Abschreibung

Degressive Abschreibung – so geht’s

5. Februar 2014

degressive Abschreibung PKW

Die degressive Abschreibung ist neben der linearen Abschreibung die zweite Abschreibungsart im deutschen Steuerrecht. Sie ist gedacht für Wirtschaftsgüter, die in den ersten Jahren nach ihrer Anschaffung einen höheren Wertverlust erleiden, z. B. Pkw oder Maschinen.

Wie unterscheidet sich die degressive Abschreibung von der linearen?

Bei der linearen Abschreibung wird jedes Jahr derselbe prozentuale Anteil des Anschaffungswerts abgeschrieben. Am Ende der Abschreibungszeit ist der Wert des Gutes Null.
Bei der degressiven Abschreibung wird dagegen jedes Jahr derselbe prozentuale Anteil des Restwerts des Wirtschaftsguts abgeschrieben. Hierdurch ergibt sich eine relativ hohe Abschreibungssumme zu Beginn der Lebensdauer, die dann Jahr für Jahr sinkt. Am Ende des Abschreibungszeitraums bleibt ein Restwert erhalten.

Was ist bei der degressiven Abschreibung zu beachten?

Diese Abschreibungsart ist in den letzten Jahren mehrfach abgeschafft und dann doch wieder befristet eingeführt worden. Für Wirtschaftsgüter, die ab dem 1.1.2011 gekauft wurden, darf sie nicht mehr verwendet werden. Für früher erworbene Wirtschaftsgüter ist sie aber weiterhin zulässig. Der anzuwendende Abschreibungssatz ist dabei vom Anschaffungsdatum abhängig.
Für Wirtschaftsgüter, die zwischen dem 1.1.2009 und dem 31.12.2010 angeschafft wurden, gilt der 2,5-fache Satz der linearen Abschreibung, mit einem Maximalwert von 25 %. Bei Gütern, die zwischen dem 1.1.2006 und dem 31.12.2007 erworben wurden, darf der 3-fache Satz der linearen Abschreibung, maximal 30 %, angesetzt werden. Zwischen dem 1.1.2001 und dem 31.05.2005 angeschaffte Wirtschaftsgüter müssen dagegen mit dem 2-fachen Satz abgeschrieben werden. Die degressive Abschreibung ist allerdings nur bei beweglichen Wirtschaftsgütern zulässig.
Man kann jedes Jahr neu entscheiden, ob man das Wirtschaftsgut linear oder degressiv abschreiben möchte. Wenn man von der degressiven zur linearen Abschreibung wechselt, muss natürlich mit dem dann noch vorhandenen Restwert und nicht mit dem Anschaffungswert gerechnet werden. Durch einen Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung kann das Verbleiben eines Restwertes zum Ende der Abschreibungsfrist verhindert werden.

Beispiel für die Berechnung der degressiven Abschreibung

Firma A, ein Reiseunternehmen, hat am 15.3.2009 einen neuen Omnibus zum Bruttopreis von 35.000 € erworben. Da Firma A umsatzsteuerpflichtig ist, muss zuerst der Nettowert ermittelt werden. Diesen errechnet man, indem man den Brutto-Preis durch 1,19 teilt. Hierbei wird vorausgesetzt, dass die Umsatzsteuer 19 % beträgt. Bei einem anderen Umsatzsteuersatz muss die Rechnung entsprechend geändert werden.
Der Nettowert beträgt also 35.000 € / 1,19 = 29.412 € (aufgerundet auf ganze Euro). Der Bus ist im Jahr 2009 gekauft worden. Daraus folgt ein degressiver Abschreibungssatz vom 2,5-Fachen der linearen Abschreibung. Laut AfA beträgt die Abschreibungsdauer für einen Omnibus 9 Jahre.
Der Abschreibungswert bei der linearen Abschreibung wäre 100 % / 9 = 11,11 %. Der 2,5-fache Wert davon ist 27,775 %. Zur Berechnung der Abschreibungssumme für das jeweilige Jahr und den verbleibenden Restwert des Wirtschaftsguts macht man sich am besten eine Tabelle. Natürlich gibt es auch Computerprogramme, die diese Rechnung für einen übernehmen.

Jahr Abschreibung Restwert
0 0 29.412 €
1 8169,18 € 21.242,82 €
2 5900,19 € 15.342,63 €
3 4261,42 € 11.081,21 €
4 3077,81 € 8003,40 €
5 2222,94 € 5780,46 €
6 1605,52 € 4174,94 €
7 1159,90 € 3015,04 €
8 837,43 € 2177,61 €
9 604,83 € 1.572,78 €

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