Abschreibung

Mit Abschreibungen das Betriebsergebnis deutlich senken

7. August 2012

Wie hoch die Steuerlast eines Unternehmens ausfällt, hängt immer vom erzielten Betriebsergebnis ab. Je höher dieses ausfällt, desto mehr Steuern müssen auch an das Finanzamt abgeführt werden. Eine Möglichkeit das Betriebsergebnis zu senken ist die Anschaffung von Wirtschaftsgütern. Als Wirtschaftsgüter zählen unter anderem Büromöbel, Fahrzeuge, Computer oder Maschinen. Die Anschaffungskosten hierfür können in Form von Abschreibungen auf mehrere Nutzungsjahre verteilt als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Durch die jährlich durchgeführten Abschreibungen verringert sich das Betriebsergebnis, sodass der Unternehmer weniger Steuern bezahlen muss. Für den Beginn der Abschreibungen spielt es dabei keine Rolle, zu wann die angeschafften Wirtschaftsgüter effektiv bezahlt wurden. Dies gilt auch, wenn die betreffenden Güter über einen Ratenkauf finanziert wurden.

Allgemeines zu Abschreibungen

Bei Abschreibungen handelt es sich um die planmäßige oder auch außerplanmäßige Erfassung von Wertminderungen der angeschafften Wirtschaftsgüter. Die Gründe für die Abschreibungen können sowohl zeitlicher, rechtlicher wie auch wirtschaftlicher Natur sein. Dazu gibt es auch witterungsbedingte oder verbrauchsbedingte Ursachen, aus denen Abschreibungen vorgenommen werden können. Die genauen Regeln hängen vom Nettobetrag der Herstellungs- und Anschaffungskosten des jeweiligen Wirtschaftsgutes ab. Dazu müssen bei den Abschreibungen je nach Rechtsform steuer- oder handelsrechtliche Besonderheiten beachtet werden.

Verschiedene Methoden bei Abschreibungen

Die steuerrechtliche Regelmethode und zugleich einfachste und gebräuchlichste Form ist die lineare Abschreibung. Ausgehend von der Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes wird der Bemessungsbetrag in jährlich gleichbleibenden Beträgen abgeschrieben. Bei einer Maschine mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von 20.000 Euro und einer Nutzungsdauer von 10 Jahren wären dies beispielsweise Abschreibungen von 2.000 Euro pro Jahr. Wichtig ist dabei, dass jedes Jahr derselbe Betrag abgeschrieben wird, bis der Wert des Gutes am Ende der Nutzungsdauer nur noch 0 Euro beträgt. Die Nutzungsdauer wird dabei nicht vom Unternehmen selbst festgelegt, sondern aus den gültigen AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums entnommen. Für Wirtschaftsgüter, die vor dem 01.01.2008 angeschafft wurden, ist auch noch die degressive Abschreibung zulässig. Die Höhe der Abschreibungen wird dabei nur im ersten Jahr am an den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bemessen. Die restlichen Abschreibungen richten sich dann immer nach dem jeweiligen Restbuchwert. Die degressive Abschreibung hat den Vorteil, dass in den ersten Jahren nach einer Anschaffung höhere Abschreibungen vorgenommen werden können. Deshalb ist sie besonders für Wirtschaftsgüter die beispielsweise aufgrund der technischen Entwicklungen in den ersten Jahren einen höheren Wertverlust haben ideal. Im Zuge der Unternehmenssteuerreform wurde die degressive Abschreibung zum 01.01.2008 abgeschafft. Während der Wirtschaftskrise in den Jahren 2009 und 2010 wurde die degressive Abschreibung zeitlich befristet wieder zugelassen.

Abschreibungen bei geringfügigen Wirtschaftsgütern

Zu den geringfügigen Wirtschaftsgütern gehören nur solche Güter, die auch eigenständig genutzt werden können. Daraus ergibt sich, dass beispielsweise Monitore, Scanner oder Drucker nicht zu den geringfügigen Wirtschaftsgütern zählen. Was die Abschreibungen von geringfügigen Wirtschaftsgütern angeht, stehen hierfür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Möglichkeit Abschreibungen bei geringfügigen Wirtschaftsgütern durchzuführen ist die sogenannte Pool-Methode. Hierfür wurde 2008 eine reduzierte Grenze von 150 Euro eingeführt, die auch aktuell noch genutzt werden kann. Alle in einem Geschäftsjahr angeschafften geringfügigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Anschaffungswert zwischen 150,01 und 1.000 Euro kommen dabei in einen Pool und werden als Gesamtes über den Zeitraum von 5 Jahren linear abgeschrieben. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Monat das Wirtschaftsgut angeschafft wurde. Auch im Dezember angeschaffte Güter können mit den vollen 20 Prozent abgeschrieben werden. Seit 2010 kann man geringfügige Wirtschaftsgüter mit einem Wert ab 410 Euro auch wieder auf die klassische Weise abschreiben. Das bedeutet, geringfügige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 410 Euro können im ersten Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden. Für höherwertige Güter gelten die normalen Regeln für lineare Abschreibungen. Unternehmer können jedes Jahr neu entscheiden, nach welcher Methode die geringfügigen Wirtschaftsgüter abgeschrieben werden. Allerdings muss diese dann für alle geringfügigen Wirtschaftsgüter einheitlich durchgeführt werden.

Außerplanmäßige Abschreibungen

In verschiedenen Fällen ist es auch erforderlich, außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen. Dies gilt immer dann, wenn es zu einer dauerhaften und außergewöhnlichen Wertminderung kommt. Dies gilt beispielsweise bei Beschädigungen aufgrund von Witterungseinflüssen oder einem Unfall. Dabei gilt für außerplanmäßige Abschreibungen das sogenannte Niederstwertprinzip, was bedeutet, dass immer auf den niedrigst beizulegenden Wert abgeschrieben werden muss.

 

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