Abschreibung

Abschreibungen 2013 – das müssen Unternehmen wissen

25. Februar 2013

Abschreibung 2013Das Thema Abschreibungen verursacht bei vielen Selbstständigen Magenschmerzen. Richtig angewendet lassen mit Abschreibungen jedoch deutliche Steuerersparnisse erreichen. Deshalb ist es für alle Unternehmer lohnenswert, sich etwas genauer mit der Möglichkeit von Abschreibungen zu befassen. Im Folgenden werden die wichtigsten Abschreibungsregeln näher beleuchtet.

Grundsätzliches zu Abschreibungen

Bereits seit 2011 gilt die Regel, dass Wirtschaftsgüter nur noch linear abgeschrieben werden dürfen. Die für Unternehmenszwecke angeschafften Güter mit einer Nutzungsdauer von mehr als einem Jahr werden somit immer auf die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese Vorgehensweise wird auch als „Abschreibung für Abnutzung“ bezeichnet. Hiervon ausgenommen sind jedoch geringfügige Wirtschaftsgüter. Als solche zählen abnutzbare und bewegliche Sachen, die selbstständig nutzungsfähig sind und deren Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten unterhalb von 1.000 Euro liegen. Für die geringfügigen Wirtschaftsgüter wurden 2008 besondere Regeln eingeführt.

Die Anschaffungskosten

Bei der Frage ob Anschaffungen abgeschrieben oder als geringfügige Wirtschaftsgüter in die Steuererklärung aufgenommen werden kommt es vor allen Dingen auf die Höhe der Anschaffungskosten an. Liegt der Betrag ohne Umsatzsteuer bei mehr als 1.000 Euro, so gelten hierfür die Abschreibungsregeln für die lineare Abschreibung. Bei einem geringeren Anschaffungspreis gelten diese als geringfügige Wirtschaftsgüter.

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von weniger als 150 Euro

Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unterhalb von 150 Euro werden die Kosten direkt als Betriebsausgaben abgesetzt. Vor 2008 bestand hierfür noch ein Wahlrecht zwischen Abschreibung und sofortigem Absetzen.

Abschreibung nach der Pool-Methode

Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert zwischen 150,01 Euro und 1.000 Euro werden zu einem Sammelposten zusammengefasst und gleichmäßig über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Im ersten Jahr und in den folgenden vier Jahren werden also jeweils 20 Prozent des Gesamtwertes abgeschrieben. Unternehmen müssen jedes Jahr einen neuen Sammelposten bilden, der dann ebenfalls über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben wird. Für den Fall, dass ein Wirtschaftsgut vor dem Ablauf der fünf Jahre veräußert wird, hat dies keinerlei Auswirkungen auf den Sammelposten. Der Erlös wird als Einnahme verbucht und das jeweilige Gut weiterhin abgeschrieben.

GWG-Abschreibung bis 410 Euro nach der klassischen Methode

Seit 2010 kann für Wirtschaftsgüter bis zu einem Nettowert von 410 Euro wieder die normale Abschreibung angewendet werden. Diese Regelungen können auch 2013 für Abschreibungen genutzt werden. Allerdings gilt die getroffene Entscheidung dann für alle während eines Jahres angeschafften Wirtschaftsgüter. Unternehmen können jedes Jahr neu darüber entscheiden ob Sie die Pool-Methode oder die klassische Variante nutzen möchten. Letztere lohnt sich vor allem für Wirtschaftsgüter mit einer kurzen Lebensdauer wie beispielsweise Computer.

Welche Abschreibungsmethode lohnt sich eher?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die beste Abschreibungsmethode richtet sich immer nach der Art der getätigten Anschaffungen. Wurden zum Beispiel mehrere Aktenschränke zum Preis von jeweils 700 Euro und ein PC für 800 Euro angeschafft, dann bietet sich eine Abschreibung nach der Pool-Methode an. Bei der normalen Variante müssten die Schränke sonst über einen Zeitraum von 13 Jahren abgeschrieben werden. Der Computer muss dann jedoch ebenfalls mit der Pool-Methode über 5 Jahre abgeschrieben werden.

Keine degressive Abschreibung in 2013

Die mögliche Anwendung einer degressiven Abschreibung ist etwas verwirrend, da diese immer mal wieder abgeschafft und wieder eingeführt wurde. Bis zum Jahre 2005 war noch eine degressive Abschreibung von bis zu 20 Prozent möglich. Für die Jahre 2006 und 2007 waren dann 30 Prozent möglich. Zum 01.01.2008 wurde die degressive Abschreibung dann zunächst komplett abgeschafft. Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 folgte dann eine befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibung mit einem Abschreibungssatz von 25 Prozent. Für Anschaffungen ab 2011 wurde die Möglichkeit einer degressiven Abschreibung dann wieder aufgehoben. Somit ist auch für die Jahre 2012 und 2013 ausschließlich eine lineare Abschreibung nach der jeweiligen Nutzungsdauer möglich.

Investitionsabzugsbetrag für 2013

Für Investitionen der kommenden drei Jahre dürfen 2013 bis zu 40 Prozent des Investitionsbetrages steuerlich abgezogen werden. Voraussetzung hierfür ist ein Betriebsvermögen von weniger als 235.000 Euro für den betreffenden Zeitraum. Bei Unternehmen die eine Einnahme/Überschussrechnung anwenden darf der Gewinn einen Betrag von 100.000 Euro nicht übersteigen. Erfolgt die geplante Investition in den nächsten drei Jahren nicht, so muss der abgezogene Betrag rückwirkend Gewinn erhöhend verbucht werden.

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