Abschreibung

Lineare Abschreibungen und Wertminderungen buchen

9. April 2012

Lineare Abschreibungen

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So gut wie alle Vermögensgegenstände unterliegen im Laufe ihrer gesamten Nutzung einer mehr oder weniger starken Wertminderung. Die Ursachen, die dazu führen, dass ein Gegenstand an Wert verliert, sind vor allem in der technischen Veralterung zu sehen, im jeweiligen Verschleiß oder aber durch andere außerplanmäßigen Abnutzungen.

Hat ein Wirtschaftsgut jedoch an Wert verloren, so muss dieser Wertverlust in der Bilanz ausgewiesen werden. Im Gegensatz zum Anschaffungswert wird hier jeweils nur noch der Restbuchwert notiert, der seinerseits die Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erhöht und das Betriebsergebnis und den Jahreserfolg mindert.

Lineare Abschreibungen zeigen den veränderten Wert eines Wirtschaftsgutes

Möchte man den eigentlichen Wert eines Wirtschaftsgutes, bzw. dessen Restwert ermitteln, so gibt es hierfür zwei Abschreibungsverfahren. Zum einen kann eine direkte AfA (Abschreibung für Abnutzung) erfolgen, bei der der Buchwert vermindert wird, zum anderen kann der Wertverlust mittels einer Wertberichtigung erfolgen. Im letzteren Fall bleibt dann jedoch die Aktivseite der Bilanz unangetastet und nur auf der Passivseite werden Änderungen vorgenommen. Ist allerdings eine lineare Abschreibung gewollt, so hat diese meist den Zweck, die tatsächliche Vermögenslage des Unternehmens aufzuzeigen und erkennbar zu machen. Hier werden dann alle Vermögensgegenstände auf ihren Wertverlust hin überprüft und mit ihrem aktuellen Zeitwert verbucht.

Abschreibungen erfolgen in der Regel im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten, jedoch muss bereits bei der Anschaffung der Wirtschaftsgüter ein sogenannter Anlagespiegel erstellt werden, der dann wiedergibt, wie groß der Wertverlust eines Wirtschaftsgutes tatsächlich sein wird.

Lineare Abschreibungen verändern die steuerliche Bemessungsgrundlage

Da alle Abschreibungen das Betriebsergebnis beeinflussen, sind die linearen Abschreibungen auch dazu da, die Bemessungsgrundlage für die steuerlichen Abzüge zu verändern. Je höher die jeweiligen linearen Abschreibungen, desto geringer der Gewinn und desto niedriger entsprechend auch die Steuerlast.

Die Bedeutung der linearen Abschreibung erkennen

Lineare Abschreibungen sollen stets den tatsächlichen Wert eines Wirtschaftsgutes wiedergeben, jedoch dienen sie dem Unternehmen noch für ganz andere Zwecke. Mt Hilfe der linearen Abschreibungen lässt sich zum einen die steuerliche Bemessungsgrundlage besser gestalten, zum anderen erfolgt hierdurch aber stets auch ein periodengerechter Gewinnausweis und es lässt sich die Vermögenslage zum Zeitwert ausweisen. Darüber hinaus ist die lineare Abschreibung dazu da, die Anschaffungs- und Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts auf eine mehrjährige Nutzungsdauer zu verteilen, was dann wiederum dazu führt, dass die nominelle Kapitalerhaltung gesichert bleibt.

Lineare Abschreibungen – planmäßig oder außerplanmäßig

Das Thema lineare Abschreibung ist im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt und betrifft immer die Handelsbilanz eines Unternehmens. In steuerlicher Hinsicht kommt für die linearen Abschreibungen hingegen das Einkommensteuergesetz (EStG) zum Tragen, welches sich dann in der Steuerbilanz widerspiegelt.

Abschreibungen können sowohl planmäßig als auch außerplanmäßig ausgeführt werden. Bei der planmäßigen Abschreibung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten stets schon beim Kauf oder bei der Herstellung auf die vorgegebenen Nutzungsjahre verteilt. Je nach Wirtschaftsgut können dies mal drei Jahre aber durchaus auch 15 Jahre sein. Während dieses Zeitraums verliert das Wirtschaftsgut dann mehr und mehr an Wert, bis es am Ende buchmäßig wertlos ist. Ein Abschreibungsplan muss hier jedoch erstellt werden, der dann im Einzelnen die gewählte Abschreibungsmethode enthalten muss aber auch Hinweise darüber geben sollte, wann der Abschreibungsbeginn erfolgt ist, wie lang die Nutzungsdauer ist, wie die Anschaffungs- und Herstellungskosten waren und auch, wie der jeweils aktuelle Wert des Wirtschaftsguts ist.

Die lineare Abschreibung lässt sich auf alle Wirtschaftsgüter gleichermaßen anwenden. Die Abschreibung erfolgt in jedem Jahr über genau die gleiche Summe (linear), bis das Wirtschaftsgut am Ende der gesamten Laufzeit bei einem Wert von Null angekommen ist. Es spielt keine Rolle, ob das Wirtschaftsgut noch in Gebrauch oder voll funktionstüchtig ist – buchmäßig ist es nach Ablauf der Nutzungsdauer wertlos und darf nicht mehr weiter abgeschrieben werden.

Formel für die Abschreibung unter Einbezug des Restverkaufswertes

Wird der Restverkaufswert bei der Abschreibung nicht berücksichtigt, so errechnet sich der jährliche Abschreibungsbetrag anhand der Anschaffungskosten dividiert durch die jeweilige Nutzungsdauer. Soll jedoch der Restverkaufswert mit einbezogen werden, so lässt sich der jährliche Abschreibungsbetrag dahin gehend ermitteln, dass von den Anschaffungskosten der Restverkaufswert abgezogen werden muss und dieser Betrag dann durch die Nutzungsdauer dividiert gehört.

 

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