Abschreibung

Wie Unternehmen durch die Abschreibungen sparen können

3. Juni 2013

Abschreibung richtig nutzenMaschinen, Computer, Büroausstattung verlieren wie auch Firmengebäude mit der Zeit an Wert. Dazu können Preisstürze, Unwetter oder anderweitige Schäden zu einem Wertverlust führen. Durch die Möglichkeit von Abschreibungen unterstützt der Staat Unternehmen beim Verschleiß von Geräten. Die Regeln für Abschreibungen sind jedoch relativ kompliziert und werden zudem öfters mal geändert. Im Folgenden wird erklärt, wie Unternehmen mit Abschreibungen sparen können.

Die AfA-Tabellen

Welche Wirtschaftsgüter Unternehmer mit wie viel Prozent über welche Nutzungsdauer anschreiben können, ist in den AfA-Tabellen geregelt. Diese werden vom Bundesministerium für Finanzen herausgegeben und umfassen etwa 16 Seiten. Hier sind alle Geräte von A wie Abfüllanlage bis Z wie Zusammentragmaschine übersichtlich aufgeführt. Neben der allgemeingültigen AfA-Tabelle gibt es noch branchenspezifische Abschreibungstabellen beispielsweise für die Baubranche oder den Maschinenbau.

Abschreibungen in den beiden Bilanzen

Bei den Bilanzen wird zwischen der Steuerbilanz und der Handelsbilanz unterschieden. Die Handelsbilanz soll den tatsächlichen Wert eines Unternehmens darstellen. Diese dient beispielsweise als Informationsquelle für Geschäftspartner, Gesellschafter oder Investoren. Deshalb sind Unternehmen bei der Handelsbilanz nicht an die in den AfA-Tabellen genannten Regelungen zu Abschreibungen gebunden. Alle Anschaffungen können hier über die gesamte tatsächliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Dazu besteht auch die Möglichkeit, den Wiederverkaufswert von Wirtschaftsgütern abzuschreiben. Dieser liegt beispielsweise bei Immobilien unter Umständen über dem abschreibbaren Kaufwert.

Keine degressive Abschreibung in 2013

Je nach Anschaffungszeitraum stehen Unternehmen unterschiedliche Abschreibungsarten zur Verfügung. Am einfachsten und logischsten ist dabei die lineare Abschreibung. Dabei wird der Anschaffungspreis durch die Nutzungsdauer geteilt und in jährlich gleichbleibenden Beträgen abgeschrieben. Bei der degressiven Abschreibung wird dagegen im Anschaffungsjahr ein größerer Betrag abgeschrieben und der Rest dann auf die Folgejahre verteilt. Bis zum Jahre 2005 konnten im ersten Jahr 20 Prozent und in den Jahren 2006 und 2007 30 Prozent im ersten Jahr abgeschrieben werden. Zum 01.01.2008 wurde die degressive Abschreibung dann komplett abgeschafft. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde die degressive Abschreibung für in den Jahren 2009 und 2010 angeschaffte Wirtschaftsgüter wieder eingeführt. Erlaubt war eine Abschreibung von 25 Prozent im ersten Jahr. Für später angeschaffte Güter sind ausschließlich lineare Abschreibungen nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer erlaubt.

Abschreibungen für geringfügige Wirtschaftsgüter

Seit 2010 können geringfügige Wirtschaftsgüter wieder sofort abgeschrieben werden. Zu den geringfügigen Wirtschaftsgütern gehören Gegenstände des Anlagevermögens, die beweglich, abnutzbar und selbstständig nutzbar sind. Dies trifft beispielsweise auf einen Bürostuhl zu, da dieser selbstständig genutzt werden kann. Bei einem Ersatzteil für einen Computer ist dies dagegen nicht möglich, weshalb dieses nicht zu den geringfügigen Wirtschaftsgütern gehört. Je nach Anschaffungspreis sind für geringfügige Wirtschaftsgüter unterschiedliche Abschreibungen möglich. Entscheidend ist dabei immer der Nettoanschaffungspreis. Dies gilt auch für Kleinunternehmer, die keine Vorsteuer in Abzug bringen.

Geringfügige Wirtschaftsgüter bis 150 Euro

Geringfügige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungspreis von bis zu 150 Euro können im Anschaffungsjahr komplett abgeschrieben werden. In diesem Fall müssen die Wirtschaftsgüter nicht in einem gesonderten Verzeichnis aufgeführt werden. Alternativ ist auch eine lineare Abschreibung nach den AfA-Tabellen möglich.

Geringfügige Wirtschaftsgüter zwischen 150,01 bis 410,00 Euro

Für diese Wirtschaftsgüter ist eine sogenannte Sammel- oder Pool-Abschreibung möglich. Dabei werden alle Güter, die innerhalb eines Jahres angeschafft werden, in einen Pool aufgenommen und anschließend über den Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Zugleich können die einzelnen Wirtschaftsgüter auch linear anhand der AFA-Tabellen abgeschrieben werden. Dabei muss für alle geringfügigen Wirtschaftsgüter dieser Kategorie dieselbe Abschreibungsmethode gewählt werden. Bei einer Abschreibung über die AfA-Tabellen besteht eine Aufzeichnungspflicht in einem separaten Verzeichnis.

Geringfügige Wirtschaftsgüter zwischen 410,01 Euro und 1.000,00 Euro

Auch hier besteht die Möglichkeit, zwischen einer Sammelabschreibung und linearen Abschreibungen nach den AfA-Tabellen zu wählen. Allerdings besteht dabei für beide Varianten eine Aufzeichnungspflicht in einem gesonderten Verzeichnis. Für Wirtschaftsgüter ab einem Nettopreis von 1.000,01 ist dann nur noch eine lineare Abschreibung über die Nutzungsdauer möglich.

Sonderabschreibungen nutzen

Kommt es beispielsweise zu einer Überschwemmung im Lager oder zu einem Blitzschlag dürfen zerstörte Wirtschaftsgüter auch sofort abgeschrieben werden. Dazu sind außerordentliche Abschreibungen auch bei plötzlichen Preisstürzen, sprunghaften technischen Weiterentwicklungen möglich oder einer plötzlichen Kündigung von Lizenzverträgen möglich. Für bestimmte Immobilien wie Gebäude in Sanierungs- und Entwicklungs­gebieten und Baudenkmäler gelten ebenfalls verkürzte Abschreibungszeiten.

 

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