Absetzung für Abnutzung

Absetzung für Abnutzung – wichtige Hinweise für Start ups

3. Mai 2013

Absetzung für Abnutzung - Für StartupsDie Absetzung für Abnutzung kurz AfA dient zur Ermittlung des Wertverlusts von Wirtschaftsgütern. Die Höhe der jährlichen Absetzung für Abnutzung richtet sich dabei nach der betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer sowie der Höhe der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Für Existenzgründer gibt es bezüglich der Absetzung für Abnutzung einige besondere Vorteile. So können Unternehmen Geld für in Zukunft geplante Investitionen von ihrem Gewinn abziehen und damit Steuern einsparen. Möglich macht dies der sogenannte Investitionsabzugsbetrag.

Wirkungsweise des Investitionsabzugsbetrags

Im Gegensatz zur herkömmlichen Absetzung für Abnutzung können beim Investitionsabzugsbetrag in der Zukunft liegende Investitionen bereits im Vorfeld steuermindernd eingesetzt werden. Daraus ergibt sich im Prinzip eine Steuerstundung, wobei die eingesparten Mittel zur Ansparung für Investitionen genutzt werden können. Unternehmen dürfen dabei bis zu 40 Prozent der geplanten Investition als Absetzung für Abnutzung vorziehen. Maximal ist ein Investitionsabzugsbetrag von 200.000 Euro erlaubt. Das Unternehmen muss dem Finanzamt detailliert darlegen, für welche Investitionen das Geld verwendet werden soll. Entscheidend dabei ist, dass es sich um Güter des Anlagevermögens handelt, die zum überwiegenden Teil betrieblich genutzt werden müssen. Spätestens im dritten Jahr, nach dem die Absetzung für Abnutzung erfolgt ist, muss die Investition dann auch tatsächlich getätigt werden

Beispiel für den Investitionsabzugsbetrag

Nachdem das Unternehmen 2013 gegründet wurde, ist für 2016 die Anschaffung einer Maschine zum Preis von 15.000 Euro geplant. In der Steuererklärung von 2013 können dann 40 Prozent der Anschaffungskosten, also 6.000 Euro steuermindernd eingesetzt werden. Im Anschaffungsjahr kommt es dann zu einer Gewinn erhöhenden Auflösung des Investitionsabzugsbetrags von 6.000 Euro. Gleichzeit besitzt das Unternehmen ein Wahlrecht, in 2016 eine Gewinn mindernde Absetzung von den Anschaffungskosten in Höhe von 6.000 Euro vorzunehmen. Auf diese Weise kommt es 2016 zu keiner Gewinnerhöhung, sondern lediglich zu einer geringeren Bemessungsgrundlage für die Absetzung für Abnutzung.

Begünstigter Personenkreis

Die vorgezogene Absetzung für Abnutzung kann grundsätzlich von Unternehmen aller Rechtsformen in Anspruch genommen werden. Bei Freiberuflern, die den Gewinn im Rahmen einer Einnahme Überschussrechnung ermitteln, darf dieser für das laufende Geschäftsjahr nicht über 100.000 Euro liegen. Bei bilanzierenden Unternehmen darf das Betriebsvermögen für das laufende Jahr einen Betrag von 235.000 Euro nicht übersteigen.

Benennung der Wirtschaftsgüter

Der Unternehmer muss das begünstigte Wirtschaftsgut in seiner Steuererklärung klar benennen und auch die Funktion klar darlegen. Für Computer, Drucker oder Kopierer reicht die Benennung als Gegenstand für die Bürotechnik völlig aus. Dazu müssen die voraussichtlichen Anschaffungskosten für das betreffende Wirtschaftsgut ebenfalls angegeben werden. Existenzgründer, welche die Absetzung für Abnutzung bereits vor dem ersten Geschäftsjahr steuerlich geltend machen möchten, müssen der Steuererklärung einen Nachweis über die erfolgte Bestellung beilegen.

Verwendung des begünstigten Wirtschaftsgutes

Wird für ein geplantes Wirtschaftsgut eine vorzeigte Absetzung für Abnutzung vorgenommen, so muss sich dieses im folgenden Jahr der tatsächlichen Anschaffung noch im Anlagevermögen des Unternehmens befinden. Wir eine Maschine beispielsweise in 2014 angeschafft, so darf diese frühestens ab 2016 veräußert, langfristig vermietet oder in einen anderen Betrieb überführt werden. Wird diese Regelung nicht eingehalten, so kann es bei einer Betriebsprüfung zu einer rückwirkenden Streichung der Vergünstigung kommen.

Vorzeitige Absetzung für Abnutzung bei Fahrzeugen

Soll der Investitionsabzugsbetrag für einen PKW in Anspruch genommen werden, so ist Voraussetzung, dass dieser im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt wird. Dabei können auch die Fahrten zwischen Wohnung und Firma als betriebliche Fahrten gewertet werden. Der Unternehmer muss die Nutzung des Fahrzeugs gegenüber dem Finanzamt darlegen. Wird die sogenannte 1%-Regelung angewendet, so geht das Finanzamt automatisch von einer schädlichen Nutzung des Fahrzeugs aus. Der Nachweis muss deshalb immer durch Vorlage eines Fahrtenbuchs erbracht werden. Für den Fall, dass Fahrzeuge den Mitarbeitern auch zur privaten Nutzung überlassen werden, liegt in vollem Umfang eine betriebliche Verwendung vor.

Sonderabschreibung nutzen

Wer eine vorzeitige Absetzung für Abnutzung anwendet, kann im Anschaffungsjahr sowie in den darauf folgenden drei Jahren eine Sonderabschreibung von 20 Prozent auf den um den Investitionsabzugsbetrag reduzierten Anschaffungspreis vornehmen. Für die Anwendung der Sonderabschreibung gelten dabei dieselben Voraussetzungen wie für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags selbst.

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