Abschreibung, Buchhaltung, Kontieren

Ist der Computer richtig abgeschrieben?

9. Oktober 2010

In jedem Unternehmen werden am Ende des Geschäftsjahres eine ganze Reihe von Abschlussbuchungen fällig, zu denen hier auch die sogenannten Abschreibungen gehören. Abschreibungen sollen von ihrem Sinn und Zweck her die Abnutzung der Wirtschaftsgüter auch buchmäßig dokumentieren, da ihr Wertverfall nicht nur optisch und funktionell, sondern auch auf dem Papier stattfindet.

Wenn von Abschreibungen die Rede ist, dann erlaubt der Gesetzgeber hier eine Absetzung für Abnutzung (kurz=AfA). Was sich in erster Linie kompliziert anhört, ist für jedes Unternehmen im Endeffekt als bares Geld zu sehen. Und dies erhöht sich noch, je mehr abschreibbare Anlagegüter sich im Unternehmen befinden… und zur jährlichen Abschreibung berechtigt sind.

Abschreibungen mindern den zu versteuernden Gewinn und sollten aus diesem Grund mit einer besonderen Sorgfalt bedacht werden. Selbst Einzelunternehmer, welche lediglich zur Aufstellung einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung verpflichtet sind, können hier in der Regel viel sparen. Damit kein Durcheinander in der Nutzungsdauer der jeweiligen Anlage- und Wirtschaftsgüter aufkommt, hat der Gesetzgeber die sogenannte AfA-Tabelle herausgegeben. Aus dieser wird ersichtlich, wie viele Jahre ein Wirtschaftsgut abgeschrieben werden darf, bis es buchmäßig wertlos ist. Die Nutzungsdauer der einzelnen Güter wurde mit Hilfe von statistischen Nachweisen und durch Informationen von Sachverständigen (beispielsweise Wirtschaftsprüfern) geschätzt.

Selbstverständlich gibt es hier Ausnahmen in der geplanten Nutzungsdauer. Viele Wirtschaftsgüter erleben das Ende der Nutzungsdauern nicht mehr, während wieder andere noch den doppelten Zeitraum im Unternehmen bestehen. Aber auch wenn das Wirtschaftsgut noch voll funktionsfähig ist – ist die angegebene Nutzungsdauer abgelaufen, darf keine Abschreibung mehr erfolgen.

Neben der Nutzungsdauer gibt es jedoch auch Regeln hinsichtlich der Abschreibungsverfahren, welche unbedingt einzuhalten sind. Zur Auswahl stehen verschiedene Abschreibungsverfahren, die ihre jeweiligen Vor- und Nachteile haben und vom Unternehmen selbst wählbar sind.

Die lineare AfA ist eine sehr einfache Form der Abschreibung, da die Abschreibungsbeträge gleichmäßig auf die Nutzungsjahre verteilt werden, bis diese abgelaufen sind.

Eine weitere Abschreibungsmethode ist die geometrisch-degressive AfA, bei der die Abschreibung vom jeweiligen Buchwert erfolgt, d. h. jährlich neu berechnet werden muss.

Derzeit können jährlich maximal 25 Prozent abgeschrieben werden.

Nicht vergessen sollte man hier jedoch auch, dass ein Wechsel von der linearen AfA zur degressiven AfA möglich ist und sich hier oftmals sogar mehr als anbietet. Zu prüfen ist allerdings der richtige Zeitpunkt – nämlich dann, wenn mit Hilfe der degressiven AfA mehr abgeschrieben werden kann als mit der linearen Methode.

Eine Sonderform der Abschreibung ist bei geringwertigen Wirtschaftsgütern gegeben, die, sofern der Anschaffungsbetrag unter 410,– Euro liegt, sofort abgeschrieben werden dürfen.

Besonderheiten gibt es auch beim sogenannten Arbeitsmaterial, wie beispielsweise den Computern. Ihre Nutzungsdauer liegt zum einen meist deutlich unter den der anderen Wirtschaftsgüter (hier nämlich maximal drei Jahre) und zum anderen fallen auch die zusätzlichen Geräte am Computer unter diese Regelung.

Dies gilt beispielsweise für die Peripheriegeräte, wie Drucker und Monitore). Selbst wenn diese unter einem Anschaffungswert von 410,– Euro liegen, müssen sie regulär auf die Nutzungsdauer hin abgeschrieben werden, da ihre Nutzung meist alleine nicht möglich ist.

Eine monatsgetreue Abschreibung ist auch hier Pflicht und richtet sich nach dem Anschaffungsdatum. Wurden der Computer und auch die Peripheriegeräte in der Mitte des Geschäftsjahres angeschafft, so darf die Abschreibung hier nur für die nach der Anschaffung verbleibenden Monate in Anspruch genommen werden – nicht für das ganze Jahr.

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