Absetzung für Abnutzung

Steuern sparen und investieren mit der Ansparabschreibung und dem Investitionsabzugsbetrag (IAB)

1. September 2010

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres werden in den Unternehmen im Rahmen der Abschlussbuchungen auch die jährlichen Abschreibungen ermittelt und verbucht. Abschreibungen machen sich nachweislich im Betriebsergebnis bemerkbar und mindern den zu versteuernden Gewinn oftmals überaus deutlich. Je nach Größe und Umfang des gesamten Anlagevermögens können die Abschreibungen ein hohes Maß an betrieblichen Aufwendungen ausmachen und dem zu Folge den Gewinn maßgeblich beeinflussen. Dem Buchführungsinstrument Abschreibung sollte unter diesem Aspekt ein hohes Augenmerk zukommen, denn hier lassen sich in der Regel eine Menge Steuern sparen.

Neben der linearen AfA (Abschreibung für Abnutzung), der wiedereingeführten geometrisch-degressiven AfA und der sogenannten Leistungsabschreibung sollte hier auch die Ansparabschreibung nicht vergessen werden. Zwar dient auch diese zunächst der Steuerersparnis, hat jedoch im weiteren Verlauf noch wesentlich mehr Vorteile.

Wenn von der Ansparabschreibung die Rede ist, dann ist hier immer auch der Investitionsabzugsbetrag (IAB) zu nennen. Im Rahmen einer Umstrukturierung des Unternehmenssteuerreformgesetzes im Jahre 2008 wurde auch diese Form der AfA reformiert, sodass die Ansparabschreibung nicht mehr in erster Linie als Steuersparmodell anzusehen ist, sondern auch dazu dient, mittelfristige Reserven zu schaffen, um spätere notwendige Investitionen tätigen zu können.

Normalerweise werden Anschaffungen im Anlagevermögen während des gesamten Geschäftsjahres durchgeführt. Die diesbezügliche Steuerersparnis macht sich hier jedoch erst mit der Erstellung des Jahresabschlusses und der Ermittlung des zu versteuernden Gewinnes bemerkbar. Das Unternehmen tritt hier also in Vorleistung.
Mit Hilfe des Investitionsabzugsbetrages kann allerdings schon vor der zu tätigenden Investition ein Steuervorteil geltend gemacht werden und eine entsprechende Reserve angelegt werden.

Die Ansparabschreibung bzw. der Investitionsabzugsbetrag ist gleichbedeutend einer Steuerstundung. Wer diese Form der Abschreibung nutzt, profitiert nicht erst im Nachhinein von der Investition, sondern kann Vermögen gezielt gewinnbringend anlegen und auch das Betriebsergebnis und den zu versteuernden Gewinn legal in eine steuerlich positive Richtung lenken. Vielfach wird dieses Buchführungsinstrument auch dann eingesetzt, wenn hohe Betriebsgewinne erzielt werden konnten, die durch den IAB dann meist deutlich gesenkt werden können.

Die Inanspruchnahme des IAB gilt für alle Unternehmensformen und ermöglicht einen Abzug für Investitionen, die in den nächsten drei Jahren verbindlich getätigt werden müssen. Die prozentuale Höchstgrenze für die Abzugsfähigkeit liegt derzeit bei 40 Prozent des Anschaffungswertes, darf jedoch einen tatsächlichen Betrag in Höhe von 200.000 Euro nicht überschreiten. Auch Freiberufler und Kleinunternehmer, welche lediglich zur Gegenüberstellung ihrer Einnahmen und Ausgaben (EÜR= Einnahmen-Überschuss-Rechnung) verpflichtet sind, können den Investitionsabzugsbetrag nutzen. Der erwirtschaftete Gewinn darf hier allerdings die 200.000 Euro-Grenze nicht überschreiten, während bei bilanzierenden Unternehmen das gesamte Betriebsvermögen zugrunde gelegt wird, welches eine Grenze von 335.000 Euro nicht übersteigen darf.

Die Inanspruchnahme der Ansparabschreibung/IAB darf nur erfolgen, wenn es sich um Anschaffungen handelt, die im Rahmen des Anlagevermögens beweglich und zugleich abnutzbar sind. Auch gebrauchte Wirtschaftsgüter fallen unter diese Regelung, sofern sie den o.g. Ansprüchen unterliegen.

Wurde die Investition im Anschluss an die Inanspruchnahme des IAB dann getätigt, so hat das Anlagegut mindestens bis zum Ende des dem Jahre der Investition folgenden Jahres ausschließlich betrieblich genutzt zu werden. Es darf nicht vermietet, verkauft oder privat genutzt werden. Lediglich ein Ausscheiden aus dem Anlagevermögen durch höhere Gewalt, wie beispielsweise Brand, Blitzschlag o.ä kann hier stattgegeben werden. Ebenfalls ist eine Rückgabe wegen Fehlerhaftigkeit hier mit eingeschlossen. Dies muss allerdings vom Unternehmen selbst be- und nachgewiesen werden.

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