Abschreibung

Abschreibungen für das Jahr 2012 – diese Methoden sind aktuell gültig

6. April 2012

Lexware Buchhalter PlusDie Bezeichnung Abschreibung ist für die meisten Menschen mit etwas Negativem behaftet, denn muss man etwas „abschreiben“, so hat man scheinbar einen Verlust, muss sich von etwas trennen oder hat zumindest erhebliche finanzielle Einbußen. Doch was im privaten Bereich als nachteilig zu sehen ist, hat für Unternehmen oftmals eine ganz andere Bedeutung, denn Abschreibungen sind alles andere als Verluste, sondern sie sorgen hier dafür, dass der Betrieb größere Gewinne erwirtschaften kann.

Abschreibungen erhöhen das Betriebsergebnis

Die Verbuchungen von Abschreibungen sind in der Regel einmal jährlich, meist zum Ende des Geschäftsjahres zu tätigen. Im Rahmen der allgemeinen Abschlussarbeiten, bei denen beispielsweise die Rückstellungen gebildet, Wertberichtigungen vorgenommen und Rücklagen aufgelöst werden, werden dann auch die Abschreibungen der einzelnen Wirtschaftsgüter errechnet. Je nach Größe des Unternehmens können hier eine Vielzahl an Positionen aufkommen, die ihrerseits für entsprechende Buchungen sorgen. Abschreibungen können auf Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und des Umlaufvermögens getätigt werden, sodass das Unternehmen mit diesen Abschreibungen große Differenzen in der Bilanz sichtbar machen kann.

Die gängigsten Abschreibungsmethoden

Um Wirtschaftsgüter abschreiben zu können, muss sich jedes Unternehmen für eine bestimmte Abschreibungsmethode entscheiden. Hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, die wählbar sind und im Einzelnen hier vorgestellt werden.

Als Erstes zu nennen ist beispielsweise die lineare Abschreibung. Bis zum Jahre 2004 war es bei der linearen Abschreibung möglich, das Wirtschaftsgut in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres voll und in der zweiten Hälfte dann entsprechend halb abschreiben durfte. Diese Vereinfachungsregel gilt jedoch heute nicht mehr, denn heute muss der gesamte Abschreibungsbetrag auf zwölf Monate verteilt werden.

Eine weitere Abschreibungsmethode, die bis vor Kurzem noch gültig war, ist die degressive Abschreibung. Die degressive Abschreibung hat jedoch für einige Schlagzeilen gesorgt, da sie immer mal wieder eingeführt und dann wieder abgeschafft wurde. Aktuell kann sie jedoch nicht genutzt werden, sodass die Unternehmen diesbezüglich auf eine andere Abschreibungsform zurückgreifen müssen.

Sonderabschreibungen und Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter

Eine besondere Form der Abschreibung ergibt sich bei Gütern, die sich zwar als Anlagegüter verstehen, deren Wert allerdings deutlich unter denen der regulären Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens liegen. Bereits im Jahre 2008 wurde diesbezüglich die sogenannte Pool-Methode eingeführt, bei denen Wirtschaftsgüter mit einem Wert zwischen 150,01 Euro und 1.000 Euro in einem Pool zusammengefasst und gemeinsam abgeschrieben werden können. Die Abschreibungsdauer beträgt hierbei fünf Jahre und wer sich einmal für diese Form der Abschreibung entschieden hat, der kann während dieser fünf Jahre auch nicht mehr wechseln.

Ist die Pool-Abschreibung hingegen nicht gewünscht, weil beispielsweise nicht genügend Anlagegüter abgeschrieben werden müssen, so kann in diesem Fall auch weiterhin auf die klassische GWG-Abschreibung zurückgegriffen werden. Diese Abschreibungsmethode beinhaltet, dass Wirtschaftsgüter, die in ihrem Wert unterhalb der 410 Euro Grenze liegen sofort abgeschrieben werden dürfen. Beim Pool-Verfahren wären es hingegen nur 20 Prozent pro Jahr.

Auch hinsichtlich der Sonderabschreibungen gilt es für das Jahr 2012 einiges zu beachten. Sonderabschreibungen haben in diesem Fall eher weniger mit den jeweiligen Wirtschaftsgütern zu tun, denn hier spielt das Eigenkapital des Unternehmens eine übergeordnete Rolle. Zusätzlich zur normalen Abschreibung können für das Jahr 2012 nochmals 20 Prozent abgeschrieben werden, wenn das Eigenkapital zum Bilanzstichtag am 31.12. höchstens 235.000 Euro beträgt. Für die Jahresabschlüsse 2009 und 2010 galt hier noch eine Höchstgrenze von 335.000 Euro (siehe § 52 Abs. 23 EStG).

Welche Abschreibungsmethode ist die sinnvollste?

Wer eine passende Abschreibungsform finden möchte, der muss sich vor allem daran orientieren, wie viele Wirtschaftsgüter tatsächlich abgeschrieben werden können und wie hoch deren Wert ist. Unternehmen, die zwar geringwertige Wirtschaftsgüter anschaffen, dies aber in einer großen Anzahl, die sind besser mit der Pool-Methode bedient. Handelt es sich um hochpreisige Artikel, so kommt hingegen im Jahr 2012 nur die lineare AfA in Frage.

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