Allgemein, Buchhaltung Grundlagen

Erfolgswirksame Buchungen und was sich dahinter verbirgt

12. November 2012

Erfolgswirksame BuchungenIn der Buchführung werden unter anderem erfolgsneutrale und erfolgswirksame Buchungen unterschieden. Erfolgswirksame Buchungen lassen sich daran erkennen, dass diese eine Auswirkung auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung besitzen. Somit wird bei erfolgswirksamen Buchungen neben einem Bestandskonto immer auch auf einem Erfolgskonto gebucht. Im Gegensatz dazu haben erfolgsneutrale Buchungen nur Auswirkungen auf die Bilanz. Bei diesen werden lediglich Aktiv- bzw. Passivkonten angesprochen.

Der Begriff Erfolg in der Buchführung

Wie bei anderen Begriffen in der Buchführung sollte man sich auch von der Bezeichnung Erfolg nicht verwirren lassen. Erfolg muss hier nicht zwangsläufig auch einen Gewinn für das Unternehmen bedeuten. Die Erfolgskonten umfassen sowohl Aufwands- und Ertragskonten und geben in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung den Erfolg des Unternehmens wieder. Dieser kann sowohl positiv (Gewinn) wie auch negativ (Verlust) sein. Somit ist die Bezeichnung Erfolg ein Überbegriff für Gewinn oder Verlust.

Zweck von Erfolgskonten

Der Erfolg eines Unternehmens bewirkt immer eine Veränderung des Eigenkapitals. Somit haben erfolgswirksame Buchungen ebenfalls eine Veränderung des Eigenkapitals zur Folge. Dabei werden zwei Varianten für erfolgswirksame Buchungen unterschieden. Dies sind zum einen erfolgswirksame Buchungen, die zu einer Erhöhung des Eigenkapitals führen und zum anderen solche die das Eigenkapital vermindern. Erfolgswirksame Buchungen können also Erträge oder Aufwendungen sein. Das Konto Eigenkapital ist ja bekanntlich ein passives Bestandskonto, sodass die Mehrungen im Soll und die Minderungen im Haben verbucht werden. Damit nun nicht alle erfolgswirksame Buchungen direkt im Konto Eigenkapital verbucht werden müssen, werden Unterkonten in Form der Erfolgskonten gebildet.

Kennzeichen von Erfolgskonten

Im Gegensatz zu Bestandskonten weisen Erfolgskonten keinen Anfangsbestand auf. Da die Minderungen des Eigenkapitals wie bei Passivkonten üblich auf der Sollseite gebucht werden, kommen auch die Aufwendungen auf die Sollseite des betreffenden Aufwandskontos. Im Gegenzug werden die Mehrungen des Eigenkapitals im Haben gebucht, sodass auch die Erträge auf den Ertragskonten im Haben verbucht werden. Abgeschlossen werden die Erfolgskonten jedoch nicht über die Schlussbilanz, sondern über das Konto GuV. Dieses wiederum wird dann über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen, sodass erfolgswirksame Buchungen sich direkt auf das Eigenkapital des Unternehmens auswirken.

Beispiele für erfolgswirksame Buchungen

Ein beispielhafter Geschäftsvorfall für erfolgswirksame Buchungen ist die Gutschrift von Zinserträgen auf dem Bankkonto. Angesprochen wird hier zum einen das Bestandskonto Bank und zum anderen das Ertragskonto Zinserträge. Durch die Gutschrift der Zinsen kommt es auf beiden Konten zu einer Mehrung. Sowohl das Konto Bank nimmt zu wie auch das Konto Zinserträge. Das Konto Bank ist ein aktives Bestandskonto, sodass die Mehrung im Soll vorgenommen wird. Wie bereits erwähnt werden Erträge auf Erfolgskonten im Haben gebucht. So würde Buchungssatz in diesem Fall also Lauten „Bank an Zinserträge“. Das Konto Zinserträge geht zum Jahresende direkt in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein und beeinflusst so direkt den Erfolg des Unternehmens.

Erfolgsneutrale Buchungen

Während erfolgswirksame Buchungen sich direkt auf den Gewinn oder Verlust eines Unternehmens auswirken, ist dies bei erfolgsneutralen Buchungen nicht der Fall. Bei erfolgsneutralen Buchungen werden ausschließlich Bestandskonten angesprochen, die über die Schlussbilanz abgeschlossen werden. Da diese nicht mit der Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Unternehmens in Berührung kommen, haben diese Buchungen keinerlei Auswirkungen auf den Erfolg des Unternehmens. Da bei jedem Geschäftsvorfall mindestens zwei Konten angesprochen werden erfolgt die Buchung entweder nur auf Aktivkonten, Passivkonten oder jeweils auf einem Aktiv- und einem Passivkonto.

Möglichkeiten der Wertveränderung

Bei erfolgsneutralen Buchungen gibt es vier Möglichkeiten der Wertveränderung. Sind nur Aktivkonten von einer Buchung betroffen, spricht man von einem Aktivtausch. In diesem Fall kommt es zu keiner Veränderung der Bilanzsumme. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn Geld aus der Kasse auf dem Bankkonto eingezahlt würde. Der Buchungssatz würde dann lauten „Bank an Kasse“. Der Gegenpol dazu ist der Passivtausch. Hier werden ausschließlich Passivkonten angesprochen, was ebenfalls zu keiner Bilanzveränderung führt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn kurzfristige Verbindlichkeiten durch die Aufnahme eines Darlehens abgelöst werden.

Wird jeweils ein Aktiv und ein Passivkonto angesprochen, dann kann dies entweder zu einer Mehrung oder eine Minderung der Bilanzsumme führen. Beispiel für eine Aktiv-Passivmehrung wäre der Kauf eines Bürostuhls auf Ziel. In diesem Fall mehrt sich sowohl das Konto Büroausstattung wie auch das Konto Verbindlichkeiten. Wird die Verbindlichkeit später per Überweisung bezahlt, kommt es zu einer Aktiv-Passivminderung. Sowohl auf dem Konto Bank wie auch auf dem Konto Verbindlichkeiten kommt es zu einer Bestandsverringerung.

 

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