prozent für die Krankenversicherung und den 1,95 Prozent für die Pflegeversicherung hätte der Arbeitnehmer eine Beitragserhöhung von knapp 20 Euro pro Monat zu erwarten. Auch hiervon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte.

Versicherungspflicht steigt auf eine Summe von jährlich 50.850 Euro an

Eine Sozialversicherungspflicht besteht in Deutschland nur bis zu einer gewissen Einnahmengröße. Ist diese überschritten, so darf sich der Arbeitnehmer freiwillig versichern.

Die jeweilige Versicherungspflichtgrenze wird ab Januar 2012 ebenfalls angehoben, sodass hier eine Befreiung von der Sozialversicherung erst ab einem Jahreseinkommen in Höhe von 50.850 Euro möglich ist. Wer unter dieser Mindestgrenze liegt ist sozialversicherungspflichtig und muss entsprechend auch Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Erst wenn das Jahreseinkommen oberhalb dieser Versicherungspflichtsgrenze liegt, ist diese Pflicht aufgehoben. Hier kann dann davon ausgegangen werden, dass der Arbeitnehmer privat Vorsorge treffen kann.

Freiwillig versichert in der Krankenversicherung – Auch hier erfolgt nur für Westdeutschland eine Beitragsanpassung

Bezüglich der zu zahlenden Beiträge zur Sozialversicherung, wird bei den freiwillig Versicherten eine etwas andere Bemessungsgrenze hinzugezogen. Hier erfolgt eine Erhöhung von derzeit 2.555 Euro pro Monat auf 2.625 Euro. Dies gilt für alle freiwillig Versicherten aus den alten Bundesländern. Für freiwillig Versicherte aus den neuen Bundesländern ändert sich auch weiterhin nichts. Hier bleibt die Beitragsbemessungsgrenze weiterhin auf der Größe von 2.240 Euro.

Laut Angaben der Bundesregierung wird sich der Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmer im Jahr 2012 auf rund 32.000 Euro belaufen, sodass von den Änderungen vor allem die Gutverdiener betroffen sein werden.

Der Bundesrat muss dem Kabinettsbeschluss zwar formal noch zustimmen, jedoch kann schon heute davon ausgegangen werden, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber erheblich zur Kasse gebeten werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*