Abschreibung

Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens

7. Januar 2013

Abschreibung immatrieller WirtschaftsgüterZum Anlagevermögen zählen Vermögensgegenstände, die dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dauerhaft zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zum Umlaufvermögen verbleiben diese länger im Unternehmen und werden zur Produktion der für den Absatz vorgesehenen Waren und Dienstleistungen eingesetzt. Bei einer Bewertung geht es um die Ermittlung des Werts, welcher dann in der Bilanz ausgewiesen wird. Der genaue Buchwert ergibt sich dabei immer aus der Differenz zwischen den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und den getätigten Abschreibungen.

Abnutzbares und nicht abnutzbares Anlagevermögen

Geht es um die Bewertung des Anlagevermögens, so muss zunächst eine Unterscheidung zwischen abnutzbarem und nicht abnutzbarem Anlagevermögen getroffen werden. Die meisten Gegenstände des Anlagevermögens nutzen sich durch ihre Verwendung oder durch den bloßen Zeitablauf ab und verlieren so an Wert. Maschinen müssen nach einer bestimmten Anzahl an Betriebsstunden verschrottet oder verkauft werden und auch bei Softwarelizenzen ist nach einer gewissen Zeit eine Erneuerung erforderlich. Generell lässt sich sagen, dass sämtliches Anlagevermögen, das während eines jeden Wirtschaftsjahres an Wert verliert, zum abnutzbaren Anlagevermögen gerechnet wird. Demgegenüber steht das nicht abnutzbare Anlagevermögen wie Grundstücke oder Beteiligungen, die keinem planmäßigen Werteverzehr unterliegen.

Beim abnutzbaren Anlagevermögen erfolgt eine planmäßige Abschreibung. Zudem gibt es die Pflicht bei einem unvorhergesehenen Werteverzehr außerplanmäßige Abschreibungen durchzuführen. Dagegen kann das nicht abnutzbare Anlagevermögen ausschließlich außerplanmäßig abgeschrieben werden.

Die Erstbewertung des Anlagevermögens

Bei der erstmaligen Erfassung in der Bilanz müssen die Gegenstände des Anlagevermögens mit ihren Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten bewertet werden. Die Anschaffungskosten berechnen sich aus dem reinen Kaufpreis abzüglich gewährter Rabatte oder Skonti. Zugerechnet werden Nebenkosten wie Maklergebühren, Kommissions- oder Gerichtskosten die unmittelbar mit der Anschaffung in Zusammenhang stehen. Zu den Herstellungskosten gehören alle Kosten, die dem Vermögenswert einzeln zugerechnet werden können. Dies sind Material- und Fertigungseinzelkosten sowie die Sondereinzelkosten der Fertigung. Anschaffungskosten können auch noch nachträglich entstehen, wenn beispielsweise Umbauten erforderlich sind. Diese müssen dann als nachträgliche Anschaffungskosten in der Bilanz aktiviert werden.

Folgebewertung des Anlagevermögens

Zu Beginn der Nutzungsdauer wird zunächst ein Abschreibungsplan erstellt. Dieser beinhaltet die Anschaffungs- als auch die Herstellungskosten, den Abschreibungsbeginn sowie die Nutzungsdauer, den Restwert zum Ende des Nutzungsjahres und auch die Abschreibungsart. Der Abschreibungsbeginn ist immer der Zeitpunkt, zu dem das Anlagevermögen angeschafft wurde. Dies ist immer der Zeitpunkt der Lieferung bzw. der endgültigen Fertigstellung. Die Nutzungsdauer ist der Zeitraum, in dem ein Wirtschaftsgut eingesetzt wird. Anhand der Nutzungsdauer wird dann auch der Abschreibungssatz bestimmt. Die Nutzungsdauer wird für jeden Gegenstand des Anlagevermögens separat geschätzt, wobei sowohl technische wie auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Als Richtwert können hierfür die AfA-Tabellen genutzt werden, die vom Bundesministerium für Finanzen zu den verschiedenen Wirtschaftsgütern veröffentlicht werden. Geringfügige Wirtschaftsgüter mit einem Nettowert von höchstens 410 Euro können im Jahr der der Anschaffung komplett abgeschrieben werden.

Planmäßige Abschreibung des Anlagevermögens

In der Handelsbilanz stehen für Abschreibungen verschiedene Methoden zur Verfügung. Handelsrechtlich betrachtet wird dabei keine bestimmte Abschreibungsmethode vorgeschrieben. Wichtig ist, dass die gewählte Methode den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung entspricht. Was die Absetzung für Abnutzung (AfA) in der Steuerbilanz betrifft, so werden bestimmte Abschreibungsmethoden durch den Gesetzgeber ausgeschlossen. Bei frei beweglichen Gütern des Anlagevermögens besteht die Wahl zwischen einer Abschreibung in gleichbleibenden (lineare Abschreibung) oder in fallenden Jahresbeträgen (degressive Abschreibung). Zudem ist auch eine sogenannte Leistungsabschreibung auf das Anlagevermögen möglich.

Lineare Abschreibung des Anlagevermögens

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gleichmäßig auf die Nutzungsdauer verteilt. Somit ist das Wirtschaftsgut zum Ende der Nutzungsdauer komplett abgeschrieben.

Degressive Abschreibung

Bei der degressiven Abschreibung wird die Tatsache berücksichtigt, dass der Wertverlust bei Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens zu Beginn einer Anschaffung höher ausfällt. Die Abschreibung erfolgt dabei zu einem festen Prozentsatz im ersten Jahr von den Herstellungs- und Anschaffungskosten und in den Folgejahren vom jeweiligen Restwert. Da der Buchwert bei dieser Methode jedes Jahr geringer wird, fallen auch die Abschreibungsbeiträge entsprechend jährlich geringer aus.

Die degressive Abschreibung wurde zum 01.01.2008 abgeschafft. Für Anlagevermögen, welches vor 2008 angeschafft wurde, kann die degressive Abschreibung jedoch nach wie vor angewendet werden. Mit dem durch die Bundesregierung eingeführten Maßnahmenpaket zur Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung wurde im Dezember 2008 auch die degressive Abschreibung erneut eingeführt. Die Anwendung ist möglich für abnutzbare Wirtschaftsgüter aus dem Anlagevermögens, die zwischen dem 1. Dezember 2008 bis zum 1. Januar 2011 angeschafft wurden.

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