Abschreibung

Buchwert und Erinnerungswert – Abschreibung aus steuerlicher Sicht

27. September 2010

Buchwert bedeutet im Englischen „book value“, was in einem Unternehmen soviel heißt, dass hier von einem Wertansatz die Rede ist, der für die Bewertung von verschiedenen Gütern hinzugezogen wird. Ganz besonders ist in diesem Fall das sogenannte Anlagevermögen zu nennen, dass durch eine Abschreibung eine Änderung im jeweiligen Buchwert erfährt. Durch die jährliche zu absolvierende Abschreibung ändert sich hier der Restwert eines jeden Wirtschaftsguts und somit auch der zu zeichnende Buchwert. Abschreibungen werden immer und ausschließlich auf abnutzbare Anlagegüter getätigt, die irgendwann buchhalterisch und wirtschaftlich komplett abgeschrieben sind und theoretisch im Unternehmen nicht mehr vorhanden sind. Als abnutzbare Wirtschaftsgüter zählen Sachanlagen wie beispielsweise Maschinen, Büroausstattung, Computer oder auch Wertpapiere. Deren Abschreibungen verändern den zu versteuernden Gewinn und stellen somit ein wichtiges…

buchhalterisches Instrument dar.

Das Anlagevermögen nimmt in der Regel einen wertmäßigen großen Posten im Unternehmen ein und ohne dieses ist kaum ein Unternehmen in der Lage Waren zu produzieren oder Dienstleistungen zu verkaufen. Das Anlagevermögen ist immer ein wichtiger Bestandteil in jedem Betrieb und es kommt besonders am Ende eines jeden Geschäftsjahres durch die fällig werdenden Abschreibungen zur Sprache. Die Abschreibungen, die auf diese Anlagegüter getätigt werden dürfen, stellen einen betrieblichen Aufwand dar, der auf der Sollseite des Kontos Abschreibung auf Sachanlagen als Zuwachs und auf der Habenseite des jeweiligen Anlagekontos als Minderung dieses zu buchen ist. Je nachdem um welche Art von Wirtschaftsgut es sich handelt, hat der Gesetzgeber entsprechende Nutzungsdauern festgelegt, an die sich jedes Unternehmen halten muss. Sollen beispielsweise Abschreibungen auf Büroausstattungen erfolgen, so kann hier von einer Nutzungsdauer von derzeit 13 Jahren ausgegangen werden. Jahr für Jahr ändert sich in diesem Falle der noch verbleibende Wert des Wirtschaftsgutes, und somit auch der Buchwert. Ist die wirtschaftliche Nutzungsdauer dann irgendwann überschritten, darf hier keine Abschreibung mehr getätigt werden, da das Anlagegut nun theoretisch nicht mehr nutzbar ist –in diesem Fall ist es komplett abgeschrieben und wirtschaftlich wertlos. Der Buchwert ist hier Null. Aber – die Realität sieht jedoch oftmals ganz anders aus! Viele Anlagegüter, die in den Bilanzen nicht mehr auftauchen sollen, sind jedoch trotzdem auch weiterhin in Gebrauch und werden wie gehabt genutzt. In diesem Fall muss der Maschine, dem Computer oder dem Schreibtisch ein Erinnerungswert auferlegt werden.

Erinnerungswert

Wenn die Güter wirtschaftlich bereits abgeschrieben wurden, die Nutzungsdauer überschritten ist, das Wirtschaftsgut jedoch noch in Gebrauch ist, muss ein Erinnerungswert bilanziert werden.Der sogenannte Merkposten (Erinnerungswert) wird für nicht mehr aktivierungspflichtige Wirtschaftsgüter gesetzt. Dieser beträgt in der Praxis 1 Euro. Der Erinnerungswert macht deutlich, dass sich das Wirtschaftsgut zwar noch im Unternehmen befindet, eine planmäßige Abschreibung hier jedoch nicht mehr stattfinden darf. Da in der Regel zum Bilanzstichtag jedoch noch nicht feststeht, ob dieses Anlagegut noch weiterveräußert werden soll, darf der Buchwert hier nicht auf Null gesetzt werden.

Wurde die Maschine, der Computer oder der Schreibtisch durch eine planmäßige Abschreibung wirtschaftlich wertlos, darf diese auch bei der jährlich anstehenden Inventur nicht mehr berücksichtigt werden –sofern der Buchwert hier auf Null gesetzt wurde.
Was in der Bilanz nicht mehr auftaucht, kann in diesem Fall auch nicht mehr gezählt werden.

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