Abschreibung

Nachträgliche Änderung des Abschreibungsplanes

11. Januar 2013

Nachträgliche AbschreibungDer Abschreibungsplan gibt in tabellarischer Form wider, in welcher Form die planmäßige Abschreibung für ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens erfolgt. Dieser enthält zum einen das Jahr, wobei entweder die Jahreszahl oder das Nutzungsjahr angegeben wird. Dazu kommt die Höhe der Abschreibung sowie der jeweiligen Restbuchwert. Dazu kann der Abschreibungsplan noch weitere Daten über das jeweilige Wirtschaftsgut enthalten.

Gründe für eine Änderung des Abschreibungsplans

Der Abschreibungsplan wird immer auf Basis der voraussichtlichen Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes erstellt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sich in den Folgejahren herausstellt, dass der Plan nicht mit dem tatsächlichen Verlauf der Wertminderung übereinstimmt. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, den Abschreibungsplan nachträglich zu korrigieren. Eine durchgeführte Änderung kann sich entweder auf die Nutzungsdauer, die Abschreibungsmethode oder auf den ursprünglichen Ausgangswert beziehen.

 Nachträgliche Änderung der Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten

Auch nach der Anschaffung eines Wirtschaftsgutes kann es noch zu Veränderungen der Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten kommen. Dies ist beispielsweise bei nachträglichen Umbauten der Fall. Diese zusätzlichen Kosten müssen ab dem Jahr der Entstehung im Abschreibungsplan berücksichtigt werden. Für das Jahr der Entstehung sind diese so zu berücksichtigen, als wären sie zum Beginn des betreffenden Jahres angefallen. Die nachträglich angefallenen Kosten führen zwangsweise zu einer Veränderung des Restbuchwertes und haben somit eine Neuberechnung der künftigen Abschreibung zur Folge. Hierzu werden die Kosten zum Restbuchwert hinzugerechnet und gleichmäßig auf die restliche Nutzungsdauer verteilt.

Nachträgliche Änderung der Nutzungsdauer

Liegen sachliche Gründe vor kann es zudem erforderlich sein, die ursprünglich festgelegte Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes zu verändern. Ein möglicher Grund ist, dass eine Maschine zunächst im Mehrschichtbetrieb und später im Einschichtbetrieb genutzt wird. In diesem Fall würde sich die Nutzungsdauer entsprechend verlängern. Dazu kann auch eine veränderte Nutzung aufgrund einer Produktionsumstellung zu einer kürzeren oder längeren Nutzungsdauer führen. Es gibt zudem auch rechtliche Gründe, die für eine veränderte Nutzungsdauer verantwortlich sein können. Ein Beispiel hierfür wäre eine Veränderung bei den Umweltbestimmungen. Liegt ein entsprechender Grund vor, so muss die Änderung des Abschreibungsplans unverzüglich erfolgen.

Änderung der Abschreibungsmethode

Die Abschreibungsmethode muss immer dann geändert werden, wenn sich herausstellt, dass die ursprünglich gewählte Methode zu einer dauerhaften Überbewertung des betreffenden Wirtschaftsgutes führt. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, von einer degressiven Abschreibung auf eine lineare Abschreibung zu wechseln.

Beispiel für eine Änderung der Nutzungsdauer

Angenommen die geschätzte Nutzungsdauer einer Maschine mit einem Anschaffungswert von 120.000 Euro liegt bei 10 Jahren. In diesem Fall würde die planmäßige Abschreibung 12.000 Euro pro Jahr betragen. Nachdem die Maschine fünf Jahre genutzt wurde, stellt sich nun heraus, dass die tatsächliche Nutzungsdauer 15 Jahre beträgt.

Möglichkeit 1

Die Abschreibung wird wie bisher fortgeführt. Nach dem Ablauf von 10 Jahren würde die Maschine dann nur noch mit dem Erinnerungswert von einem Euro in den Büchern geführt werden. Bei einer Bemessung des Abschreibungsbetrages auf 15 Jahre wären nur 8.000 Euro pro Jahr abzuschreiben. Daraus ergibt sich, ein zu niedriges Jahresergebnis in den Jahren 6 bis 10 und ein zu hohes Jahresergebnis in den Jahren 11 bis 15.

Möglichkeit 2

Die zweite Möglichkeit besteht darin den nach fünf Jahren noch bestehenden Restbuchwert von 60.000 Euro auf die restliche Nutzungsdauer von 10 Jahren zu verteilen. Folglich beläuft sich die Abschreibung ab dem 6. Jahr auf jährlich 6.000 Euro. Hier erfolgt der Ausweis der Vermögens- und Ertragslage zwar genauer als bei Möglichkeit 1 jedoch noch immer nicht zu 100 Prozent korrekt.

Möglichkeit 3

Bei der 3. Variante wird der noch bestehende Restbuchwert um den Abschreibungsbetrag reduziert, welcher sich aus der tatsächlichen Nutzungsdauer und dem Anschaffungswert ergibt. Im genannten Beispiel beläuft sich die Minderung auf 8.000 Euro. Wie bei Möglichkeit 1 ist auch hier das Wirtschaftsgut bereits vor Ende der Nutzungsdauer komplett abgeschrieben.

Möglichkeit 4

Hier wird ebenso wie bei Möglichkeit 3 eine Reduzierung des Restbuchwertes um 8.000 Euro vorgenommen. Allerdings erfolgt zuvor eine Zuschreibung um den Betrag, der sich ergeben hätte, wenn bereits von Anfang an 8.000 Euro abgeschrieben worden wäre. Dies führt ab dem sechsten Jahr zu einer korrekten Darstellung der Vermögen- und Vertragslage. Allerdings kommt es im 5. Jahr zu einer sehr verzerrten Darstellung, weshalb diese Methode handelsrechtlich umstritten ist.

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