Abschreibung

Wenn die Summe der Abschreibungen größer ist als die Summe der Umsätze

16. August 2013

 AbschreibungJedes Unternehmen, ganz gleich, wie groß es ist, hat es mit Abschreibungen zu tun. Bei einem Hersteller von mobilen Geräten wären die Geräte, die nicht verkauft werden konnten, eine Abschreibung. Dieser stehen jedoch immer die erzielten Umsätze gegenüber. Im optimalen Fall sollte es so sein, dass die Summe der tatsächlich erzielten Umsätze höher ist, als die Abschreibungszahlen.

Wenn das Verlustgeschäft droht

Hat es ein Unternehmen mit hohen Abschreibungszahlen zu tun, welchen niedrigere Umsatzzahlen gegenüberstehen, ist dies nicht positiv. Dadurch entsteht auf jeden Fall ein hoher Verlust. Wie hoch dieser im Einzelnen ist, hängt von den konkreten Zahlen ab. Erfahrungsgemäß sind die Verluste bei großen Unternehmen jedoch höher, als bei kleinen oder mittleren Unternehmen. Dies liegt ganz einfach daran, dass große Unternehmen in der Regel höhere Umsätze erzielen. Auch die Abschreibungssummen sind bei Unternehmen mit entsprechender Größe deutlich höher.

Ein aktuelles Beispiel

Wie schmerzlich die Erfahrung mit hohen Abschreibungszahlen und niedrigeren Umsätzen sein kann, musste kürzlich das US-amerikanische Unternehmen Microsoft erfahren. Der Softwaregigant wollte ein Tablet auf den Markt bringen, um die Umsätze und somit auch die Gewinne zu steigern. Bislang ist dieses Unterfangen Microsoft jedoch nicht gelungen. Die verkauften Geräte haben zwar einen Millionenumsatz erzielen können, die Abschreibung fällt jedoch deutlich höher aus. So hat der Hersteller auch ein millionenschweres Verlustgeschäft beklagen müssen. Zwar gibt das Unternehmen die Hoffnung noch nicht auf, leicht wird es jedoch nicht, ein ernsthafter Konkurrent anderer namhafter Hersteller auf dem hart umkämpften Tablet-Markt zu werden.

Wie eine zu hohe Abschreibung verhindert werden kann

Natürlich kann es jedem Unternehmen immer passieren, dass eine Abschreibung höher ausfällt als geschätzt. Schließlich werden Umsätze zwar erwartet und an realistischen Zahlen gemessen, ob die Vermutung jedoch eintritt, bleibt immer abzuwarten. Da jedes Unternehmen seinen zukünftigen Gewinn sorgfältig ermittelt, sollte bei diesem Prozess bereits gut überlegt werden. Damit die Abschreibung nicht zu hoch wird, sollte schon vor einer Produktion oder vor einer Investition überlegt werden, ob die Verkäufe tatsächlich den Prognosen entsprechen können. Es gilt also, sich realistische Ziele zu setzen.

Richtig bei der Gewinnermittlung vorgehen

Zunächst sollte jedes kleine Unternehmen eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen. In dieser werden die zu erwartenden und tatsächlichen Einnahmen und die geplanten und tatsächlichen Ausgaben detailliert gegenübergestellt. Anschließend sind die Ausgaben von den Einnahmen abzuziehen. Das Ergebnis ist dann der zu erwartende bzw. der tatsächliche Gewinn. Damit hört die Tätigkeit des Unternehmens jedoch nicht auf. Vom ermittelten Gewinn müssen noch diverse Kosten abgezogen werden. Damit sind etwa Steuerzahlungen oder Kosten für die Umsatzsteuervorauszahlung gemeint. Hier kommt zudem wieder auch die Abschreibung ins Spiel. Auch hierbei handelt es sich quasi um eine Ausgabe, die zur Gewinnermittlung beiträgt, da sie das Betriebsergebnis verändert.

Wann eine Abschreibung umgeschrieben werden sollte

Da eine zu hohe Abschreibung den Gewinn letztendlich auch negativ beeinflussen kann und unter Umständen auch zu hohen Verlusten führen wird, hat der Unternehmer eine Möglichkeit, den Gewinn doch noch positiv zu gestalten. Eine Abschreibung kann zum Beispiel auf einen anderen Zeitraum umgeschrieben werden. Hierbei gilt es jedoch, gesetzliche Vorgaben zu beachten. So gibt es bei Geräten oder bei Büromöbeln etwa bestimmte Nutzungsfristen. In dieser muss die Abschreibung komplett erfolgen. Bei Büromöbeln sind es zum Beispiel 13 Jahre. So kann der Unternehmer die Abschreibungszahlen geschickt und sinnvoll auf diesen Zeitraum verteilen. Im jeweiligen Geschäftsjahr wäre die Abschreibungssumme dann geringer und das Betriebsergebnis würde angepasst.

Professionelle Beratung zu Abschreibung & Co

Große Unternehmen haben zumeist eine eigene Abteilung, die für das gesamte Rechnungswesen und somit auch die Buchführung zuständig ist. Abschreibung und Gewinnermittlung sind für diese qualifizierten Kräfte also keine Fremdwörter. Bei kleinen Unternehmen sieht es mit dem Fachwissen jedoch anders aus. Die Worte Bilanzen und Einnahme-Überschuss-Rechnung treiben kleinen Unternehmern die Schweißperlen auf die Stirn. Deshalb ist den Betroffenen zu empfehlen, einen Steuerberater ins Boot zu holen. Natürlich sollte diesem auch entsprechend zugearbeitet werden. Nur wenn der Steuerberater einen umfassenden Überblick über Einnahmen und Ausgaben und die Kontobewegungen des Unternehmens erhält, kann er kompetent und beratend zur Seite stehen. Auch über eine eventuelle Abschreibung muss der Steuerberater informiert werden. Er kann dann prüfen, ob Verluste zu erwarten sind oder wann die Abschreibung getätigt werden müssen.

Fazit: Abschreibungen verbessern in erster Linie das Betriebsergebnis positiv, da das Eigenkapitalkonto höhere zahlen aufweist. Nicht verkaufte Produkte hingegen führen trotz allem letztendlich zu einem Verlust, den auch die Abschreibungen nicht mehr aufhalten können.

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